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Noch so ein Wahlgeschenk

Laschets Energie-Masterplan

Von PETER WÜRDIG

Vor der Wahl kommen die Wahlgeschenke, und wenn es knapp wird wie jetzt bei der CDU, dann muss man großzügig sein. Und so schenkt uns Armin Laschet jetzt die Rettung der ganzen Welt, und das soll nichts kosten, dafür präsentiert er uns nun seinen Energie-Masterplan. Daraus will ich nur mal zwei Sätze im Original zitieren:

„Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen ist schon heute mit drei bis neun Cent je Kilowattstunde günstiger als etwa Kohlestrom oder Kernenergie…. Wir werden umfassend für Erleichterung sorgen und die EEG-Umlage komplett abschaffen.“

Die Zahlen sind, wenn man sie richtig liest, nicht mal ganz falsch, denn Kohlestrom und Kernenergie liegen in der Größenordnung von drei Cent je Kilowattstunde (kWh), und der sog. „erneuerbare“ Strom kostet „bis“ neun Cent je kWh, wobei man das Wörtchen „bis“ weglassen muss, denn Strom an Land ist unter neun Cent nicht zu haben, und off-shore oder Biogas sind deutlich teurer.

Wieso es günstiger ist, wenn man statt drei Cent neun Cent bezahlen muss und dafür dann auch noch eine mindere Ware erhält, denn die sog. „Erneuerbaren“ liefern nur wetterabhängigen Wackelstrom, den man laufend im Netz mit Kohlestrom oder Kernenergie ausgleichen muss, das muss er uns noch erklären. Dass das günstiger sein soll, gelingt dann nur, wenn man den Preis für Kohle- und Kernenergiestrom so mit Steuern belegt, dass dann die Kilowattstunde auch neun Cent kostet, und daran arbeitet man ja jetzt mit der CO2-Steuer.

Bei dem Gehalt eines Ministers spielen die sechs Cent, die zwischen den Preisen liegen, wohl keine Rolle, aber für den kleinen Mann bedeutet das, dass der Preis eben nicht nur sechs Cent mehr beträgt, nein, der Preis wird glatt verdreifacht. Da aber der Preis für Energie in fast allen Waren des täglichen Bedarfs enthalten ist, bedeutet das, dass die Lebenshaltung massiv verteuert wird, und das betrifft vor allem die Leute mit dem kleineren Einkommen. Das ist die „Erleichterung“, die uns vom Kandidaten der CDU versprochen wird.

Nun will er auch noch die EEG-Umlage abschaffen, da wundert man sich, warum wurde erst vor kurzem ein neues Gesetz EEG-2021 geschaffen, aber da waren die Wahlen ja noch nicht direkt im Blick. Außerdem, die Lobby der sog. „Erneuerbaren“ kann ohne massive Subventionen nicht überleben, und da man nicht wagt, an das Geschäftsmodell der Windmühlen-Barone ernsthaft ranzugehen, werden nun die Subventionen im Bundeshaushalt versteckt. Das ist für den Normalbürger aber keine „Erleichterung“, denn über die Steuern bezahlt er nun noch deutlich mehr, da ja der Fehlbedarf im unteren steuerfreien Einkommensbereich von den übrigen ausgeglichen werden muss.

Da fragt man sich nur, für wie dumm hält denn der Kanzlerkandidat der Union die Wähler, dass er glauben mag, mit dieser Art der „Erleichterung“ die Stimmung im Lande noch mal wenden zu können?
(pi-news.net)

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