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Halbe Sache in der Spaichinger Hauptstraße?

Meinungen über einen Bebauungsplan gehen noch auseinander

Dieser markierte Bereich der Spaichinger Hauptstraße soll in einem Bebauungsplan aufgenommen werden.
(tutut). Dass die Hauptstraße (B 14) in Spaichingen im Laufe der Zeit sich unterschiedlich entwickelt hat im Zuge der städtebaulichen Entwicklung, ist nicht zu übersehen. Der Stadtteil Hofen verkörpert das ursprünglichste Spaichingen, den ländlichen Marktflecken.  Bis einschließlich dem Marktplatzensemble mit der Betonburg der 70er- und 80-er Jahre ist die Hauptstraße bunt gemischt bebaut worden, wobei die optisch stärksten Ausreißer der jüngeren und jüngsten Zeit entstammen. Danach beginnt das alte städtische Spaichingen aus dem 19. Jahrhundert und später mit einzelnen nicht dazu passenden Einsprengseln neuester Zeit. Als Flachdachklötze sind sie nicht zu übersehen zwischen dominierenden Satteldächern.

Der Stadtteil Hofen entspricht nch am stärksten der ursprünglichen Bebauung.
Die Verwaltung hat der baulichen Entwicklung und der optischen Wirkung entsprechend nun bei der Entwicklung eines Bebauungsplans nach Gemeinderatsauftrag die Hauptstraße in vier Zonen eingeteilt: Zone 1 von Stadteingang Hofen bis Hofener Kirche und Moschee, Zone 2 anschließend bis zum Marktplatz, Zonne 3 von dort bis zur Stadtpfarrkirche und Zone 4 von der Kirche bis zum Stadtausgang Richtung Tuttlingen.

Ziemliches Mischmasch herrscht zwischen Hofen und Marktpatz.
Nachdem bereits Ende 2012 die Fraktionen Gelegenheit hatten, Anregungen vorzubringen, konnten sie nun zur Sache noch einmal ihre Meinungen äußern, welche bei der weiteren Entwicklung des Bebauungsplans, so Bürgermeister Schuhmacher, berücksichtigt werden sollen. Einen Hauptpunkt nannte dabei FDP-Stadtrat Grimm. Er wollte den Bereich Hofen, also die Zone 1, bis zum sogenannten Hofener Kreuz, bis zur Einmündung der Gartenstraße durchgezogen sehen. FWV-Stadtrat Staudenmayer sorgte sich um den Erhalt von typischen Gebäuden wie dem "ehemaligen Chez-Nous". Sowohl Grimm  wie auch CDU-Stadtrat Früh befürchteten angesichts der Vorstellungen der Verwaltung bei der Aufstellung des Bebauungsplans das Thema verfehlt.

Vom Marktplatz bis zum Ochsenkreisel hat die Verwaltung die Zonen 3 und 4 entwickelt.
Denn, so Grimm, der Sinn, weshalb der Gemeinderat in der Hauptstraße die Initiative für einen Bebauungsplan ergriffen habe, liege darin, auf die weitere städtebauliche Entwicklung Einfluss nehmen zu können. Die einst dominierende Linie der Satteldächer sei mehr und mehr durch Flachdachbauten unterbrochen worden. Wenn die Verwaltung nun entsprechend der Bebauung der verschiedenen Zonen dem Rechnung trage, indem beispielsweise die Straßenseite in der Zone 2 bergwärts den alten Charakter behalten solle, die andere talseits aber Beliebigkeit anheim falle, weil da bereits große Fachdachbauten wie die Beruflichen Schulen oder das St. Agnes stehen, werde der Sinn des Bebauungsplans verfehlt. Ähnlich sind die Vorschläge der Verwaltung für die Bereiche der Zonen 3 und 4. Die Zone 1 weise die größte Homogenität auf, welche erhalten bleiben sollte mit Zweigeschossigkeit und Satteldächern.
Die Verwaltung sieht die Zonen 1 bis 3 als die "erhaltenswertesten" an, die in ihrem bisherigen Charater weiterentwickelt werden sollten. In Zone 4sollte bei künftigen Neubauten auf Maßstäblichkeit und Geschossigkeit geachtet werden. Bei der Dachform, so die Verwaltung, könnte "aufgrund der vorhandenen Bauweise das Flachdach nicht gänzlich ausgeschlossen werden", weshalb Dachformen variabel zugelassen werden sollten. .
Die Verwaltung will den Vorentwurf des Bebauungsplans weiter entwickeln und bis Ende März vorlegen, damit die Auslegung beschlossen werden kann.