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Lokales Satireblatt?

Wenn ein Volker Kauder im Sommerloch Wahlkampf macht

Tanzt er einen Sommer im Gewerbemuseum? Kauder im Bananenröckchen von Peter Lenk?
(tutut). Politik im Spaichinger Gewerbemuseum? Oh, nein! Politiker im Gewerbemuseum? Oh, ja! Diese Botschaft versucht das Lokalblatt den Lesern zu verkünden. Auf der einen Seite ein Volker Kauder, "Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag und rangiert in der politischen Hierarchie gleich hinter Bundeskanzlerin Merkel" (Schwäbische Zeitung), auf der anderen Seite, wenn es nicht nach CDU-Selbstbedienungsanleitung läuft, ein CDU-Bürgermeister Hans (Dampf) Georg Schuhmacher als Störenfried.
Was das Lokalblatt als "Realsatire" verkaufen will, ist nüchterne Realität und hat wenig mit dem zu tun,  was eine Redakteurin offenbar wie mit einem Originalton CDU den Lesern als diplomatische Verwicklung verklickern will. Hält sie es für richtig, dass Volker Kauder als örtlicher Bundestagsabgeordneter ausgerechnet in öffentlichen Einrichtungen im Sommerrloch Wahlkampf machen muss? Glaub sie denn wirklich, dass Politiker aus privatem Interesse sich in Einrichtungen präsentieren, die sie seit Jahrzehnten kennen bzw. kennengelernt haben müssen? Will ene Redakteurin den Leser weis machen, dass Politiker in der Gegend herumrennen würden, wenn ein Lokalblatt darüber nicht berichten würde? Um Text und Bild geht es doch, und sonst um gar nichts.
Oder gibt es wirklich Journalisten, die so naiv sind, die anderes glauben oderob sie nicht eher aus irgendwelcher Parteiraison sich verpflichtet fühlen, eine Nullnachricht verkünden zu müssen? Wahrscheinich geht es auch nur darum, Papier zu  Altpapier werden zu lassen.
Warum geht niemand davon aus, dass ein Volker Kauder wahnsinniges Interesse an diesem Spaichinger Gewerbemuseum hat? Vielleicht sucht er darin auch schon einen Platz? Es hat  am Sonntag drei Stunden geöffnet, sicherlich wäre auch eine Sonderführung möglich gewesen, um seinen Wissensdrang zu stillen. Das Lokalblatt scheint er vermutlich nicht zu lesen, sonst müsste er ja wissen, was das Gewerbemuseum ist. Über den Rest des Geschriebenem empfiehlt sich, wie so oft, das Schweigen. "Satire darf alles!" hat Kurt Tucholsky gesagt. Ein lokales Satireblatt auch.
Volker Kauder hätte es doch so einfach gehabt: Warum hat er nicht um die Erlaubnis eines Auftritts im Gewerbemuseum im Bananenröckchen gebeten? So wie ihn der satirische Bildhauer Peter Lenk geschaffen hat?