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Gewaltopfer Sanitäter

Das große Schweigen  - Schussichere Westen,  Pfefferspray?

Von LUPO

Deutschland steht vor einem Phänomen: Immer mehr Angriffe auf Sanitäter, die Hemmschwelle sinkt, schreien die Medien landauf landab entsetzt auf. Paradox ist, dass die Leser in den Berichten vergeblich exakte Angaben über die Täter suchen. Sind es Deutsche, sind es Ausländer, sind es Gruppen oder Einzeltäter, sind es Männer oder Frauen, sind es zumeist junge oder eher alte Menschen? Das große Schweigen liegt über dem Täterprofil.

Typisches Beispiel ist die Hannoversche Allgemeine vom Montag. Die SPD-Zeitung berichtet in großer Aufmachung auf Seite 1, dass das DRK Niedersachsen Alarm schlägt und den Einsatz von schusssicheren Westen oder Pfefferspray diskutiert. Der Hintergrund: Immer häufiger werden Rettungskräfte in Niedersachsen zu Opfern von Gewalt.

Nun sollte man meinen, dass das DRK zum Eigenschutz Ross und Reiter, sprich: Tatverdächtige benennt, damit dem skandalösen Treiben ein Ende gesetzt werden kann. Und die Leser erwarten von ihrer Zeitung, darüber aufgeklärt zu werden, wer genau die Sanitäter neuerdings und in zunehmender Zahl angreift. Die Lebensälteren unter ihnen, die schon länger hier leben, erinnern sich, dass es ein solches Verhalten früher kaum gegeben hat, bzw. nicht in relevanter Zahl vorkam.

Aber irgendein geheimer Code muss Zeitung und DRK daran hindern, Klartext zu sprechen. Obwohl das DRK sogar eine Umfrage gestartet hat, wonach zwei Drittel von 238 befragten DRKlern aus Niedersachsen ein- bis fünfmal im Jahr Gewalttätigkeiten gegen sich erlebt hat. Gewalttätigkeiten durch wen? Da wird von „Passanten“ gesprochen, aber auch von „Menschen, den man eigentlich helfen will“. „Gewaltpotenziale gehen von Patienten, deren Angehörige, aber auch von Unbeteiligten aus“, lässt das DRK noch durchschimmern. Um dann kräftig zu relativieren, offensichtlich, um nichts politisch Unkorrektes zu sagen und in die Rassisten-Ecke gestellt zu werden: „Aggressives Verhalten gebe es nicht nur an Hauptbahnhöfen, sondern auch am Rande von Familienfesten und Partys. Das Phänomen gebe es nicht nur in Problemstadtteilen Hannovers, sondern „reiche tief in bürgerliche Schichten“. Das schlimme Verhalten datiert aus den letzten fünf Jahren.

Ein Phänomen ist auch das Rumeiern des DRK. Offensichtlich wird lieber der normale Bürger für zunehmende Angriffe auf Sanitäter in Mithaftung genommen, als das Kind beim Namen zu nennen. Seinem berechtigten Anliegen und seiner gesellschaftlich unverzichtbaren, lebensrettenden und vielfach ehrenamtlichen Arbeit wird das DRK auf diese Weise jedenfalls nicht gerecht.

Wer den politisch korrekten Code der Wahrheitspantscher dechiffrieren will, wird dagegen in der Doktorarbeit der Hamburgerin Janina Lara Dressler von 2016 fündig, die bundesweit Feuerwehrleute und Rettungskräfte zu dem Thema befragt hat. Als Tatmotiv wird insbesondere der Mangel an Respekt gegenüber Rettungskräften angegeben, was aber entgegen der Hypothese nicht nennenswert in bürgerlichen Gegenden vorkommen soll. Bei vielen Konflikten spiele der Migrationshintergrund des Täters eine Rolle. Überwiegend sind die Täter 20 – 29 Jahre alt und stammen aus sozial schwächeren Verhältnissen. In 70 Prozent der Fälle ist der Täter der Patient selbst oder eine Person aus dem Kreis der Angehörigen bzw. Freunde. Als Tatorte für Übergriffe werden in allen Städten soziale Brennpunkte, Partymeilen oder die Innenstadt angegeben.
(pi-news.net)

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