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In Spaichingen werden Millionen verbuddelt

Eine zweifelhafte weitere Ampel und Bachgewölbe-Austausch im Bau

Marode sieht das bisherige Gewölbe der Prim nicht aus.

(tutut). Wenn alles fertig ist, wird es kaum jemand glauben, dass in monatelanger Arbeit in der Spaichinger Hauptstraße rund 2,15 Millionen Euro verbuddelt worden sind. Denn das Geld fließt vorwiegend in den Untergrund. Für eine zweifelhafte Ampelanlage an der Einmündung der Dreifaltigkeitsbergstraße und für den Austausch des Gewölbes eines Baches, der Prim.
Ein bisschen hat so ein Projekt auch mit dem Fluch der scheinbar guten Tat zu tun, mit dem Zuschusswesen. Denn dieses Finanzierungssystem ist vergleichbar mit der Anfütterung zu einer Sucht: Erst gibt's die Droge Zuschuss, und dann kommt niemand mehr davon los, egal was es kostet, und macht es auch das Mehrfache aus. Dass die Rechnung stets der Steuerzahler begleicht, egal ob von Bund, Land oder EU das Geld kommt, wird dabei nie bedacht.
In Spaichingen ist mit diesem Projekt eine monatelange Verkehrsbehinderung auf der B 14 verbunden, die Ruhe, welche die vielbefahrene Straße dadurch genießt, kommt für die Geschäfte eher einer Friedhofsruhe gleich. Mit den grundsätzlichen Fragen, nämlich denen nach dem Geld und nach der Notwendigkeit der ganzen Anstrengung, hat sich die Bevölkerung gar nicht auseinandergesetzt, geschweige die Geldverteiler. Für die geht es in solchen Fällen stets nach Normen und Planwrtschaft.
Denn eine weitere Ampel kann nur eine zusätzliche Stehfalle für die B 14 bedeuten, und ob für Spaichingen eine Flutkatastrophe bevorsteht und deshalb der Bach ein neues Bett braucht, das steht nicht einmal in den Sternen.

Dies ist das Loch des Anstoßes: Hier wird eine Menge Geld für eine überflüssige Ampelanlage verbuddelt, damit, wohl dem CDU-Wunsch gemäß die bisher schon den Verkehr bremsenden Ampeln an der Einmündung der Dreifaltigkeitsbergstraße Nachwuchs bekommen. Diesem Knotenpunkt weichen Einheimische aber bereits heute schon über andere Straßen aus..
Immerhin, der Preis ist heiß: Gesamtbaukosten ca. 2,15 Millionen Euro, Primgewölbe ca. 1,03 Millionen, Kostenanteil Bund 68,27 Prozent, Stadt 31,37 Prozent, zum städtischen Anteil ca. 50 Prozent Zuschuss, vom Straßenbau trägt der Bund 100 Prozent, von der Ampel ebenfalls 100 Prozent, die Umgestaltung der Seitenbereiche mit Gewegen tägt die Stadt, /Gehwege Kosten 100 % Stadt. Weiter geht's in der Rechnung für den Steuerzahler: "Kostenerstattung Bund für Ausführungsqualität bituminös, Erneuerung Mischwasserkanal B 14 Kostentragung
Stadt 100 Prozent, Zuschuss Bund ca. 50 Prozent, Erneuerung Oberflächenwasserkanal Dreifaltigkeitsbergstraße 100 Prozent Stadt". Bei all dieser Hin- und Herrechnung stellt sich die Frage, ob die Stadt dabei nicht sogar noch etwas rausbekommt? Wohl eher nicht. Vielleicht macht ja auch noch der Winter einen Strich durch diese Rechnung.