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Libysche Küstenwache passt auf

„Ärzte ohne Grenzen“ gehen leer aus

Von MANFRED ROUHS

Ihnen fehlt das Seemannsglück, den „Ärzten ohne Grenzen“. Schuld ist, wie einige Aktivisten der umstrittenen Organisation in verschiedenen sozialen Netzwerken anprangern, die libysche Küstenwache. Die sabotiert angeblich Versuche der Organisation, Flüchtlinge aus Afrika vor der Küste des Landes aufzunehmen, um sie nach Europa zu verschiffen.

Zu diesem von den „Ärzten“, ihren Helfern und Spendern als edelmütig und gut empfundenen Zweck des Asylbewerbertransfers hatte die Organisation für die Dauer von neun Monaten die norwegische "Geo Barents" gechartert. Die Kosten der Aktion sollen dem Vernehmen nach solide siebenstellig sein. Mehr als 300 Plätze stehen nun an Bord für die Aufnahme von Asylsuchenden bereit, aber sie füllen sich nicht.

Denn wie von Geisterhand geführt fangen Schiffe der staatlichen Küstenwache jene Schlauchboote ab, auf denen dynamische junge Männer aus Afrika von Libyen aus die "Geo Barents" zu erreichen versuchen. Die italienische Journalistin Francesca Totolo teilt auf Twitter mit, es seien insgesamt bereits 557 Afrikaner abgefangen und nach Libyen zurückgebracht worden. Und sie veröffentlicht dazu eine nautische Karte, die die Irrfahrt der "Geo Barents" nachvollziehbar macht, die offenbar hektisch vor der Küste hin und her navigiert, aber nicht zum Zuge kommt.

Des Rätsels Lösung könnten Drohnen der libyschen Küstenwache sein, die die "Geo Barents" offenbar nicht unbeobachtet lassen und kleine, schnelle, wendige Schiffe der Küstenwache schon auf große Distanz zu jedem Schlauchboot lotsen, das sich in Richtung des 77 Meter langen, 21 Meter breiten, relativ langsamen und deshalb – anders als die kleinen Schlauchboote der Schleuser – nicht zu verbergenden dicken Potts der „Ärzte ohne Grenzen“ auf den Seeweg machen.

So wird das nichts mit der „Seenotrettung“. Bislang hat die "Geo Barents" noch keine einzige Ladung Asylsuchender nach Italien bringen können.
(pi-news.net)

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