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Guten Tag! 25.6.22

 

 

Nach dem Eingang in die doppeltürmige Kirche St. Peter und Paul in Lahr, die erste katholische Kirche in der protestantischen Stadt, Mitte des 19. Jahrhundert entstanden, steht die Statue einer Heiligen im Rosenschmuck, ihre rechte Hand reicht hinunter zum profanen Hygieneautomaten als Gesslerhut politischer Angstmacherei. Dargestellt wird allerdings nicht die Heilige Elisabeth, wie anzunehmen, die Rose könnte deren Symbol sein, sondern die Heilige Theresia von Lisieux/Frankreich, voller Ordensname bei den Karmeliterinnen: Theresia vom Kinde Jesus und dem heiligen Antlitz. Nur 24-jährig starb sie 1897. Die Blumen beziehen sich auf einen ihrer Aussprüche - "Nach meinem Tod will ich es Rosen regnen lassen" - erinnert vieleicht manchen an das Lied von Hildegard Knef, welches sich Angela Merkel zum Großen Zapfenstreich spielen ließ, ohne dies nun als Anspielung auf Theresia deuten zu wollen. Namensanleihe nimmt bei Theresia aber die vielleicht noch bekanntere albanische Nonne Mutter Teresa. Selig-und Heiligwerdung geschahen sehr schnell, Theresia wurden viele Wundertaten zugesprochen, inzwischen sind auch ihre Eltern heilig, während für eine Schwester die Seligsprechung läuft. Theresia wird in der römisch-katholischen Kirche als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Ihr Gedenktag ist der 1. Oktober. Geboren wurde sie am 2. Januar 1873 in Alençon als Marie-Françoise-Thérèse Martin, neuntes Kind von Ludwig und Zäzilia Martin, wurde im Alter von viereinhalb Jahren Halbwaise; nach dem Tod ihrer Mutter zog die Familie um nach Lisieux. Schon in jungen Jahren hatte Marie-Françoise ein besonderes Verhältnis zu Maria. Mit knapp sieben Jahren ging sie erstmals zur Beichte, an Pfingsten 1883 wurde sie durch Fürsprache der Maria und das "Lächeln der Gottesmutter" wunderbar von einer schweren Krankheit geheilt. Nach Unterrichtung durch die Benediktinerinnen von Lisieux und nach intensiver Vorbereitung, die in einer Erfahrung der Verschmelzung mit Christus ihren Höhepunkt fand, empfing sie 1884 die Erstkommunion, kurz danach die Firmung.Marie-Françoise entschloss sich 1886, bei den Karmelitinnen in Lisieux ein kontemplatives Leben zu führen wie ihre Schwestern Pauline und Marie, doch der zuständige Bischof verweigerte wegen ihres jugendlichen Alters die Aufnahme. 1887 unternahm sie mit ihrem Vater eine Wallfahrt zu den sieben Pilgerkirchen in Rom und bat während einer Audienz bei Papst Leo XIII. für Pilger aus Lisieux um Aufnahme in den Orden, aber auch das war vergeblich. Erst 1888 konnte Marie-Françoise ins Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in Lisieux beitreten. Attribute der Heiligen Elisabeth von Thüringen aus dem 13.Jahrhundert, verbunden mit einem "Rosenwunder", sind nicht Blumen, sondern Lebensmittel zur Versorgung Kranker und Bedürftiger, um die sie sich kümmerte, oder die Darstellung als Kirchenpatronin. Sie starb ebenfalls mit 24 Jahren.

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