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Guten Tag! 9.12.22

Der Eiger ist nichts dagegen, jeder Laden, der Menschenvernichtungsmittel bereithält, hat seine Todeswand. Ein ausgeklügeltes Munitionsarsenal der Lust  zum Selbstmord vor dem Tod. Franzosen pilgern deshalb sogar an Deutschlands Grenzzone, wo Tödliches billiger ist als zuhause, meist gepaart mit Medien, was auch viel verrät über deren mutmaßliche Tödlichkeit ohne Warnaufdruck.

Wikipedia: Zigarettenschachteln dienen keineswegs nur als Hilfsmittel für Transport und Lagerung ihres Inhalts, sondern sind als wichtiges Kommunikationsmittel der Tabakindustrie zu verstehen. Besonders vor dem Hintergrund des weitgehenden Tabakwerbeverbots kommt dem Verpackungsdesign eine entscheidende Rolle im Zigarettenmarketing zu. Dabei erfüllt die ansprechende Ausarbeitung der verschiedenen Elemente – Farbgebung, Schrift, graphische Elemente, Proportionen, Struktur und Material – vielfältige Funktionen. In der Fülle des Zigarettenangebots muss sich eine Packung zunächst deutlich von anderen, ähnlichen Produkten abheben und einen hohen Wiedererkennungswert garantieren, um die Wahl des Käufers positiv zu beeinflussen. Das Markenimage, welches durch das Packungsdesign kommuniziert wird, dient als Grundlage zur Identifikation des Rauchers mit jenem Konsumgut, welches er letztlich ständig bei sich hat und immer wieder einer gewissen Öffentlichkeit gegenüber präsentiert. In diesem Sinne muss der Konsument die Zigarettenschachtel als Teil seiner selbst verstehen können, mittels dessen er seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringen kann. Die Gestaltung erfolgt zu diesem Zwecke oft zielgruppenspezifisch, etwa werden Zigarettenschachteln besonders schlank gehalten und mit zarten Motiven und Farben versehen, um speziell Mädchen und Frauen anzusprechen. Zudem vermittelt die Verpackung, unter anderem durch Farbwahl und Material, wichtige Produkteigenschaften. So steht rot meist für einen intensiven Geschmack, grün für Mentholzigaretten und helle Farben für einen niedrigeren Teer- oder Nikotingehalt. Zigaretten ohne Zusatzstoffe kleiden sich zumeist in erdfarbenen Papierhüllen, die den Eindruck von Naturbelassenheit und Nachhaltigkeit vermitteln sollen. Als Werbeträger für die Bestattung Wien wird im Bestattungsmuseum ein Etui aus Alublech im Design einer Zigarettenschachtel samt Aufdruck „Rauchen sichert Arbeitsplätze!“ im Warnhinweis-Design verkauft. Seit dem 1. Oktober 2003 sind in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und in der Schweiz deutlich sichtbare Warnhinweise auf beiden Breitseiten jeder Zigarettenpackung vorgeschrieben. In Deutschland wird die Hinweispflicht durch die Tabakprodukt-Verordnung vom 20. November 2002 normiert; diese dient der Umsetzung der EU-Richtlinie über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen (2001/37/EG). Im Gesetzestext werden Größe und Gestaltung der Warnhinweise detailliert geregelt. So müssen etwa die allgemeinen Hinweise mindestens 30 Prozent und die ergänzenden Hinweise mindestens 40 Prozent der Packungsbreitseite einnehmen. Am 3. April 2014 wurde die neue Richtlinie 2014/40/EUvon der Europäischen Kommission verabschiedet. Diese schreibt vor, dass Zigarettenverpackungen und andere Verpackungen von Tabakprodukten nun mit einem Warnhinweis, der 65 % der gesamten Packung einnimmt, gekennzeichnet werden müssen. Die Richtlinie 2014/40/EU wird in Deutschland durch das Tabakerzeugnisgesetz umgesetzt. Außerdem wird der Wortlaut der Warnhinweise festgelegt: Neben den allgemeinen Warnhinweisen
„Rauchen tötet“ oder
„Rauchen kann tödlich sein“ oder
„Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu“
muss jeweils ein ergänzender Warnhinweis aus der folgenden Liste angebracht werden:
Raucher sterben früher.
Rauchen kann tödlich sein.
Rauchen führt zur Verstopfung der Arterien und verursacht Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs.
Rauchen in der Schwangerschaft schadet Ihrem Kind.
Schützen Sie Kinder – lassen Sie sie nicht Ihren Tabakrauch einatmen!
Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben.
Rauchen macht sehr schnell abhängig: Fangen Sie gar nicht erst an!
Wer das Rauchen aufgibt, verringert das Risiko tödlicher Herz- und Lungenerkrankungen.
Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen.
Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie das Rauchen aufgeben möchten: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Tel.: 01805-313131, www.rauchfrei-info.de.
Rauchen kann zu Durchblutungsstörungen führen und verursacht Impotenz.
Rauchen lässt Ihre Haut altern.
Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und schränkt die Fruchtbarkeit ein.
Rauch enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und Blausäure.
Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.
Die Warnhinweise sind abwechselnd so zu verwenden, dass sie regelmäßig auf den Packungen erscheinen. Die Angabe des Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidgehalts ist seit Mai 2016 verboten. Ziel ist die gesundheitliche Aufklärung der rauchenden und nichtrauchenden Bevölkerung. Die Verwendung der Zigarettenschachtel als Kommunikationsmittel der Tabakindustrie soll dabei eingeschränkt werden. Diese Art der Vermittlung von Gesundheitswissen zeichnet sich neben geringen Kosten vor allem durch ihre hohe Reichweite und die direkte und umfassende Ansprache der Konsumenten und Nicht-Konsumenten aus. Raucher sollen so zu einem Rauchstopp animiert, Nichtraucher vom Einstieg in den Tabakkonsum abgehalten werden. Auch andernfalls schwierig zu erreichenden Zielgruppen können so unmittelbar Informationen vermittelt werden. Allerdings hat sich ein neuer Markt aufgetan. Es werden mittlerweile aus Papier hergestellte Überzieher angeboten, die, über die Schachtel geschoben, genau diese Warntexte abdecken. Bild- und Textvorlagen für eine parodistische Gestaltung entsprechender Abdecker lassen sich aus dem Internet herunterladen. Auch T-Shirts und Accessoires mit Warnhinweisen und Parodien solcher sind erhältlich. In der Schweiz sind die Warnhinweise in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch abgedruckt, in Belgien auf Niederländisch, Französisch und Deutsch, die Fläche auf der Schachtel für die Hinweise ist insgesamt größer als in den anderen EU-Staaten.
Eine Verschärfung der Warnhinweise durch schonungslose, realistische Bilder wurde inzwischen in Kanada, der gesamten EU, Australien, Thailand, Brasilien, der Türkei, der Schweiz und seit 20. Mai 2016 in Deutschland eingeführt.Studien zeigen, dass bildgestützte Hinweise besser wahrgenommen und länger betrachtet werden und als emotional wirkungsvoller erachtet werden können, sodass von einem höheren positiven Einfluss auf das Gesundheitswissen und auf die Motivation zu einem Rauchstopp ausgegangen werden kann.Mit der sogenannten Einheitsverpackung, englisch Plain packaging, wird eine weitere Stufe der Eindämmung des Tabakmarketings bezeichnet, die Standardisierung von Tabakproduktverpackungen. Damit ist die Vereinheitlichung des Designs aller Tabakproduktmarken gemeint. Auf spezifische Markenelemente wie Logos oder Schriftzüge wird dabei verzichtet; Schriftart, Schriftgröße und Packungsgrundlage werden vereinheitlicht. Damit würde die Attraktivität der einzelnen Schachteln deutlich verringert, die Suggestivwirkung von Farbwahl und Design unterlaufen und mehr Raum geschaffen für die Vermittlung von gesundheitsrelevantem Wissen. Es kann außerdem davon ausgegangen werden, dass Warnhinweise dann besser wahrgenommen würden. Die australische Regierung hat diesen rigorosen Schritt bereits gewagt. Seit Ende 2012 dürfen die Hersteller nur noch olivgrüne Einheitsverpackungen – bedruckt mit den bereits üblichen Schockfotos und Warnhinweisen – in den Handel bringen. Sie folgt damit einer Empfehlung der WHO. Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt im Rahmen der Überarbeitung der europäischen Tabakprodukt-Richtlinie 2001/37/EG die Durchsetzung einer EU-weiten Standardisierung der Verpackungen. Am 3. April 2014 wurde die neue Richtlinie 2014/40/EU] von der Europäischen Kommission verabschiedet. Diese stellt es jedoch den Mitgliedsstaaten frei, Plain Packaging einzuführen. Von diesem Ermessen haben bisher Frankreich, Ungarn, Großbritannien und Irland Gebrauch gemacht. Daraufhin hat Philip Morris geklagt und ein britisches Gericht hat den Streit dem EuGH zur Entscheidung vorgelegt. Trotz diverser Bedenken, ob die Maßnahme nicht zu paternalistisch sei und gegen Grundrechte verstößt, halten Rechtswissenschaftler die Einführung von Plain Packaging in der EU für verfassungsgemäß und mit der Europäischen Grundrechtecharta sowie dem deutschen Grundgesetz vereinbar.

 

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