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Langfristig abzufangen

Russland: Wirtschaftssanktionen wirken weniger als gedacht

Von MANFRED ROUHS

Manch braver Deutsche bangt um die Energieversorgung im kommenden Winter. Die Bundesnetzagentur hat klargestellt, wem notfalls zuerst der Hahn abgedreht wird und wem zum Schluss. Demnach gehen Freizeiteinrichtungen als erste vom Netz, wogegen die Privathaushalte ähnlich privilegiert sein sollen wie Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr.

Rezessions- und Inflationsängste sind in Deutschland offenbar wohlbegründet. Offiziell liegt die Geldentwertung aktuell bei rund sieben Prozent, gefühlt nach dem Einkaufen bei mir und bei jedem, den ich kenne, deutlich darüber.

Auch in Russland herrscht Rezession, aber nicht so stark wie gedacht. Krieg und westliche Sanktionen belasten zwar die wirtschaftliche Entwicklung, ein von der Agentur JP Morgan zunächst prognostizierter wirtschaftlicher Einbruch im Bereich von 35 Prozent hat sich aber als realitätsfern herausgestellt. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird auf Jahressicht unter zehn Prozent liegen, berichtet der „Business Insider“ unter Berufung auf eine aktualisierte Einschätzung von JP Morgan.

Dem Bericht zufolge kann Russland die Sanktionen langfristig abfangen. JP Morgan schreibt dazu: „Das BIP-Profil scheint daher immer wahrscheinlicher mit einer langwierigen, aber nicht sehr starken Rezession übereinzustimmen.“

Russland bezieht wesentliche Teile seiner Einkünfte aus dem Verkauf von Rohstoffen. Falls ihm die der Westen nicht mehr abnimmt, verkaufen die Russen sie stattdessen einfach an Indien und China.
(pi-news.net)

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