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Guten Tag! 9.8.22

 

 

Hoppla! Schwelle. Nicht Achterbahn. Natürlich hat ein Begrüßungsschild am Dorfeingang von Rust nichts mit dem Europa-Park zu tun. Heutzutage kommt nun mal keine Pest mehr allein. Und Zonen sind überall. Früher wurde vor ihnen gewarnt,  vor allem an Grenzen, aber seit diese abgeschafft sind, hat sie Freiheit bekommen. Bekanntmachung! Der Ortenaukreis schellt aus: "Am 25.05.2022 wurde bei gehaltenen Schweinen im Landkreis Emmendingen der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) amtlich festgestellt. Durch die dort gebildeten Sperrzonen (Schutzzone mit Radius von 3 km und Überwachungszone mit Radius von 10 km) um den Ausbruchsbetrieb liegen auch Teile des Ortenaukreises in der Überwachungszone: Allgemeinverfügung zur Festlegung einer Überwachungszone nach amtlicher Feststellung des Ausbruchs · Interaktive Karte der Sperrzone (Überwachungszone). Am 02.06.2022 wurde zudem zum Schutz vor einer möglichen Ausbreitung des Virus der Afrikanischen Schweinepest in der Wildschweinpopulation eine Allgemeinverfügung mit jagdlichen Anordnungen und zur Beprobung veröffentlicht. Diese tritt ab dem 03.06.2022 in Kraft:· Alllgemeinverfügung für jagdbezogene Anordnungen und Beprobung · Interaktive Karte des Wildschwein-Monitoring-Gebiets · FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Allgemeinverfügung jagdbezogene Anordnungen und Beprobung des Ortenaukreises · FAQ - Jagdliche Fragestellungen zur ASP. Am 02.06.2022 wurde zudem zum Schutz vor einer möglichen Ausbreitung des Virus der Afrikanischen Schweinepest in der Wildschweinpopulation eine Allgemeinverfügung mit jagdlichen Anordnungen und zur Beprobung veröffentlicht. Diese tritt ab dem 03.06.2022 in Kraft: Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, welche ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Während sie bei Schweinen fast immer tödlich verläuft, ist sie für den Menschen völlig ungefährlich. Selbst der Verzehr von Fleisch oder sonstigen Produkten infizierter Tiere ist für den Menschen ungefährlich. Diese Lebensmittel können jedoch eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung der Erkrankung, beispielsweise durch Entsorgung von Wurstwaren infizierter Tiere in der Natur, spielen. Die sprunghafte Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Polen von der Ost- an die Westgrenze ist nachweislich auf eine solche Entsorgung zurückzuführen. Im Falle eines ASP-Ausbruchs müssen zur Eindämmung der Seuche weitreichende und meist lang andauernde Sperr- und Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden. Auch erfolgen strikte Exportbeschränkungen anderer Staaten. Dadurch kann ein Ausbruch für Landwirte und die mit ihnen verbundenen Gewerbezweige schnell existenzbedrohend werden. Es gilt daher, jedes Risiko einer Seuchenausbreitung aus bereits infizierten Gebieten zu vermeiden. Um einen Seucheneintrag schnellstmöglich zu erkennen, werden in Baden-Württemberg zahlreiche Untersuchungen an Haus- und Wildschweinen durchgeführt. Beispielsweise finden ganzjährig und über das Land verteilt sogenannte Monitoring-Untersuchungen bei Hausschweinen in Freilandhaltungen statt. Die Untersuchungen von verendet aufgefundenen Wildschweinen wurde bereits zusätzlich, aufgrund der Risikoeinschätzung im Sinne eines Frühwarnsystems, nochmals verstärkt. Somit können Seuchenausbrüche rasch erkannt werden und eine Bekämpfung effektiv und schnell stattfinden. Hier wiederum ist es wichtig, dass nicht nur landwirtschaftliche Schweinehalter besondere Vorsicht walten lassen. Auch Hobbyhalter müssen wissen, dass sie mit den von ihnen gehaltenen Schweinen ein hohes Risiko darstellen können. PM Minister Peter Hauk MdL: „Die Afrikanische Schweinepest hat Baden-Württemberg erreicht. Wir sind gut vorbereitet, alle notwendigen Maßnahmen wurden umgehend ergriffen.“ Es erfolgen Informationen zum ASP Geschehen in Baden-Württemberg bei Hausschweinen. Es besteht keine Gefahr für die menschliche Gesundheit, Schweinefleisch kann ohne Sorge verzehrt werden. Biosicherheitsmaßnahmen auf schweinehaltenden Betrieben sind dringend einzuhalten. „Es war nur eine Frage der Zeit bis die Afrikanische Schweinepest (ASP) Baden-Württemberg erreicht. Das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat das Virus gestern Abend in Proben aus einem Mastschweinebestand im Landkreis Emmendingen nachgewiesen. Damit ist der Ausbruch der ASP bei gehaltenen Schweinen in Baden-Württemberg festgestellt“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (26. Mai) im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz in Stuttgart. Das Landratsamt Emmendingen führt mit Unterstützung anderer Behörden im Land die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen im Ausbruchbetrieb durch. Vom 19. Mai bis gestern Morgen (Mittwoch, 25. Mai) sind in einem Mastschweinebestand mehrere Schweine verendet. Zwei verendete Tiere untersuchte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Freiburg zur Feststellung der Todesursache. Die Laboruntersuchungsergebnisse gaben einen ersten Hinweis auf ASP, den dann das FLI am Mittwochabend bestätigte. Nachdem in dem Betrieb bereits mehrere Tiere verendet waren, wurden die übrigen Tiere am Mittwochmorgen (25. Mai) durch das Landratsamt Emmendingen getötet. „Zur konkreten Eintragsursache können wir derzeit noch keine Angaben machen. Das MLR steht hierzu mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in engem Austausch. Anfang kommender Woche wird das Epidemiologie-Team des FLI nach Baden-Württemberg kommen und die Behörden vor Ort bei den epidemiologischen Untersuchungen unterstützen. Zudem erhoffen wir von der Gensequenzierung des Erregers durch das FLI weiteren Aufschluss über dessen Herkunft“, sagte Minister Hauk. „Wir müssen aktuell davon ausgehen, dass der Eintrag durch menschliches Handeln verursacht wurde,“ erklärte Peter Hauk. Die Behörden richten um den betroffenen Betrieb nun umgehend eine Sperrzone mit einem Mindestradius von drei Kilometern und eine sich daran nach außen anschließende Überwachungszone mit einem äußeren Radius von mindestens zehn Kilometern ein. Diese Restriktionsgebiete erstrecken sich auf die Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und den Ortenaukreis. In der Sperrzone ist das Verbringen von Schweinen in bzw. aus den Betrieben verboten. Dies gilt unter anderem auch für Märkte mit Schweinen sowie jegliches Zusammenführen von Schweinen. Dies gilt auch für das Verbringen von frischem Fleisch und Fleischerzeugnissen von Schweinen aus Schlachthöfen oder Wildverarbeitungsbetrieben. Tierische Nebenprodukte und Gülle, Mist und Einstreu von Schweinen dürfen ebenfalls nicht aus den Betrieben verbracht werden. Ausnahmen sind nur unter strengen Auflagen möglich. Betroffene Tierhalter können sich an das zuständige Landratsamt wenden. „Da es sich um einen Seuchenausbruch bei Hausschweinen handelt, gibt es keine Beschränkungen für pflanzliche Produkte, wie beispielsweise Futtermittel, Stroh oder andere landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch, Obst und Gemüse. Diese dürfen weiterhin verbracht werden“, erklärte Minister Hauk. Für die Überwachungszone gelten grundsätzlich vergleichbare Bestimmungen. Es gibt jedoch im Einzelfall gewisse Erleichterungen. Hauk betont, dass es nun auf das Monitoring ankomme, um abzuklären, ob es sich um lokales Geschehen im Betrieb handele und keine Wildschweine betroffen sein. Deshalb stehe die Etablierung einer regelmäßigen, planmäßigen Fallwildsuche nun im Fokus. „Um die Suche schnell und effizient zu gestalten, setzen wir Zweier-Teams bestehend aus zwei Personen und einem geeigneten Hund ein, die das eingerichtete Suchgebiet systematisch nach möglichen Kadavern absuchen. Morgen werden ca. 20 Teams in Emmendingen die Suche beginnen. Flankiert werden die Suchteams außerhalb von Waldflächen durch Drohnen-Einsatzteams mit Wärmebild-Kameras“, erklärte Minister Hauk. Diese Suchteams werden bisher nur in Baden-Württemberg ausgebildet und kamen bereits in anderen von Afrikanischen Schweinepest betroffenen Gebieten Deutschlands zum Einsatz. Um eine mögliche Seuchenverbreitung zu verhindern werden in den Landkreisen Offenburg, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald alle künftig erlegten und verunfallten Wildschweine serologisch untersucht. Den Jägern werden dazu Probenkits zur Verfügung gestellt, die von den CVUAs ausgewertet werden. Minister Hauk weist darauf hin, dass es in Baden-Württemberg seit letztem Jahr ein Biosicherheitsprojektteam gibt, dass bei der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg angesiedelt ist und das auf Anforderung in die Schweinehaltungsbetriebe kommt und die Biosicherheitsmaßnahmen kostenlos überprüft und die Betriebe berät. „Ich appelliere daher nochmals eindringlich an alle Schweinehalterinnen und -halter im Land, nehmen Sie dieses Angebot wahr, damit wir nicht noch weitere Seuchenausbrüche bei Hausschweinen bekommen. Biosicherheitsmaßnahmen müssen auf den Betrieben zwingend eingehalten werden“, betonte Hauk. Die Afrikanische Schweinepest ist keine Zoonose, das heißt eine von Tieren auf Menschen oder umgekehrt übertragbare Krankheit. Somit besteht keine Gefahr für die menschliche Gesundheit beim Verzehr von gegebenenfalls kontaminiertem Fleisch aus. „Die Schweinhalter trifft es derzeit sehr hart. Verschiedene Maßnahmen haben dazu geführt, dass der Absatz von Schweinefleisch kontinuierlich zurückgeht. Deshalb appelliere ich an die Verbraucherinnen und Verbraucher aber vor allem auch an den Handel: unterstützen Sie die Schweinebäuerinnen und Schweinebauern und kaufen sie Schweinefleisch. Es gibt keinen Grund dies nicht zu tun“, betonte Minister Peter Hauk. Die Landesregierung Baden-Württemberg hat sich bereits seit Jahren intensiv auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet. Dazu hat das MLR einen Maßnahmenplan zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) festgelegt. „Hierzu wurde im MLR ein ständiger Krisenstab eingerichtet, der seit Jahren regelmäßig tagt, die Vorbereitungen auf einen ASP-Ausbruch im Land koordiniert und gestern sofort die Arbeit aufnehmen konnte“, sagte Hauk. Minister Hauk dankt den Behörden, insbesondere dem Landratsamt Emmendingen, sowie dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg, die mit Unterstützung durch die Task Force Tierseuchenbekämpfung beim Regierungspräsidium Tübingen sofort die notwendigen Maßnahmen eingeleitet haben und im engem Kontakt mit dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz das weitere Vorgehen miteinander abstimmen.

 

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