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Guten Tag!25.5.22

 

 

Das ist zwar nicht der Orient, aber wer hinguckt, kann ihn manchmal sehen: Kehl. Nicht gerade verwöhnt durch Hoch- oder Aufragendes.  Ein Minarett (selten Minar, arabisch منارة manāra, ursprünglich: „Leuchtturm“, oder مئذنة / miʾḏana) ist ein erhöhter Standplatz oder Turm für den Gebetsrufer (Muezzin) bei oder an einer Moschee; von hier werden Muslime fünfmal am Tag zum Gebet gerufen. Auch säkulare Turmbauten der islamischen Welt können als minar bezeichnet werden, etwa das Chor Minar oder das Hashtsal Minar in oder bei Delhi sowie das Hiran Minar in Fatehpur Sikri.Minarett ist eine Entlehnung des französischen Wortes minaret, welches über das türkische mināre vom Femininum manāra / منارة zu manār / منار aus dem Arabischen abstammt und ursprünglich „Leuchtturm“, wörtlich „Ort des Lichts“ oder „Ort des Feuers“ (nār / نَار /‚Feuer‘), bedeutete und jeden erhöhten Platz bezeichnete, von dem aus man mit Feuer oder Rauch Zeichen geben konnte.[3] Vom gleichen semitischen Wortstamm gebildet ist das hebräische Wort Menora, das einen in der Antike zerstörten siebenarmigen Leuchter bezeichnet, der zu einem der wichtigsten Symbole des Judentums geworden ist.Das erste Minarett wurde wahrscheinlich in Syrien erbaut, andere Historiker halten das Minarett der Moschee von Qairawān in Tunesien für das älteste. Es ist seit der Herrscherfamilie der Umayyaden (661–750) gebräuchlich. In einigen der ältesten Moscheen wie der Umayyaden-Moschee in Damaskus dienten Minarette ursprünglich als von Fackeln erhellte Wachtürme – daher die Wortherkunft aus dem Arabischen nur / نور /‚Licht‘. Heute dient ein Minarett hingegen weitgehend als ein in der Tradition verhaftetes architektonisches Dekor- oder Repräsentationselement, da die Gebetsrufe (Adhān / أذان) in den meisten modernen Moscheen mittels Lautsprechern aus dem Betsaal ausgerufen werden.Aus Gründen der Bausymmetrie und Bauästhetik sowie des Status des Auftraggebers wird die Anzahl der Minarette mitunter auf zwei, vier oder sechs erhöht; die al-Haram-Moschee in Mekka hat sogar neun Minarette. Die meisten Moscheen besitzen nur ein einzelnes Minarett, das an der Moschee angebaut ist. Formal unterscheidet man Minarette mit rundem, quadratischem und polygonalem (meist achteckigem) Grundriss, die in der Osmanischen Architektur oft nadelförmige Spitzen erhielten. Ihre Geschossgliederung erfolgt häufig durch umlaufende Balkone; die dekorative Außengliederung übernehmen farbig glasierte Ziegel, Ziegelmosaiken oder kalligraphische Schriftzeichen (siehe Minarett von Dschām oder Qutb Minar). Optische Vor- und Rücksprünge werden durch Nischen und Gesimse hervorgerufen. Minarette besitzen häufig einen kleinen, allseitig durchbrochenen Aufsatz, der in der Fachliteratur oft als Laterne bezeichnet wird; in der indo-islamischen Architektur werden diese Aufsätze chhatris genannt.Mit etwa 72 Metern war das um 1300 im Süden der indischen Stadt Delhi aus Ziegelsteinen erbaute Qutb Minar lange Zeit das höchste Bauwerk der islamischen Welt. Als schönstes Minarett Südeuropas gilt die Ende des 12. Jahrhunderts von den Almohaden erbaute Giralda in Sevilla. Das mit 210 Metern bei seiner Fertigstellung 1993 höchste Minarett der Welt befindet sich in Casablanca als Bestandteil der Hassan-II.-Moschee. Die 2019 vollendete Große Moschee von Algier hat das derzeit mit 265 Metern Höhe weltweit höchste Minarett, das zugleich das höchste Gebäude Afrikas ist. Das Minarett ist nicht nur das Wahrzeichen einer Moschee, es diente auch als Wachturm. Als Signalturm dienten Minarette der Orientierung für Karawanen. Das Weiße Minarett in der nordindischen Stadt Qadian ist ein Symbol der Ahmadiyya.An bestimmten islamischen Festtagen in der Türkei werden Minarette mit Lichtern und Spruchbändern (Mahya) geschmückt.Sonderfälle sind die einigen zentralasiatischen und indischen Grabbauten der Mogulzeit zugeordneten und meist dekorativ oder repräsentativ gemeinten Schmuckminarette: Gur-Emir-Mausoleum (Samarkand), Akbar-Mausoleum (Sikandra) und Itmad-ud-Daulah Mausoleum (Agra). Auch die vier rahmenden Minarette des Taj Mahal (Agra) und des Bibi-Ka-Maqbara (Aurangabad) sind in diesem Zusammenhang zu nennen, doch gehört zum Gesamtkomplex der beiden letztgenannten Bauten immerhin eine – wenn auch nur in Randlage platzierte – Moschee ohne eigene Minarette. Ein weiterer Sonderfall sind die vier minarettähnlichen Türme am 1591 erbauten und überwiegend repräsentativen Zwecken dienenden Torbau des Charminar in Hyderabad. In der Kadscharenzeit rief im Iran der Muezzin von Guldastas, hölzernen Pavillons auf den Iwan-Dächern der Hofmoscheen, anstelle von Minaretten zum Gebet. (Wikipedia)  Die Moschee in Kehl, angelehnt an osmanischen Baustil,  gehört zum DITIB, wurde 2011eingeweiht und hat zwei 31 Meter hohe Minarette, die  durch eine rund 60 Zentimeter schmale Wendeltreppe begehbar sind. Der Kuppelsaal fasst rund 500 Besucher.

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