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Nichts Neues unter der Sonnenblume

Der Spaichinger Bürgermeister hat auch ein Amtsblatt

(tutut) - Er könne veröffentlichen, wo er will, meinte der neue Spaichinger Bürgermeister Markus Hugger (CDU), als der FDP-Fraktionsvorsitzende Leo Grimm  fragte, wie es komme, dass er  Details aus nichtöffentlicher Gemeineratsitzung im Monopolblatt habe auf "Anfrage"  bekanntgemacht. Dem Amtsvorgänger hatte der Gemeinderat noch das Amtsblatt weggenommen. Der Neue hat nun eins, denn Ähnlichkeiten mit einer Tageszeitung scheinen eher zufällig zu sein. Da fand zum Beispiel jüngst am22. Juni eine Gemeinderatssitzung statt. Berichtet wurde darüber am 3. Juli. Vermutlich würde der Chefredakteur dies "Qualitätsjournalismus" nennen.

Das Bekenntnis des Bürgermeisters zum Monopolisten am gestrigen Montagabend  geschah nach Stunden der Abhandlung von allerlei  eher Langweiligem, sieht man von ein paar Millionen Haushaltseinbruch ab, für die ein Nachtragshaushalt fällig wurde, ohne den Grund zu nennen, der Merkel (CDU) heißt und nicht Corona, das aber scheuten derBürgermeister, auch CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag,  und der CDU-Gemeinderatsfraktiosvorsitzende, auch Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes. Die sogenannte Kriminalstatistik des Spaichinger Revierleiters, von ihm und offenbar auch vom Bürgermeister für Realitätsbeschreibung gehalten, hätten sie sich schenken können. Das stand ja auch schon im Monopolblatt. Seit die Polizei nach dem Bürgerkrieg in Stuttgart  Geschichten aus einer anderen Welt erzählte, sind solche Auftritte überflüssig. Beamte sind Stimmen ihrer Herren und Frauen.

Wessen Stimme der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Efinger, im Spaichinger Gemeinderat ist,  ist kein Geheimnis. Nichts Neues unter der Sonnenblume. Erst redete er dem "Klimaschutz" das Wort,  obwohl er nicht zu wissen scheint, was Klima ist, dann aber nahm er nichts von seinen Vorwürfen zurück, worum ihn FWV-Stadträtin Isbella Kustermann in der Sitzung am 22. Juni gebeten hatte, nachdem er am 25.Mai  Gemeinderatsmitglieder anklagte, sie hätten Bürgermeister Schuhmacher bei kriminellen Machenchaften  untertützt.

Dafür faselte er von einem "Untersuchsausschuss" u.a., in Unkenntnis der Tatsache, dass ein Gemeinderat keinParlament ist.  Das Schweigen des Bürgermeitstersn in dieser Angelegenheit, klingt das nicht  vielsagend? Sieht er sich seinen Spaichinger Wahlkampfunterstützern so sehr verpflichtet?  Dazu kann zweifellos auch das Lokalblatt gezählt werden. Noch steht eine Erklärung des Bürgermeisterfür eine Propagandaseite nach der Wahl aus.  Ungewöhnlich für einen Beamten. Hat er nichts davon gewusst?  Wer hat das bezahlt? Oder war es ein Geschenk des Verlags?

Dass es am Montagabend schon im Gemeinderat weihnachtete, lag an einem Antrag der FWV, den Weihnachtsmarkt wieder auf dem Marktplatz zu veranstalten und  die Organisation einer Agentur zu übergeben. Die Gegenseite plädierte mehrheitlich für Ehrenamtlichkeit es Gewerbe- und Handelvereins. Die nicht gerade niedrigen Rechnungen allerdings wird  der Verein sicher nicht stemmen. Überflüssig war ein Streit über die Urheberschaft des "Winterzaubers".  Sowas gibt's woanders schon lange, vor Spaichingen. Fehlt nur noch Väterchen Frost. Gegner des alten Bürgermeisters ließen diesen genüsslich vorführen mit seiner einamen Entscheidung, den Weihnachtmarkt in die Bahnhofstraße zu verlegen. Dies verursachte Mehrkosten von 39 600 Euro.  Allein der Höhe wegen wäre der Gemeinderat zuständig gewesen. Wer allerdings den Marktplatz für den traditionellen Standort des Weihnachtsmarkts hält, der irrt. Traditon war bei der Stadtpfarrkirche.

Wenn der Bürgermeister mal wieder Lust hat zum Plaudern hat, sollte er sich an die Gemeindeordnung halten und daran, was diese von der Verwaltung  fordert zur Information der Bürger. Von Monopolblättern ist da keine Rede. Oder erlauben diese  die Gegenlese? Dafür darf sich ein Stadtrat der Grünen auf einer Internetwiese des Blattes so richtig austoben. Von Flüstern ist da keine Rede.

Übrigens: Gemeineratssitzungen in der Spaichinger Stadthalle sind für alle Beteiligten eine Zumutung. Im Grundgesetz steht nichts über Untertanen, welche blindings einer Obrigkeit folgen, weil die eine Seuche ausgerufen hat, selbst im Spaichinger Freibad. Dessen Betrieb hat aber nichts von Normalität, auch wenn die Verwaltung das meint.

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