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Krasser Unterschied zwischen West und Ost

AfD: Keine Katastrophe, aber ein Dämpfer

Von ROBERT ANDERS

Das Gesamtergebnis der AfD bei der EU-Wahl ist ohne Zweifel enttäuschend. Aber elf Prozent bei stark gestiegener Wahlbeteiligung, der hochprofessionell inszenierten Klimahysterie zugunsten der grünen Globalisten und unter dem frischen Eindruck der Strache-Affäre sind auch keine Katastrophe für die Partei. Sie sind allerdings ein ernst zu nehmender Dämpfer. Das gilt insbesondere für all jene, die immer noch glauben, Deutschland ließe sich allein mit Wahlerfolgen und parlamentarischem Fleiß retten.

Es sind allerdings ausschließlich die westlichen Landesverbände der Partei, die sich selbstkritisch mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob sie nach den vielen Erfolgen der Vergangenheit nicht allzu sehr darauf vertraut haben, im Defensivmodus zu neuen Siegen zu gelangen. Denn in den fünf östlichen Bundesländern hat sich bei der EU-Wahl die AfD überall als Volkspartei erwiesen, in Sachsen und Brandenburg sogar als stärkste Kraft, in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern als zweitstärkste Partei.

Ohne die hohen Zuwächse im Osten hätte die AfD nur einstellig abgeschnitten.Das wird und muss auch innerparteilich Konsequenzen haben. Zwar ist es in den längst nicht mehr neuen Bundesländern sehr viel einfacher und weniger gefährlich als im Westen, den politischen Kampf auch auf der Straße zu führen. Und die dortigen Deutschen sind realistischer eingestellt als ihre von der einen Illusion zur nächsten Hysterie hüpfenden Landsleute in der alten BRD. Doch die Westverbände der AfD müssen kreativere und offensivere Formen der politischen Aktion finden, um die Wähler auf die Partei aufmerksam zu machen.

Eine Schwachstelle des EU-Wahlkampfs der AfD war die fehlende klare Position zur Zukunft der EU. Der Eindruck vieler Wähler war: Die Partei ist ziemlich kritisch gegenüber der jetzigen EU, aber gefährden will sie Brüssel und Straßburg auch nicht, sondern dort nur mehr vertreten sein.

Immerhin: Das ist sie jetzt. Ob es etwas hilft, ist eine ganz andere Sache. Die AfD hat nach dieser Wahl ganz andere Sorgen. Denn die Kluft zwischen West und Ost, zwischen defensiver und offensiver Politik, ist gefährlich groß geworden.
(pi-news.net)

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