Springe zum Inhalt

Hilfe für Afrika?

Für nur 12,90 Euro:   Volker Seitz  schreibt, wie's gehen muss

(tutut) - Ob die Kanzlerin ab und zu was  liest? "Nicht hilfreich" nennt sie schon mal ein Buch, das sie gar nicht gelesen hat. Jetzt, da sie wieder mal in Afrika war und beglückende Empfänge erleben durfte, machte sie wie auch ihr Entwicklungsminister nicht den Eindruck, als wollten sie Lehren aus dem Scheitern jahrzehnelanger und billionenteurer sogenannter Entwicklungshilfe lernen. An der Bedienungsanleitung zur Unterbringung von in Deutschland erarbeiteter Milliarden Euros in Afrika wollen sie nichts ändern. Und damit werden sie Afrika wirklich nicht helfen. Dabei wäre ab und an es  hilfreich, wenn Regierungsmitglieder, die den Menschen in Afrika Hife zur Selbsthilfe leisten und sich nicht nur schöne Reisen gönnen wollen weit entfernt von den Völkern Afrikas und viel zu nahe deren Geldversickerungen, den Seitz nicht nur lesen, sondern auch beherzigen würden.  Volker Seitz, den Afrika-Seitz müsste man ihn nennen, war für Deutschland von 1965 bis 2008 im diplomatischen Dienst unterwegs, davon 17 Jahre allein in Afrika, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde, Kamerun.

Volker Seitz gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe, hält Vorträge, publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika, auch in der Neuen Bürger-Zeitung und im Grüselhorn. Er ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert oder wie man Afrika wirklich helfen kann". Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe mit einem Vorwort von Robert Neudeck und Asfa-Wossen Asserate (neu) ist soeben in der dtv Verlagsgesellschaft erschienen, 288 Seiten, 12,90 Euro. Angesichts der Billionen, die nach Afrika aus aller entwickelten Welt fließen, sind 12,90 Euro eine angemessene wirkliche Hilfe für einen Kontinent mit 1,2 Milliarden Menschen, welcher größer ist als die USA, China, Indien, Japan und Europa zusammen. Und sowas soll Deutschland retten?

Wer das will, muss erst einmal den Seitz lesen. Denn der Kenner Afrikas kennt die Risiken und Nebenwirkungen aller gutmeinenden Entwicklungshilfe. Robert Neudeck sieht Seitz auf dem richtigen Weg, wenn er mit diesem Buch dem Fluss des Geldes nach Afrika folgt, mit einem Buch, das, wie Asfa-Wossen Asserate ("Ich bin überzeugt: Ein Afrika ohne Hunger ist heute möglich".) schreibt, zu den "Klassikern unter den Sachbüchern über Afrika aufgestiegen ist". Mit Aktualisierung und Ergänzungen ist das Buch zu einem Entwicklungshilfe-Lexikon für Afrika geworden, an dem niemand vorbeikommt, der meint, Afrika helfen zu wollen. Vorher lesen und dann denken, muss das Motto lauten. Sachbuch heißt in diesem Fall nicht Fachchinesisch. Das Buch ist gut lesbar nd eignet sich auch für den Schulunterricht, denn Kinder und Jugendliche werden oft schon eingespannt in allerlei "Hilfen" für Afrika, sei es für Private, für Kirchen oder NGO. Wissen kann dabei nicht schaden.

Volker Seitz weiß, worüber er schreibt. Er plädiert für eine andere Entwicklungspolitik und sagt: "Es geht mir einzig und allein darum, wir wir unsere guten Absichten, an denen wir ja festhalten, effektiver umsetzen können. In jedem Fall, davon bin ich überzeugt, brauchen wir dafür eher weniger als mehr Geld".

Zum Schluss noch einmal Asfa-Wossen Asserate über dieses Buch, eine bessere Empfehlung ist kaum denkbar: "Für mich sind es auch die Menschlichkeit und Empathie für die Menschen in Afrika, die in diesem Buch von Volker Seitz auf jeder Seite hindurchschimmern und es darum so wertvoll machen. Es sollte Pflichtlektüre sein, für alle, die um das Wohlergehen Afrikas und seiner Menschen ringen, für Politiker und Wirtschaftsführer genauso wie für Wissenschaftler und generell für alle, die an Afrika Interesse haben". Asfa-Wossen Asserate  ist ein äthiopisch-deutscher Unternehmensberater, Bestsellerautor und politischer Analyst und Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie.                                                                      Jochen Kastilan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.