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Markus Söders Feind ist die Freiheit

Brauchen Freiheitskämpfer eine Impfung?

Von WOLFGANG HÜBNER

Es muss einem echten Corona-Taliban wie Markus Söder in den letzten Tagen arg geschmerzt haben, dass nun auch schon rheinland-pfälzische Provinzärzte mit dumpfem Impf-Faschismus auf sich aufmerksam machen. Schließlich ist er, der Söder, doch der Star auf der deutschen Panikbühne. Da musste dringend ein neuer Söder-Hammer in die Medien. Und was eignet sich dazu besser als ein Staatsbesuch im Impfzentrum, wo sich zu seinem Wohlgefallen die verängstigten Untertanen gehorsam spritzen lassen. Also sprach Nürnbergs derzeit größter Sohn bei dieser Gelegenheit: „Vollständige, unbeschwerte Freiheit gibt es nur mit Impfen. Ohne Impfen keine Freiheit – jedenfalls nicht so in der Form, wie wir es uns vorstellen.“

Diese zwei Sätze beweisen zweierlei: Söder hat weder eine Ahnung noch gar eine Vorstellung, was wirkliche Freiheit ist. Und Söder ist auf jeden Fall ein Feind jener Freiheit, die er nicht versteht und in seinem künftigen Leben auch nicht mehr verstehen wird. Denn selbstverständlich, das gilt auch für Bayern, gibt es weder eine „vollständige“ noch eine „unbeschwerte“ Freiheit.

Freiheit muss nämlich ständig neu begründet, erkämpft und verteidigt werden, insbesondere gegen Figuren wie Söder. Und es mag einen Impfstoff gegen das Virus geben – einen Impfstoff für die Gewährung „vollständiger, unbeschwerter Freiheit“ gibt es aber, außer in Söders schräger Fantasie, weder von Astrazeneca noch von Biontech. Schon Goethe, aber der war Hesse, wusste es besser: „Nur der verdient die Freiheit und das Leben, der täglich sie erobern muss.“

Es ist auch nicht bekannt, dass die Freiheitskämpfer der Vergangenheit einer Impfung bedurft hätten, um aktiv zu werden. Deshalb ist die Formulierung „Ohne Impfen keine Freiheit“ Söderscher Nonsens wie fast alles, was seinem limitierten Geist mit derselben Lautstärke entweicht wie bei anderen Zeitgenossen eine Blähung, die ihren bekannten Ausweg findet. Und welche „Form“ der Freiheit sich der CSU-Politiker vorstellt, ist im Wissen seines längst kenntlich gewordenen Charakterdefizits klar: Söder ganz oben, der Rest unten. Auf diese Konstellation reduziert sich sein Weltbild.

Wer nicht bereit ist, das zu akzeptieren, soll deshalb weder Anrecht auf die große humanitäre Errungenschaft Freiheit haben, von der Söder nichts versteht, deren Todfeind er aber ist – noch soll jemand Anrecht auf die „Freiheit“ haben, die im schlichten konsumkapitalistischen Verständnis des Ministerpräsidenten darin besteht, nur mit Impfausweis nach Malle fliegen, ins Kino gehen oder ein Bordell besuchen zu dürfen.

Um es mit Friedrich Dürrenmatt zu sagen: „Nichts kommt die Menschheit teurer zu stehen als eine billige Freiheit“. Und genau die ist es, die all die Söders mit der Impfung freundlichst „gewähren“ wollen.
(pi-news.net)

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