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Kein ärztlicher Bereitschaftdienst mehr im Raum Spaichingen-Heuberg?

Sparen wohl nicht alleiniger Grund für die KV
(tutut). Einen trifft's immer, wenn gespart wird, um diesen stets falsch verwendeten Begriff zu nehmen. Denn wenn heute von Sparen die Rede ist, wird nicht irgendwo etwas zurückgelegt, sondern es wird weniger ausgegeben. Dies dürfte aber nicht der alleinige Grund sein, weshalb die verantwortliche Kassenärztliche Vereinigung offenbar vorhat, den ärztlichen Bereitschaftdienst an Wochenenden und Feiertagen im Raum Spaichingen-Heuberg abzuschaffen. Das Durchschnittsalter der Ärzte auf demLand hat zugenommen, ihre Zahl ab. Außerdem sind immer mehr Frauenin diesem Beruf tätig. Alles schlechte Voraussetzungen für einen strapazösen Bereitschaftsdienst.
Deshalb ist es falsch, gleich wie ein Wolf den Mond anzuheulen, nur weil er da ist. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, muss seinen Verstand einschalten. Weniger Bereitschaftsdienst im Raum Spaichingen muss nicht gleich den Notfall für die Region bedeuten. Die Kassenärztliche Vereinigung hat zum Beispiel festgestellt,dass dass immer weniger Menschendiesen Dienst in Anspruch nehmen, weil sie gleich selbst die nächste Klinik aufsuchen. Im Fall des Falles, ist der Ruf nach Notarzt und Krankentransport wohl auch der bessere Weg.
Deshalb muss die ländliche Welt im nördlichenKreis Tuttlingen nicht untergehen, wenn einsolcher Bereitschasftdienst nur noch im Raum Tuttlingen angeboten wird. Wer mal die Bereitschaft eines Facharztes an einem Wochenende oder Feoertag in Anspruch genommen hat, wird wissen, dass da schon längst zum Teil weite und umständliche Wege üblich sind.
Dass Ärzte selbst unterschiedlicher Meinung sind, wenn es um den Bereitschaftsdienst geht, ist verständlich. Denn wer macht schon gerne einen solchen Einsatz rund um die Uhr, selbst wenn es in einer größeren Stadt ist?
Wenn die KV tatsächlich vorhat, den ärztlichen Bereitschaftsdienst im Raum Spaichingen-Heuberg abzuschaffen, gilt es, vor Ort pragmatisch darauf zu reagieren und die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Im Mediz8nsatudium sind zwei Drittel der Erstsemester heute Frauen, über die Hälfte der Ärzteüber 35 sind ebenfalls weiblich. Darauf muss auch in einem Landkreis wie den hiesigen reagiert werden. Festzuhalten an dem, was mal früher war, und Geschrei zu machen des Geschreis wegen, führt zu nichts.
Wer sich der Zukunft in der medizinischen Versorgung zuwenden will, muss sich in der Schweiz oder in Skandinavien umsehen. Alte Strukturen sind nicht mehr zu halten. Die Götter in Weiß haben abgedankt. Viele von ihnen wissen es nur noch nicht.