Springe zum Inhalt

Hat Spaichingen die Wahl?

Eine subjektive Analyse der Kandidaten zur Bürgermeisterwahl 2012

Teil 3: Aussagen des Kandidaten Tobias Schumacher
(tutut). Der Kandidat Tobias Schumacher wirbt für ein „Neues Miteinander“. Er steht für „Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Verläßlichkeit“ und bietet „vollen Einsatz mit ganzer Kraft“.
Er will „das Ansehen Spaichingens wieder stärken“. Dies sind alles wohlklingende Worthülsen aus dem Handbuch für Bürgermeister-Kandidaten.
a) „ Das Ansehen Spaichingens wieder stärken“
Der Kandidat suggeriert damit, das Ansehen der Stadt habe unter dem amtierenden Bürgermeister gelitten. An keiner Stelle erfährt man, wo genau das Ansehen in welcher Weise gelitten haben soll.
Der Kandidat verschweigt auch, dass für das Ansehen der Stadt beileibe nicht nur der Bürgermeister, sondern auch der Gemeinderat verantwortlich ist. Er selbst ist seit Jahren Chef der stärksten Fraktion und trägt damit erhebliche Mitverantwortung.
b) Für ein „Neues Miteinander“
Auch diese Aussage hat man schon oft gehört, zuletzt vom zurückgetretenen Bundespräsidenten.
Ein neues Miteinander setzt voraus, dass es früher ein „altes“ Miteinander gab. Die Frage ist aber, welches Miteinander der  Kandidat meint. Etwa jenes vor dem Amtsantritt des jetzigen Bürgermeisters, als eine CDU-Mehrheitsfraktion alles im Vorfeld mit der Verwaltung  „miteinander“ regelte? Ein junger Kandidat, der die alten Zeiten beschwört?
Er suggeriert, dass es seit dem amtierenden Bürgermeister nur noch ein Gegeneinander gibt. Und er suggeriert ferner, dass der jetzige Bürgermeister für diesen Zustand verantwortlich sei. An keiner Stelle bringt er ein Beispiel. So vermeidet er eine offene Diskussion hierüber.  Mit diesen Behauptungen aber diskreditiert er auch den Gemeinderat, ein Gremium von erwachsenen Bürgerinnen und Bürgern, die dieses „Miteinander“ selber in der Hand haben.
c) Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Verläßlichkeit
Auch hier fragt man sich, warum der Kandidat den amtierenden Bürgermeister für verlogen, unglaubwürdig und unzuverlässig hält. Wenn bei zwei Kandidaten einer von sich behauptet, er stehe für Ehrlichkeit usw., dann unterstellt er dem anderen automatisch das Gegenteil. Warum benennt er keine Beispiele? Man und frau würden auch gerne wissen, wo der Bürgermeister gelogen hat, wo er unglaubwürdig oder  wo er unzuverlässig war.
Warum bringt der Kandidat nur Sprechblasen? Man und frau würden gerne konkret wissen, was er in den nächsten 8 Jahren anders und besser machen will. Nur dann kann ergefragt werden, weshalb er sich erst jetzt für die Abschaffung dieser Missstände einsetzt, obwohl er schon seit Jahren die stärkste Fraktion führt.
* Wie glaubwürdig ist ein „unabhängiger“ Kandidat, der nicht erklärt, ob er seine Parteiämter, den Vorsitz des CDU-Ortsverbandes Spaichingen und den Vorsitz der Kreis-CDU, im Falle seiner Wahl niederlegt?
* Wie glaubwürdig ist ein „unabhängiger“ Kandidat, der sein Wahlkampfbüro in einem alten Gebäude hat, das einem ehemaligen CDU-Abgeordneten gehört? Ein „unabhängiger“ Kandidat, der just auch im finanziellen Interesse gerade dieses Gebäude-Eigentümers im Gemeinderat den Beschluß einer Abrißprämie i.H.v. € 40.000,00 beantragt hat?
* Wie glaubwürdig ist ein „unabhängiger“ Kandidat, der auf Betreiben eines ehemaligen CDU-Stadtrates mit seiner Fraktion den Erlaß eines Bebauungsplanes im Bereich der oberen Dreifaltigkeitsbergstraße verlangte, einen Bebauungsplan, der einen dort geplanten Neubau verhindern sollte um den Wert der vorhandenen Grundstücke nicht zu schmälern?
* Wie glaubwürdig ist ein „unabhängiger“ Kandidat, der erklärt, den Wahlkampf aus eigenen Mitteln bestreiten zu wollen, gleichzeitig aber zu Spenden aufruft?
Spendenaufrufe sind an sich unproblematisch. Es muss die Wahlbürger aber schon interessieren, wer den Kandidaten finanziell unterstützt. Nur so können sie sichergehen, dass im Falle einer Wahl von den Spendern keine Gegenleistungen eingefordert werden. Dies könnte gewährleistet werden durch eine freiwillige Offenlegung der Spenden, und zwar vor der Wahl.
* Wie ehrlich ist ein „unabhängiger“ Kandidat, der wenige Wochen vor der Erklärung seiner eigenen Kandidatur im Gemeinderat bei dem Beschluß über den Wahltag die Frage nach seiner Kandidatur verneint hat, weil er sonst befangen gewesen wäre, obwohl er zu diesem Zeitpunkt CDU-intern schon sein Interesse an der Kandidatur erklärt hatte?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.