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Lebhafte Diskussion bei der FDP über Hauptstraßen-Bebauungsplan

Spaichinger Stadtbauamt schlägt Aufteilung in  vier Zonen vor

(tutut). Die Diskussionsveranstaltung der Spaichinger FDP über die zukünftige Bebauung der Hauptstraße kam schon einer Anhörung gleich. Denn es ging im "Kreuz" gleich fachlich zur Sache. Stadtbaumeisterin Petra Schmidtmann-Deniz und der Leiter der Hochbauverwaltung, Hans-Jürgen Mehlhorn, stellten erste Überlegungen für einen Bebauungsplan Hauptstraße vor. Ihr Vorschlag ist, eine Aufteilung in vier Zonen vorzunehmen, die charakteristisch und prägend seien. Dies fiel auf zustimmende Resonanz.Berthold Gulden favorisierte aus Sicht eines großen einheimischen Bauträgers eine Gestaltungssatzung statt eines Bebauungsplan für die rund 2,5 Kilometer lange Haupstraße/B 14. Die Stadträte Oliver Hirt und Leo Grimm (MdL) machten deutlich, dass der Gemeinderatsauftrag zur Erarbeitung eines Bebauungsplans Hauptstraße zukünftig die Möglichkeit schaffen könnte, auf die dominierende Bebauung entlang dieser wichtigsten Verkehrsader der Stadt, der entlang Spaichingen mal als Straßendorf sich entwickelt hat, Rücksicht zu nehmen. Dies würde bedeuten, dass Satteldächern Vorrang erhielten gegenüber Flachdächern.

Anhand von Fotos der Hauptstraße (im Hintergrund FDP-Stadtrat Oliver Hirt) wurde auf markante Objekte hingewiesen.
Regelungswut wurde im Verlauf der Diskussion nicht das Wort geredet. Sowohl von Verwaltungsseite wie auch von der Versammlung wurde von einem anzustrebenden "schlanken Bebauungsplan" gesprochen. Wichtig sei,so Grimm und Hirt, einen gewissen Rahmen vorzugeben. Anhand von Fotos erläuterten sie die Bebauung der Straße zwischen dem eher dörflich anmutenden Stadtteil Hofen und dem städtischer wirkenden Bereich in Richtung Zentrum und Tuttlingen.

Auch Stadtrat Leo Grimm (MdL) diskutierte mit den Vertretern der Verwaltung, Hans-Jürgen Mehlhorn und Petra Schmidtmann-Deniz (von rechts).
Dabei wurde auf aus Sicht der Kommunapolitiker gelungene Bebauung und auf zumindest diskussionswürdige einzelne Objekte hingewiesen, welche architektonisch weniger zu der in Jahrhunderten entstandenen Stilrichtung passten. Dass der Zeitgeist mit baue, so Gulden, sollte nicht übersehen werden. Das neue Zentrumsensemble mit Marktplatz, eine dem Zeitgeist verschriebene Betonarchitektur mit Flachdächern unter dem damaligen Bürgermeister Erwin Teufel, seinerzeit mit einem goldenen Bundespreis gekrönt, sei inzwischen natürlich umstritten. So werde es immer sein mit städtebauichen Entwicklungen, meinte er. Gulden vertrat die Ansicht, der Moment für die Aufstellung eines Bebauungsplans sei nicht sehr günstig, denn heutzutage müsse eine Kommune froh sein, wenn überhaupt jemand in Bauten investiere.


So sieht der Entwurf für einen Bau der "Lebenshilfe" an der Hauptstraße aus, was der vorherrschenden Bebauung keineswegs entspricht. 
Von FDP-Seite wurde als jüngster Entwurf einer nicht dem Spaichinger Stil verpflichteten Bebauung in ersten Skizzen das geplante Projekt der "Lebenshilfe" an der Einmündung der Dreifaltigkeitsberstraße in die Hauptstraße gezeigt. Sowohl die Architektur wie auch eine darin geplante Tefgarage fanden wenig Anklang in der Versammlung.

Erste Teilskizze des Stadtbauamtes für einen Entwurf des Geltungsbereiches eines Hauptstraßen-Bebauungsplans (hier im Zentrum zwischen Andreas-Hofer-Straße, unten, und  Vorgasse).
Momentan gilt in der Hauptstraße eine vom Gemeinderat verhängte zwei Jahre dauernde Veränderungssperre, welche in Einzelfällen Ausnahmen gestattet durch Gemeinderatsbeschuss. Diese Veränderungssperre mache nur Sinn im Hinblick auf einen zu erarbeitenden Bebauungsplan, dessen Aufgabe es sei,Planungssicherheit zu schaffen. Die Verwaltung rechnet damit,einen Entwurf im Frühjahr vorlegen zu können.
Die Baufachleute aus dem Rathaus erläuterten die heutige Situation,nach der in der Hauptstraße nach Paragraph 34 der Bauordnung verfahren werde, was an die Umgebung angepasste Bebauung vorsieht. Was dies jeweils bedeute, darüber könne stets gestritten werden. Rechtlich gebe diese Regelung wenig Handhabe, Flachdächer zu verhindern, wenn der Bauherr auch solche Dächer irgendwo in der Umgebung verweise. Ein "schlanker Bebauungsplan" könnte Baugrenzen bzw. Baulinien vorschreiben, ebenso Dachformen und Höhen. Ihre vier Zonen-Aufteilung sollte den Ortsteil Hofen bis zur dortigen Kirche betreffen, danach den Straßenteil bis zum "Kreuz", anschließend den Aschnitt bis zur Stadtpfarrkirche ("Mehlhorn: "Der städtischte Teil Spaichingens".) und als vierte Zone die Hauptstraße bis zum Stadtausgang.
Einmütigkeit herrschte darüber dass der Gemeinderat Herr des Verfahrens sein sollte über die Bebauung der Hauptstraße. Diese Disskussion,so Hirt,  sei in den letzten 4o Jahren leider nie geführt worden. Grimm wertete diese Veranstaltung als wichtigen Anstoß zur Thematisierung der Hauptstraßenbebaung. Was letztlich dabei herauskommen, wohin  die Bevölkerung tendiere, werde sich zeigen. Eine Harmonisierung in der Haupstraßenbebauung sei wünschenswert, nicht zuletzt auch im Interesse jedes Bauherrn, damit dieser sich in etwa ausrechnen könne, was eventuell in seiner Nachbarschaft sich entwickele.