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Neue Gartenparadiese

Der Trend: immer mehr Steine statt  rasende Mäher

(tutut).  Es gat sich so langsam herumgesprochen: Garten bedeutet Arbeit, Garten macht Arbeit.  Vielleicht hat es mit der veränderten Demografie zu tun, es wird sich wohl ein Experte finden, der herausfindet, was jeder sieht oder spürt, dass Rasenmähen im Alter nicht zu den erstrebenswerten Beschäftigungen zählt. Senioren ziehen neuerdings ja Kinderspielplätze vor, wie ihnen weisgemacht wird.

Der neue Trend allerdings heißt Garten ja, aber ohne Garten. Weg mit all dem Grünzeug. Viel Steine gab's schon immer in schwäbischen Landen, dafür wenig Brot. Am Brot mangelt's inzwischen nicht mehr, eher schon bald an Steinen, wenn die Entwicklung anhält weg von Bio und hin zum Mineral. Ob Ur- oder  Kunstgestein, wo sie sind, wächst kein Gras mehr und auch eine Blume zum sonntäglichen Hinrichten durch den Gartenfreund.

In Schura ist's, zum Beispiel, wo statt eines Vorgartens ein steinernen Mikromeer die Dorfstraße säumt. Da Grün viel Zuspruch, Liebe und Pflege und damit Kosten verlangt, hat sich wohl auch die Stadt Spaichingen besonnen, pflegeleichte Steinbeete auf ihrem Parkplatz hinterm Rathaus anzulegen. Dass es möglicherweise auch anders geht,  reklamiert ein Betrieb in Hochemmingen für sich. Er preist den automatischen Garten an! Dieser zwingt Grün nicht raus, sondern lässt Automaten los, die alles tun, was Gärten, aber  immer weniger Gärtner lieben: arbeiten. Da wird der Mensch überflüssig. Wenn der doch mal gruschteln will,  so vor sich hin, denn Müßiggang ist aller Laster Anfang, wie wird da der automatische Garten reagieren? Ob er dann den Menschen als Unkraut wird verfolgen? Mit rasenden Mähern? Die neuen Gartenparadiese sind da. Ohne Menschlein. Irgendwann gab's da einen Sündenfall.