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Leselust?

Grundlagenwerk von Benedikt Kaiser:  "Solidarischer Patriotismus" – eine Antwort auf die Krise?

Deutlich wird im Buch "Solidarischer Patriotismus", was dem Autor Benedikt Kaiser vorschwebt: Eine moderne soziale Marktwirtschaft, eine solidarische Leistungsgemeinschaft des Mittelstandes und der kleinen Leute.

Wenn die deutsche Wirtschaft im Zuge einer „zweiten Corona-Welle“ erneut zum Stillstand gezwungen wird, werden zigtausende kleinere Betriebe und Unternehmen, Hotels und Restaurants, Projekte und Geschäfte zugrunde gehen.

Wie verfährt die Politik, wie verfahren die Deutschen damit? Selbst in der AfD, die eigentlich eine Alternative anbieten sollte, ist der Kurs längst nicht klar. Dabei führt an Leistung und Solidarität kein Weg vorbei. Leistungsbereitschaft in schwerer Zeit trifft auf Solidarität mit unseren Leuten! Wer gehört zu uns? Und wie sind wir solidarisch?

Die Debatte enthält neue, substanzielle Nahrung. Denn mit Benedikt Kaiser legt ein junger Autor aus dem Kubitschek-Umfeld ein Grundlagenwerk vor. „Solidarischer Patriotismus“ bearbeitet die „soziale Frage von rechts“.

Solidarischer Patriotismus – Björn Höcke verwendet diese Begriffskombination gern. Was ist damit gemeint? Die einen sehen darin ein tolles Konzept, die Zukunft auf Fragen nach Migration, Sozialstaat, Rente, Mieten und Armut, ein Konzept für eine Gemeinschaft, die noch Gemeinschaft sein möchte. Die anderen sehen darin einen Linksruck, den es zu vermeiden gelte für Markt und persönliche Freiheiten, für die Gesellschaft, gegen einen übergriffigen Staat, für das aus seinen Bindungen befreite Individuum.

Doch was macht diesen Solidarischen Patriotismus wirklich aus? Ist er Ideologie? Ist er links, ist er rechts, ist er marktwirtschaftlich oder nicht, will er „mehr Staat“ oder „weniger“, will er mehr Umverteilung oder angemessen? Viele Fragen an das neue Buch.

Die gute Nachricht vorab: All diese und viele weitere Fragen werden leicht verständlich und übersichtlich beantwortet. Kaiser steigt mit einer Art „FAQ“ an: Er stellt Begriffe und Inhalte gegenüber und klärt grundsätzliche Fragen und Inhalte gleich vorab. Das ist extrem wichtig: Oft nämlich sind Diskussionen schwer, wenn die Gesprächspartner Begriffe anders verwenden. Das kann hier nicht passieren. Ob man Kaiser in allem zustimmt oder nicht – man weiß jedenfalls, was er will und was er nicht will. Eindeutigkeit, die man in sonstigen Fach- und Sachbüchern von Geschwätzwissenschaftlern stets vermisst.

Die zweite Nachricht ebenfalls vorab: Kaisers „Solidarischer Patriotismus“ ist weder Kapitalismus noch Sozialismus, sondern sucht Alternativen zu dieser Schwarz-Weiß-Weltsicht. Deutlich wird im Buch, was ihm vorschwebt: Eine moderne soziale Marktwirtschaft, eine solidarische Leistungsgemeinschaft des Mittelstandes und der kleinen Leute.

Der Weg, den er wählt, ist beachtlich: Nach dem Frage-Antwort-Einstieg geht es um die soziale Frage in ihrer Vielschichtigkeit. Ein historischer Überblick von Bismarck bis Hartz IV zeigt auf, was die deutsche Geschichte des Sozialstaats ausmacht und für was man uns – trotz Merkel – weltweit beneidet. Er zeigt aber auch, wie die Lage heute ist und benennt anschaulich viele Mängel.

Ein weiterer Schritt ist sein Ausblick. Kaiser skizziert, was kommen wird und wogegen man ansteuern muss. Und für wen: Denn Kaiser geht es um die ausgepresste Mittelschicht. Diese muss entlastet werden, sonst wird es bald drunter und drüber gehen.

Der Solidarische Patriotismus, so viel ist nach Lektüre des Buches klar, ist vielleicht nicht „die“ alleinige Zukunft, aber er wird bedeutende Diskussionen anstoßen, wie „die“ Zukunft aussehen muss. Denn viele der Fragen und Antworten, die Kaiser stellt und gibt, werden zu oft vernachlässigt.

Das Buch schließt Lücken und legt vor allem eines dar: eine Alternative für Deutschland. Ein Deutschland des Wohlstandes, der Gemeinschaft, der seit 2015 verlorenen Normalität.

» Benedikt Kaiser: „Solidarischer Patriotismus - Die soziale Frage von rechts “.
Verlag Antaios, Klappenbroschur, 296 Seiten, 18,00 €

(pi-news.net)

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