Springe zum Inhalt

Guten Tag!21.5.22

 

 

Es war die französische Sängerin Barbara (1930 - 1997), die das Lied "Göttingen" während eines Konzertbesuchs 1964 in Göttingen komponierte und in einer deutschen und französischen Fassung aufnahm. Abgesehen von der oft besungenen deutsch-französischen Freundschaft sind an diesem Chanson das Besondere die Ö-Strichlein, die es im Französischen nicht gibt. Da haben die Bürger in Blodelsheim noch einmal Glück gehabt. Barbara erinnerte sich später an ihren Auftritt in Göttingen, der nicht ohne schwierige Umstände und mit Verspätung begann, aber mit triumphalem Beifall endete: "In Göttingen entdecke ich das Haus der Brüder Grimm, in dem die uns aus der Kindheit gut bekannten Märchen entstanden waren. Am letzten Mittag meines Aufenthaltes kritzelte ich ‚Göttingen‘ im kleinen Garten, der an das Theater grenzte, nieder. Am letzten Abend habe ich den Text zu einer unfertigen Melodie vorgelesen und gesungen, wobei ich mich dafür entschuldigte. In Paris habe ich dieses Chanson fertiggestellt. Ich verdanke dieses Chanson also der Beharrlichkeit Gunther Kleins, zehn Studenten, einer mitfühlenden alten Dame, den kleinen blonden Kindern Göttingens, einem tiefen Verlangen nach Aussöhnung, aber nicht nach Vergessen“. 1967 kehrte sie für einen Auftritt nach Göttingen zurück. Diesmal trat sie in der ausverkauften Stadthalle auf. Das Konzert wurde von France Inter live übertragen. Zum ersten Mal sang sie Göttingen in der bis dahin unbekannten deutschen Übersetzung von Walter Brandin. Das Publikum spendete ihr daraufhin minutenlangen Beifall. Göttingen gehörte danach zum Repertoire jedes ihrer Konzerte.Das Chanson ist in Frankreich sehr bekannt und leistete Mitte der 1960er Jahre einen bedeutenden Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung. Es trug auch dazu bei, Stadt und Universität Göttingen in Frankreich bekanntzumachen. Im Jahre 2002 ließ Xavier Darcos, damaliger Staatssekretär im französischen Bildungsministerium, Göttingen in das offizielle Schulprogramm der Vor- und Grundschulen aufnehmen. 2003, zum 40. Jahrestag des Élysée-Vertrages, zitierte der damalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Ansprache während der gemeinsamen Sitzung des Deutschen Bundestages und der französischen Assemblée Nationale im Schloss Versailles aus dem Chanson. Schröder selbst hat 1966 bis 1971 in Göttingen studiert. Der deutsche Liedermacher Franz Josef Degenhardt versuchte sich auf seinem 1983 erschienenen Album 'Lullaby zwischen den Kriegen' in einer Art Antwort auf das Chanson von Barbara. In dem ebenfalls mit Göttingen betitelten Stück heißt es 'Und hier sang Barbara von blonden Knaben und auch von Rosen und von der Melancholie, die die Verliererkinder an sich haben …'. Degenhardt stellte der von ihm als allzu idyllisch empfundenen Beschreibung Göttingens eigene Betrachtungen entgegen, die – anders als bei Barbara – auch die politischen Verhältnisse der Stadt aufnahmen. Darüber hinaus ist das Chanson Barbaras im deutschen Sprachraum jedoch kaum gewürdigt worden. Auch im Chanson D’Allemagne der französischen Sängerin Patricia Kaas findet sich eine Anspielung auf Barbaras Chanson mit den Worten Reparlez-moi des roses de Göttingen ('Erzählt/Erzählen Sie mir noch mal von den Rosen in Göttingen.'). Für ihre Verdienste um die Völkerverständigung zwischen Franzosen und Deutschen wurde Barbara am 24. April 1988 die Ehrenmedaille der Stadt Göttingen verliehen. Am ehemaligen Gebäude des Jungen Theaters in der Geismarlandstraße 19 befindet sich seit dem 22. November 2002 eine Göttinger Gedenktafel, und am selben Tag wurde im Göttinger Ortsteil Geismar eine Straße nach ihr benannt. (Quelle: Wikipedia). ImLied "Göttingen" heißt es: "Na ja, dort gibt es keine Seine Und auch nicht den Wald von Vincennes. Doch schöne Orte, die ich kenne in Göttingen, in Göttingen. Es gibt keine Kais oder Lieder, die klagen und kehren immer wieder. Und dennoch blüht auch dort die Liebe in Göttingen, in Göttingen. Mir scheint, als ob sie besser wüssten die Geschichte Frankreichs großer Fürsten. Hermann, Peter, Helga und Hansin Göttingen ...Und dass sich niemand je beklage: doch die Märchen uns'rer Kindertage 'Es war einmal...', ja, sie begannen in Göttingen...". Keine Märchen sind's, mit denen manchmal Orte sich herumschlagen wegen ihrer Namen. Gerade hat der Burladinger Stadtteil Killer (Zollernalbkreis) Anstecker herstellen lassen, weil dauernd die Ortstafel geklaut wurd. Irndorf (700 Einwohner) im Kreis TUT legte 1972 seinen Namen Irrendorf ab, in der alten Friedhofskirche soll ein entsprechendes Dokument gefunden worden sein. Und wer möchte schon in Regenmantel, Krätze, Geilenkirchen, Oberbillig, Hanfgarten,Kotzfeld, Poppendorf oder Feucht wohnen? Und was ist mit Blodelsheim? Ohne Strichlein! Abermit 2000 Einwohnern. Der Ort wurde das erste Mal im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt unter dem Namen Flatolvesheim, 1064 als Bladolvesheim, 1272 als Bladoltzheim, 1441 als Blodoltzheim und seit 1580 unter dem heutigen Namen.Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Blodelsheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Blodelsheim ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.