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Leselust?

Boris Palmer: "Erst die Fakten, dann die Moral"

Boris Palmer – grüner Oberbürgermeister mit beachtlichen Wahlerfolgen. Boris Palmer – eine Hassfigur für die meisten Grünen. Schizophren wirkt das auf Sie? Nun: Es ist die Realität, und die ist eben nicht immer logisch. Wobei, logisch ist das irgendwie schon: Palmer ist beliebt „beim Volk“, das ihn wählt. Und unbeliebt bei den Grünen, die die Gründe des Wahl-Volkes ablehnen.

Wieso das so ist? Das kann man endlich selbst prüfen, ohne dafür eigens in Tübingen oder in Baden-Württemberg zu leben. Denn Palmer hat eine Streitschrift vorgelegt, die es in sich hat: „Erst die Fakten, dann die Moral“. Das passt den Grünen ganz und gar nicht, das passt den meisten Journalisten nicht (die wiederum ja meistens Grüne sind!).

Palmer legt dar, „warum Politik mit der Wirklichkeit beginnen muss“ und bietet einen im guten Sinne konservativen Grundkurs für alle politisch Interessierten. Manches weiß man – so offen sollte man bei einer Buchbesprechung schon sein – bereits selbst. Als freiheitlich fühlender Mensch jedenfalls. Aber vieles weiß man eben nicht in dieser Präzision, in dieser Klarheit und Deutlichkeit.

Denn es ist eine Deutlichkeit, die überrascht. Ob die Mythen um bezahlbares Wohnen (Stichwort Enteignung!) oder Luftsauberkeit in Ballungsräumen (Stichwort SUV-Feindschaft!). Ob Energiewende (E-Autos!) oder Sicherheitspolitik (Wir leben sicher!). Ob Gewalt („toxische“ Männlichkeit!) oder Stuttgart 21 (Bauboom!). Palmer bearbeitet alle diese Themen so kundig wie klug. Das hat hohen Unterhaltungswert und ist dabei durch die Bank lehrreich. Eine schöne und leider seltene Kombination für ein Buch!

Spannend ist auch ein Kapitel über die „Klimareligion“. Man reibt sich spätestens da die strahlenden Augen und fragt sich: Mensch, wie kann dieser Mensch eigentlich noch guten Gewissens bei den Grünen mittun? Wie kann dieser begabte Politiker und Denker all den Wahnsinn noch mittragen?

Ohne Zweifel: Boris Palmer ist der Thilo Sarrazin der Grünenpartei. Man sollte zwei Dinge tun: Das Buch lesen. Und Leuten wie Palmer mitteilen: Wenn ihr wirklich das, was ihr kritisch seht, verändern wollt – dann verlasst die Altparteien. Stärkt die Opposition! Bücher sind der starke Auftakt.
(pi-news.net)

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