Springe zum Inhalt

Ohne Polizei die Hölle

Über den Ausgang eines "Experiments" muss nicht gerätselt werden

(tutut) - Das rotgrüne Paradies braucht keine Polizei. Spinners Traum. In den USA scheinen sie schon vor dem "Experiment" der Abschaffung der Polizei zu stehen, denn diese stört Gewalttäter. Haben sie alle vergessen, dass es ohne Kontrolle kein Vertrauen gibt, ohne Sicherheit keinen Staat? Die Amerikaner, und natürlich auch Europäer, welche sozialistischen und kommunistischen Politdioten und ihren kruden Ideen nachhängen, denn einmal müsste es doch klappen, sollten sich nur ein paar Jahrzehnte zurückerinnern. Damals gab es ein Montreal ohne Polizei. Ergebnis: Chaos, Anarchie, Verbrechen. In kürzester Zeit brach der Traum von Gleichheit und Brüderlichkeit und Einigkeit  und Recht und Freiheit zusammen vor allgemeiner Gesetzlosigkeit.

Als 1968 die Beschäftigten der Müllabfuhr in New York streikten, häuften sich täglich 10 000 Tonnen Müll an. Auch London kann von solchen Erlebnissen berichten. Aber einen einzigen Tag ohne Polizeischutz, das hatte nur Montreal in Kanada zu bieten. Die Polizisten streikten, weil sie den gleichen Lohn wie ihre Kollegen in Toronto wollten.

Am Mittwoch, dem 7. Oktober 1969, traten um 8 Uhr in Montreal 3 700 Polizeibeamte in den Streik. Der größte Teil versammelte sich in der Paul-Sauvé-Arena zu einer ganztägigen Konferenz. Einige ältere Beamte wollten den Polizeiapparat wenigstens einigermaßen in Gang zu halten, aber streitbare junge Beamte zwangen diese, den Arbeitsplatz zu verlassen. Die Polizei der Provinz Quebec, die zahlenmäßig der städtischen Polizei weit unterlegen war, bemühte sich, an diesem Tag in der Stadt einigermaßen für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Auch sie wurden von streikenden Stadtpolizisten gehindert, ihren Dienst zu tun. Die Zeitung Montreal Star:
„Als die kämpferischen Montrealer Polizisten in der Paul-Sauvé-Arena hörten, daß die QPP ihre Pflichten übernehmen sollte, beschlossen sie, den Plan zu vereiteln. Sie hörten den Polizeifunk ab, und jedesmal, wenn eine Streife an eine bestimmte Adresse beordert wurde, stürzten ein Dutzend Stadtpolizisten in einen Überfallkommandowagen und fuhren los, um den Streifenwagen zu stellen.

Die Insassen wurden herausgeholt und mit heulenden Sirenen und Blaulicht zur Paul-Sauvé-Arena gefahren. Dort wurden sie von den Montrealer Polizisten mit lautem Hallo empfangen. Später wurden acht Streifenwagen, die unterwegs waren und deren Funk zeitweilig blockiert wurde, in das Polizeiamt zurückgerufen, das bedeutete, daß keine QPP-Streife mehr unterwegs war“.

So war Montreal ohne Polizeischutz. Was sich an jenem Tag zutrug, lässt die  Frage stellen, ob sowas überall passieren würde. Tumulte, Brandstiftungen und Plünderungen. In gewissen Vierteln Montreals lagen haufenweise zerbrochene Glasscheiben, viele Geschäfte waren geplündert, Autos waren in Brand gesteckt worden. Im Laufe dieses Tages gab es 23 Raubüberfälle, darunter 10 Banküberfälle. Bewaffnete Räuber erbeuteten in der Stadt- und Bezirkssparkasse 28 000 Dollar. Vier mit Maschinenpistolen bewaffnete Banditen drangen in die Räume einer Kreditgesellschaft ein. Die Situation wurde so bedenklich, daß Lucien Saulnier, Präsident des Stadtrates, in einer Rundfunkansprache die Bürger anwies, zu Hause zu bleiben und ihr Eigentum zu schützen. Einer der Einwohner Quebecs, der diesem Aufruf Folge leistete, schoß einen Einbrecher nieder. Etwa um 20 Uhr hielten Dutzende von Taxen vor der Garage der „Limousine Company“ am Murray Hill. Die Taxifahrer hegten schon lange einen Groll gegen die Firma. Es wurden Molotow-Cocktails geworfen und Busse sowie Personenwagen in Brand gesteckt. Die Angestellten schossen mit Flinten auf die aufrührerische Menge. Dabei wurde ein Angehöriger der Provinzpolizei erschossen, und weitere Personen wurden verletzt.

Passanten schlossen sich den Tumultuanten an, und schließlich verließ ein 200 bis 300 Mann starker Haufen die Garage am Murray Hill und zog gegen das Einkaufs- und Hotelzentrum Montreals. Die Räuber, ausgerüstet mit Knüppeln, Baseball-Schlaghölzern und Steinen, begannen, in blinder Wut zu zerstören und zu plündern. Sie zertrümmerten die Spiegelglasfenster des Hotels „Königin Elisabeth“ und plünderten, darauf räumten sie das untere Stockwerk des IBM-Gebäudes aus. Dann kamen das Hotel „Windsor“ und das Hotel „Mount Royal“ an die Reihe. Die Banditen zogen dann die St.-Catherine-Straße entlang, auf einer Strecke von etwa 3 Kilometern lag zerbrochenes Glas auf der Straße. Ein Experte schätzte, daß es 2 Millionen Dollar kosten werde, um nur die Glasscheiben zu ersetzen. Der gesamte Schaden, der durch die Brände, die Zerstörungen und die Diebstähle entstanden war, ging in die Millionen.

Die Hauptangriffsziele bildeten Juwelierläden, Bekleidungsgeschäfte und Geschäfte für Elektrogeräte. Als vier Beamte der Polizei der Provinz Quebec um 23.30 Uhr versuchten, dem Treiben der Tumultuanten Einhalt zu gebieten, wurden sie niedergetrampelt. Ein Funkstreifenwagen, der sich auf die Straße gewagt hatte, wurde von den Tumultuanten zertrümmert, während die Polizeibeamten im Wagen saßen. Die Ordnung brach vollständig zusammen. Die Stadt befürchtete völlige Anarchie.

Leo Pearson, Mitglied des Parlaments, sagte: „Wir könnten unversehens die schönste Revolution haben.“ Das Ausmaß der Gesetzesübertretungen war kaum zu fassen. Ein Mann berichtete: „Nicht nur Strolche und Gewohnheitsverbrecher handelten rechtswidrig, sondern auch ganz gewöhnliche Leute, die nie im Leben daran dächten, so etwas zu tun, wenn ein Polizist an der Ecke stehen würde. Ich habe gesehen, wie Autofahrer bei Rot über die Kreuzung fuhren. Andere Fahrer benutzten die falsche Straßenseite, nur weil sie wußten, daß sie niemand erwischen würde.Es ist unglaublich, von wie vielen Verkehrsunfällen ich Zeuge wurde, die sich ereigneten, weil die Fahrer Kurven schnitten oder Schnellstraßen überquerten, die sie nicht hätten überqueren dürfen. Sie wußten, daß kein Polizist in der Nähe war, der sie aufschreiben würde.“

Als die Situation immer ernster wurde, unternahm die Regierung der Provinz Quebec Schritte, um dem Treiben der Gesetzesübertreter Einhalt zu gebieten. Um 16.30 Uhr wurde die gesamte Provinzpolizei und die kommunale Polizei von 56 kleineren Gemeinden dem Befehl von Maurice St. Pierre, dem Präsidenten der Polizei der Provinz Quebec, unterstellt. Um 20.10 Uhr wandte sich Rémi Paul, der Justizminister der Provinz, an die Bundesregierung und bat, Truppen zur Wiederherstellung der Ordnung zu entsenden. Aus Valcartier bei Quebec wurden dann Truppeneinheiten des 22. Königlichen Regiments nach Montreal abkommandiert. Außerdem erließ das Provinzparlament ein Sondergesetz. Dieses trat um 22 Uhr in Kraft. Nach diesem Gesetz mußten die Polizeibeamten um Mitternacht den Dienst wiederaufnehmen, 16 Stunden nach Beginn des Streiks. Das Gesetz sah für jeden, der das Gesetz verletzte, Strafen von 25 bis 100 Dollar je Tag vor und für Gewerkschaften oder Gewerkschaftsvertreter, die dazu auffordern würden, das neue Gesetz zu übertreten, Strafen von 5 000 bis 50 000 Dollar je Tag.

Als Polizeileutnant Guy Marcil, Präsident der Gewerkschaft der Polizei, von dem Gesetz erfuhr, richtete er folgenden Appell an die Polizeibeamten, die immer noch in der Arena versammelt waren: „Es ist meine Pflicht als Präsident dieser Gewerkschaft, Sie aufzufordern, den Dienst wiederaufzunehmen...Ich gebe jedem von Ihnen den Befehl, in sein Revier zurückzukehren.“ Sie gehorchten der Aufforderung, und darauf wurde es in der Stadt wieder ruhig, wenigstens nach außen hin; bewaffnete Soldaten blieben allerdings auf dem Posten.

Eine politische Demonstration, die am 10. Oktober vor der Stadthalle stattfinden sollte, wurde verboten. Um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wurde die Stadthalle von mehr als 5 000 bewaffneten Angehörigen der Montrealer Polizei, der Polizei der Provinz Quebec, der Königlichen Berittenen Polizei von Kanada und der kanadischen Streitkräfte umstellt. Einen solchen Aufmarsch bewaffneter Einheiten hatte man seit dem Zweiten Weltkrieg in keiner kanadischen Stadt mehr erlebt. Die Demonstration wurde verhindert, und die Demonstranten wurden zerstreut; darauf kam es zu keinen weiteren Demonstrationen mehr.

Viele, die darüber entsetzt waren, wie plötzlich es zu solch heftigen Ausschreitungen kam, dachten darüber nach, was das wohl alles zu bedeuten habe. Warum war das geschehen? Warum diese Gewalttätigkeiten? Offensichtlich geht es hierbei nicht nur um Lohnstreitigkeiten zwischen städtischen Angestellten und einer Stadt. Die Wurzeln des Problems liegen tiefer. Auch beschränkt sich das Problem nicht nur auf Montreal. Überall beobachtet man unter einem großen Teil der Bevölkerung einen starken Zerfall der Redlichkeit und Sittlichkeit. Bestimmt kommen viele zu dem Schluß, daß das, was sich in Montreal zutrug, auch in ihrer Stadt geschehen könnte, wenn kein Polizeischutz da wäre.

Claude Wagner, ehemals Justizminister von Quebec, sagte unverblümt über die traurige Situation: „Wenn die Polizei ihren Dienst aufgibt, stehen wir am Rande einer Revolution.“ Der kanadische Premierminister Pierre Elliott Trudeau ließ ebenfalls durchblicken, daß dieses Problem sich nicht nur auf eine Stadt beschränkt. Er sagte, der Streik der Montrealer Polizei und Feuerwehr sei lediglich „eine Erscheinung einer Gesellschaft, die Amok läuft“. Und der Premierminister der Provinz Quebec, Jean Jacques Bertrand, sagte schlicht: „Gewalttätigkeit ist heute Mode.“
(Quelle u.a. Ein Tag ohne Polizei — Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK, Vom „Awake!“-Korrespondenten in Kanada, wol.jw.org › wol › lp-x)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.