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Glaubenssache Energiewende

Höher und stärker: Auf dem Langenhard bei Lahr wird eine abgebrannte Windmühle ersetzt

(gh) - In gewissen Kreisen ist der Glaube an eine Energiewende unerschütterlich. Auf dem Langenhard bei Lahr sind zwei von drei Windmühlen abgebrannt, was sicher deutschlandweit eine heiße Quote bedeutet,  aber nun wird auch die zweite durch eine höhere und stärkere ersetzt.

230 Meter hoch, 80 Meter mehr als die alte Windmühle, Rotordurchmesser 138 Meter statt 77, leistungsfähiger um das Vierfache soll die neue Windmühle den Stromertrag um das Vierfache erhöhen mit einer Nennleistung von 4,2 Megawatt. Im Oktober, so ist es geplant, geht's ans Netz.

Die drei Anlagen waren 2005 errichtet worden,eine auf Lahrer Gemarkung, die beiden anderen, auch die neue, auf Seelbacher Gebiet. Zwei betreibt die Ökostromgruppe Freiburg, die Dritte ein Privater. Zwei Kräne werden der Reihe nach eingesetzt, der erste für Bauteile bis in rund 100 Metern, der zweite montiert  den oberen Teil des Windrads mit der Gondel und den drei Rotorblättern in 160 Metern Höhe.baut.

Die Betriebsführung des neuen Windrads hat die Firma Ecovision  in Stuttgart. Bei allem Frust durch den Brand 2019 gebe es einen Glücksfall: Die neue Windkraftanlage habe mit sechs Monaten die kürzeste bekannte Genehmigungsfrist geschafft. Der Hauptgrund dürfte im Repowering liegen. Am Standort Langenhard gab es schon Erfahrung mit Windenergie. Wenn die Verwaltungshürden genommen sind, sei alles andere kein Problem: Mit 1,3 Millionen Euro gingen  in einer Woche doppelt so viele Zeichnungswünsche ein, wie bedient werden konnten

Seit 40 Jahren rede man von Energiewende, aber die Umsetzung werde statt leichter immer schwerer. Heute gleiche die Umsetzung eines Windkraftprojekts einem Hürdenlauf: Hürde 1: Die Abklärung der Genehmigung für neue Standorte verringere sich seit Jahren nicht und dauere im Schnitt 3-4 Jahre. Hürde 2: Nach der Genehmigung sei noch alles offen. Die Projektgesellschaft müsse  an einer Ausschreibung teilnehmen und eine Strommenge zu einem festen Preis anbieten. Bekomme sie den Zuschlag nicht, seien mehrere Hunderttausend Euro für die Vorbereitung der Genehmigung verloren. Hürde 3: Selbst im Erfolgsfall müsse die Projektgesellschaft während der Ausschreibungsdauer ohne Ertrag vorfinanzieren. Hürde 4: Die Finanzierung durch die Bank werde wegen der zusätzlichen Risiken teurer. Eines davon sei die rückwirkende Überprüfung des „Gütefaktors“. Habe ein Standort nur 70 Prozent des Referenzertrags einer Windmühle an einem guten Standort, so betrage der Gütefaktor 1,29. Damit würden politisch gewollte Standorte möglich, zum Beispiel in Süddeutschland – wo der Strombedarf das Angebot übersteige. Wenn sich der Standort im Betrieb besser als gedacht entwickele, werde der Gütefaktor rückwirkend angepasst, und der Betreiber müsse unter Umständen einen sechsstelligen Betrag zurücküberweisen.

Hürde 5: Die lange Zeit, die Risiken von Genehmigung, Ausschreibung und Gütefaktor machten Bürgerbeteiligungen extrem schwierig. Nehme man die potenziell Interessierten von Anfang an auf den 5-jährigen Hürdenlauf mit, dann werde es viele Stornos und anderes geben, was hohen Verwaltungsaufwand bedeute. Veröffentlicht man die Bürgerbeteiligung erst, wenn alles in trockenen Tüchern sei, wäre sehr viel Geld zu hohem Risiko selbst vorzustrecken.

Parallel zum Aufbau neuer Hürden setze die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele höher, lasse dem aber keine unterstützenden Taten folgen. Für die Erreichung von 50 Prozent Ökostrom bis 2040 müssten ca. 8.000 MW pro Jahr gebaut werden – tatsächlich seien es 1.500 MW! Seit 2003 kümmere sich die ecovision GmbH um Bürgerbeteiligungs-Anlagen im Inland. Die ecovision contracting GmbH fokussiert sich seit 2006 auf die Planung, Projektierung und Beratung sowohl von Solar- als auch Windkraftprojekten.

 

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