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Hauptsache gesund?

Die Bevölkerung wird in Geimpfte, Ungeimpfte und Genesene eingeteilt

Von DR. GERD REUTHER

Es scheint unverändert zu gelten, dass körperliches Wohlergehen die Voraussetzung für Glück und Zufriedenheit ist. Gerade jetzt, wo „Gesundheitsschutz“ über allem steht und Staatsverschuldungen in unbegrenzter Höhe rechtfertigt. Aber wo bleiben gesunde Menschen, wenn es in der verstörenden Diskussion um die Wiederherstellung bisheriger Grundrechte geht? Die Bevölkerung wird in Geimpfte, Ungeimpfte und Genesene eingeteilt. Haben Gesunde ausgedient?

Aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war Gesundheit schon immer ein Minderheitenprogramm. Noch in den Zeiten bevor die Pharmaindustrie und deren Lobbyisten bei der obersten Gesundheitsbehörde das Ruder übernahmen, wurde nur etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung das Attribut „gesund“ zugestanden. Der damit einhergehende „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens“ galt aber noch als erklärtes Ziel der Organisation.

Seit über einer Dekade hat sich dies still und heimlich geändert. Nicht mehr Gesundheit möglichst vieler Menschen ist die Zielsetzung, sondern der unbeschränkte Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Als immun gegen einen Krankheitserreger gelten jetzt nur noch Geimpfte, aber nicht mehr Menschen, die die Krankheit durchgemacht haben. Antibiotika und Impfungen statt ausreichend gute Nahrung, sauberes Trinkwasser und saubere Luft sind angesagt. Da die Produkte der pharmazeutischen Industrie und schulmedizinische Dienstleistungen nur selten Gesundheit wiederherstellen und Krankheiten oft chronifizieren, ist die Enteignung von Gesundheit beschlossene Sache.

Gesunde müssen daher auch nicht mehr gesellschaftlich berücksichtigt werden. Ein „Impfausweis“ als Zugang zur Teilhabe am Leben bestätigt die Unterwerfung. Jede Eintragung beurkundet die Bereitschaft als Absatzmarkt für pharmazeutische Produkte zu dienen. Es wird nur wenige Menschen geben, deren natürliche Gesundheit dies übersteht. Schon jetzt versterben jedes Jahr mindestens 70.000 Menschen an Medikamenten. Tendenz steigend. Mindestens jedem dritten „Corona-Toten“ wurde die Intensivmedizin und nicht irgendein Virus zum Verhängnis. Kaum ein älterer Patient übersteht eine Intensivstation. Die wenigen Überlebenden bleiben für den Rest ihrer verkürzten Lebenszeit gezeichnet: geistige Defizite, eingeschränkte Nieren- und Lungenfunktion.

Krankheit ist inzwischen zur statistischen Normalität geworden. Es gibt „asymptomatische“, „präsymptomatische“ und „kontaminierte“ Personen. Die Unterscheidung von krank und gesund war gestern. Gesunde Menschen waren schon länger eine aussterbende Spezies. Jetzt gibt es sie nicht mehr. Entweder ist man nur unzureichend untersucht oder getestet worden oder noch nicht krank oder wieder genesen. Wenn nicht manifest krank, dann ist jeder Mensch ein potentiell Kranker.

Weltsicht der Pharmaindustrie ist zum gesellschaftlichen Narrativ geworden
Skrupellos werden von Ärzten positiv getestete Menschen mit „Infizierten“ gleichgesetzt. Eine Medizindiktatur beginnt, verpflichtende diagnostische Untersuchungen, Impfungen und Behandlungen bei Bedarf mit Zwangsinternierung vorzubereiten. Der Konsum medizinischer Produkte und Dienstleistungen wird an die Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit zur Berufsausübung gekoppelt. Gesunde sind in der Rubrik „Getestete“ verschwunden, die als Verdachtsfälle einer ständigen Überprüfung von Körperdaten und Screening bedürfen. „Genesene“ werden mit der Ablauffrist von sechs Monaten gerade abgeschafft.

Nicht die Heilung ist das Ziel, sondern die Durchführung medizinischer Dienstleistungen. Spätestens mit dem Jahr 2020 war die 150jährige Phase, in der naturwissenschaftliches Denken in die Medizin Einzug gehalten hatte, vorerst zu Ende. Evidenzbasiertes Wissen wird durch wissenschaftlich inszenierte Unwahrheiten ersetzt. Mit Gentechnik und monoklonalen Antikörpern bläst der medizinisch-industrielle Komplex im 21. Jahrhundert zum Angriff auf die natürliche Gesundheit und Selbstheilung.

<<<Dr. med. Gerd Reuther ist Facharzt für Radiologie und Publizist. Wechselwirkungen zwischen Medizin und Gesellschaft sind seit seinem Rückzug aus dem Arztberuf zu seinem Hauptthema geworden. Die kritische Analyse unseres Gesundheitssystems „Der betrogene Patient“ war 2017 ein Spiegel-Bestseller und gilt seither als Referenzwerk für die Medizinkritik. 2018 erschien „Die Kunst, möglichst lange zu leben“ und 2021 eine kritische Geschichte der europäischen Medizin unter dem Titel „Heilung Nebensache“. Interviews mit ihm wurden im Internet millionenfach aufgerufen.
(pi-news.net)

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