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Kann es sich eine Zeitung leisten, Lesern Nachrichten vorzuenthalten, weil sie glaubt, ein Monopol darauf zu haben als Alleinstellungsmerkmal und deshalb offenbar meint, Leute für "verbrannt"  erklären zu können, die auch woanders veröffentlichen?  Klingt dies nicht nach Mittelalter? 


Trossingen hat viel Platz.
Baden-Württemberg siegt bei Sensen-WM
(Schwäbische Zeitung. Sensemann geht voran?)
„Kirmes“-Besucher kommen auf einen Tee zur Moschee
„Kirmes“ auf türkisch, das heißt unter anderem viel leckeres Essen. Der türkisch-islamische Verein Spaichingen hat am Wochenende zu einem Fest bei der Moschee eingeladen. Und die Gäste kamen bei strahlendem Sonnenschein zahlreich.
(Schwäbische Zeitung. Und?)
Küken und Geishas erobern die Herzen
Rund 350 Zuschauer lassen sich von Aufführung der Ballettschule „Arabesque“ inspirieren
(Schwäbische Zeitung. Das Herz ist nur ein Muskel)
Vierbeiner sind der Hit beim Hock
Das Schützenhaus Spaichingen ist am Vatertag wieder ein beliebtes Ausflugsziel für Männer, ganze Familien und auch Vierbeiner gewesen...Während die Pferde geduldig auf den Weiterritt warteten, stärkten sich ihre drei Reiter bei einem oder auch zwei Maß Bier, getreu des Spruchs: „Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, doch manchmal ist es umgekehrt“.
(Schwäbische Zeitung.Oder so. "Vierbeiner" sind normalerweise Hunde und keine reitenden Pferde. Oder umgekehrt. Donnerstag war Vatertag, am Montag schon im Blatt.)
Förderverein lädt zu Atelierbesuch ein
Der Förderverein Stadtkünstler Spaichingen lädt für Freitag, 1. Juni, ab 18Uhr zum Besuch des Ateliers von Jürgen Knubben „ Am Katzenwäldle“ in Rottweil ein.
(Schwäbische Zeitung. Kunst, die sich nicht selbst verkauft, ist keine Kunst.)
„Löschstrolche“ haben keine Zeit fürs Foto
Aldingen hat jetzt eine Kinderwehr mit 14 Mitgliedern zwischen sechs und zehn Jahren
(Schwäbische Zeitung. Kinderei.)
Denkinger Gemeinderat stimmt Gesamtpaket zu
Schlichtungsvorschlag zum Streit in der Verwaltungsgemeinschaft Spaichingen umfasst alle Bereiche
In der jüngsten Denkinger Gemeinderatssitzung hat Bürgermeister Rudolf Wuhrer den Schlichtungsvorschlag des Landratsamts zum Streit der Verwaltungsgemeinschaft Spaichingen um die Finanzierung erläutert. In seinen Ausführungen ging er zurück bis zur Gründung der VG Spaichingen.
(Schwäbische Zeitung. War er bei der Gründung dabei? Damals ging es um die "Rettung" vor der geplanten Eingemeindung. Landratsamt als Paketdienst? Denkingen braucht Spaichingen, umgekehrt wird kein Schuh daraus.)
Josef Bär tritt seine vierte Amtsperiode an
Reichenbacher Bürgermeister hat nun die meisten Dienstjahre im Ort
(Schwäbische Zeitung. Auch ein Ergebnis der nicht vollzogenen Verwaltungsreform. Zu kleine selbständige Gemeinden, die froh sein müssen, einen BM zu finden.)
Renquishausener lässt seine Tanzpartnerin nicht mehr los
(Schwäbische Zeitung. Riesenartikel über Alterserscheinung.)
Achtklässler erleben „la vie en france“
19 Schüler des Gymnasiums Gosheim-Wehingen besuchen Austauschpartner in Cattenom
(Schwäbische Zeitung. Zum Vieern. Nicht verstrahlt?)
Männer verprügeln einen 23-Jährigen
Am Freitag zwischen 19.30 und 20.30 Uhr hat ein Unbekannter einem 23-Jährigen in der Toilette einer Hechinger Spielothek mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Zwei weitere Männer kamen hinzu und schlugen ebenfalls auf das Opfer ein.
(Schwäbische Zeitung. Seit wann gehört Hechingen zum Heuberg? Der 25-Jährige war kein Mann?)
Kinder lernen vom Profi, wie man sägt und schleift
Durch ehrenamtliches Engagement bereichern Eltern den Unterricht in der Friedensschule
(Schwäbische Zeitung. Wann gehen die Trossinger mal auf eine Journalistenschule? Leser wollen nicht nur Schulschrott.)
Fernsehteam filmt in Trossingen für das Dreieinigkeitsfest
Für die Filmaufnahmen wird in der Martin-Luther-Kirche die Feier vorverlegt – Zu sehen ist der Beitrag am Sonntag, 3. Juni
(Schwäbische Zeitung.Evangeliumsrundfunk: Die Sensation von Trossingen?)
Beim FDP-Hunderennen geht's um die Wurst
Das Publikum amüsierte sich in Wurmlingen über teilweise sehr eigenwillige Vierbeiner
Die Farben gelb und blau haben am Samstag die Szene auf dem Freigelände bei der Wurmlinger Eltahalle beherrscht. Der FDP-Ortsverband zeigte Flagge und hatte dort quasi seine Zelte aufgeschlagen. Und er war „auf die Hunde“ gekommen: Er richtete dort sein zweites „lustiges Hunderennen“ aus.
(Schwäbische Zeitung. Wichtig ist, den eigenen Senf dazu geben zu können.)
Ein Studio kann nicht eröffnen, dem anderen fehlt Roter Punkt
Die Pläne des Studios G1 Gaetano Cristilli und Injoy werden zur Hängepartie
(Schwäbische Zeitung. Meldet der Schwabo aus Villingen-Schwenningen. Das sind Nachrichten!)
Bagger reißt alte Pavillons der Sprachheilschule Schwenningen ab
Die Schüler und Lehrer haben sich inzwischen in ihrem neuen Zuhause in der Villinger Klosterringschule eingelebt
(Schwäbische Zeitung.Noch eine unerwartete Nachricht.)

Freilichtmuseum beteiligt sich Pfingstmontag am Mühlentag

(tutut). Am Pfingstmontag ist Mühlentag. Mit zahlreichen Sonderführungen und Vorführungen zum Thema „Mühlen und Müllerhandwerk“ beteiligt sich das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck am zweiten Pfingstfeiertag, 28. Mai, am mittlerweile 19. Deutschen Mühlentag.
Seit jeher sind die Menschen vom Zauber und Bann alter Mühlen fasziniert. Deshalb ist der jährlich stattfindende Deutsche Mühlentag für Mühlenfreunde ein ganz besonderes Ereignis. Jedes Jahr locken alte Mühlen im ganzen Land Tausende begeisterter Besucher an.
Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck nimmt von Beginn an jedes Jahr am Deutschen Mühlentag teil. Dabei steht die über 200 Jahre alte Hausmühle vom Hochbronner Hof bei St. Georgen-Peterzell im Schwarzwald, die auch schon bei mehreren Filmen, wie dem Märchenfilm „Die Sterntaler“, eine Rolle gespielt hat, an diesem Tag im Mittelpunkt. Die 1767 erbaute kleine Mühle diente früher ausschließlich für den eigenen Bedarf. Ihre Wasserkraft wurde zum Mahlen, Gerben, Stampfen und als Antrieb genutzt.
Die historische Mühle aus Peterzell wurde 1984 am alten Standort fachmännisch abgebaut und in den Jahren 1985 bis 1988 im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck originalgetreu wieder aufgebaut und damit vor dem endgültigen Zerfall bewahrt. Sie wird im Freilichtmuseum jeden Tag für die Besucher zweimal in Betrieb genommen. Mit ihrem Wasserrad und ihrem typischen Geklapper zählt die Mühle beim Publikum zu den beliebtesten Gebäuden.
Am Deutschen Mühlentag finden um 11, 12, 14, 15 und um 16 Uhr spezielle Vorführungen der alten Mühle statt. Auch die wasserradbetrieben Hochgangsäge aus Unterkirnach im Schwarzwald wird zusätzlich vorgeführt. Museumshandwerker informieren dazu auch über die Geschichte der Mühlen und übers Müllerhandwerk.
Das Museum ist dienstags bis sonntags von 9 – 18 Uhr geöffnet. Mehr Infos auch Deutschen Mühlentag gibt es im Internet unter www.freilichtmuseum-neuhausen.de.


Nach der Pest ist vor der Pest.
Tuttlingen
Stefan Bär: „Ein Kreis für gutes Leben“
Auf einen Kaffee mitLandrat Stefan Bär, der im März vom Kreistag an die Spitze des Landkreises Tuttlingen gewählt wurde
(Südkurier. Abwarten und Tee trinken.)
Furtwangen
Windpark Linach nimmt Gestalt an
(Schwarzwälder Bote. Als Kretschmann?)
Bad Dürrheim
Massentierhaltung erneut im Blick
18 000 Unterschriften hat die Bürgerinitiative gegen die Massentierhaltung auf der Baar und Schweinezuchtfabriken in Bad Dürrheim schon gesammelt.Am nächsten Mittwoch, 23. Mai, steht die formelle Entscheidung über den Bauantrag auf der Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung in Öfingen. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative werden mehrere 100 Bürger die Sitzung in der Osterberghalle verfolgen.
(Schwarzwälder Bote. Bleibt nur noch Dürrheim?)
Donaueschingen
Mit der Ausstellung "Kunst verortet" spiegelt sich ein Stück Heimat wider
(Schwrzwälder Bote. Kunstheimat wie Kunsthonig?)
Blumberg
Auch die Historie trägt ihren Teil zur Zukunft bei
(Schwarzwälder Bote. Ohne Vergangenheit keine Gegenwart.)
Hüfingen
Mehr Geld für homosexuelle Beamte
Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die baden-württembergische Staatsministerin Silke Krebs sprachen nach der auswärtigen Sitzung des Kabinetts im Rathaus in Hüfingen mit den Journalisten. Die grün-rote Landesregierung will zukünftig jedes Jahr in einer anderen Region Heimattage organisieren...Sie machen den gleichen Job, verdienen aber weniger und haben geringere Rechte. Schwule und lesbische Beamten sollen nun gleichgestellt werden mit ihren heterosexuellen Kollegen."Es soll keinen Unterschied mehr geben zwischen eingetragenen Lebenspartnerschaft von Homosexuellen und der Ehe", sagte Finanzminister Nils Schmid (SPD) am Dienstag...Die Südwest-Regierung folgt damit einer Vorgabe der Europäischen Union...Grün-Rot geht nun über die EU-Richtlinie hinaus. Das bedeutet: Homosexuelle Beamte können nicht nur zukünftig, sondern auch rückwirkend für die vergangenen knapp sechs Jahre mit einer höheren Besoldung und mit besseren Versorgungsansprüchen rechnen. Laut Schmid hat das Land hierfür acht Millionen Euro veranschlagt.
(Schwarzwälder Bote. Wie erkennt man die? Was sagt Kretschmanns Papst dazu?)
Blumberg
Ein Leben lang im Ehrenamt aktiv
(Südkurier. Landesehrenwindeln für Babys!)
Donaueschingen
Tobias Ackermann fotografiert den Frühling
Leserreporter Tobias Ackermann hat den Frühling in Donaueschingen fotografiert. Herausgekommen sind farbenprächtige Nah- und Detailaufnahmen von Blüten, Blättern, Schnecken und Gebäuden der Stadt.
(Südkurier. Knips, knips, hurra!)

Wie eine mittelalterliche Kathedrale: Kläranlage ist nie fertig

(tutut). Sie war die modernste ihrer Art im Kreis Tuttlingen. 1986. Damals wurde de Spaichinger Kläranlage nach mehrjähriger Bauzeit eingeweiht. 9,5 Millionen Mark hatte das gekostet, auch Nichtspaichinger hatten mitbezahlt, durch Zuschüsse, welche ja immer vom Steuerzahler kommen und nicht von einem Goldesel von Bund oder Land. Jetzt wurde wie nebenbei gemeldet, dass demnächst zur Sanierung 7 Milionen Euro fällig sind. Das wären 14 Millionen Mark, mehr also, als das 1986 gefeierte Bauwerk.
Es wäre interessant, zu erfahren, wie viele Millionen schon zwischen 1986 und heute in die Kläranlage gesteckt worden sind. Die Anlage erinnert an mittelalterliche athedralen. Die sind Dauerbaustellen. Nichts anderes ist die Spaichinger Kläranlage. Angeblich muss sie ständig auf einen neuen Stand gebracht werden, möglicherweise auch, damit Ingeneirbüros und Bau die Arbeit nicht ausgeht.
Wer legt denn Standards fest? Wer schaut in der EU mal richtig hin? Wer sagt den Spachingern und Balgheimern, die an der Kläranlage angeschlossen sind, wer hauptsächlich für den Schmutz im Abwasser verantwortlich ist? Wo sind die Probleme, werden eventuelle Hauptverursacher zur Verantwortung gezogen? Werden Schmutzquellen beseitigt? Kann der sogenannte Vorfluter Prim nicht verbessert werden durch stärkere Wasserzufuhr?
Überraschend ist, mit welch stoischen Ruhe die Bevölkerung diese Dauerbaustelle, ein teures Fass ohne Boden, zur Kenntnis bzw. Nichtkenntnis nimmt. Sind 7 Millionen Euro nichts?
Eine Musteranlage: 1986...
(Ein damaliger "zeitgenössischer" Bericht)
NEUE KLÄRANLAGE - DIE PRIM WIRD SAUBERER
Auf der Gütekarte der Gewässer war die Prim bisher als "roter Schandfleck" eingetragen, wie sich der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Rottweil, Dr. Loy, ausdrückte. Jetzt hat er die Hoffnung, daß sich dies ändert. Denn seit dem 3.  Oktober 1986,dem Einweihungstermin der neuen Kläranlage, hat Spaichingen "nun eine der modernsten Kläranlagen im Landkreis" (Bürgermeister Teufel) , was auch Landratsstellvertreter Volker Kauder attestierte: "Mit dieser Kläranlage haben Sie einen großen Schritt nach vorne getan und sich an die Spitze gesetzt." Nach dem ersten Bauabschnitt zwischen 1979 und 1983 und dem zweiten bis 1986 hat die Stadt 9,5 Millionen Mark ausgegeben, um jetzt die häuslichen und gewerblichen Abwässer von Spaichingen und Balgheim nach dem neuesten Stand der Technik zu reinigen, ehe sie in die Prim geleitet werden.
Jetzt ist eine weitere biologische Reinigungsstufe dazuge­kommen neben Anlagen zur Schlammaufbereitung und -beseitigung. Der gesamte Betrieb konnte erheblich verbessert werden. Für Bürgermeister Teufel bedeuten dieses Investitionen, "daß Um­weltschutz für uns kein leeres Wort ist", Umweltschutz, der nach den Worten Volker Kauders "nicht zum Nulltarif" zu haben ist. Denn für die Zukunft ist absehbar, daß bei der Abwasser­gebühr "das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist" (Bürgermeister Teufel).
Am 5. Oktober hatte die Bevölkerung Gelegenheit, sich bei Führungen auf der Anlage umzusehen, deren Betriebsergebnisse sich noch ständig verbessern sollen, nachdem die Stadt seit über einem Jahr das Institut für Umweltanalytik und Bio­technologie beauftragt hat, die Arbeit zu beobachten. Zum Einzugsbereich der Spaichinger Kläranlage gehören das bebaute Stadtgebiet und Balgheim, wobei die Größe rund 17 000 Einwohnergleichwerten entspricht.
Die hydraulische Belastung beträgt bei trockenem Wetter 105 Liter pro Sekunde, bei Regen maximal 175 Liter. Zweistufige Anlagen wie die Spaichinger können eine Reinigungswirkung des Abwassers von/90 bis 95 Prozent erreichen. Das Spaichinger Klärwerk arbeitet mit einer mechanischen Vorreinigung und einer zweistufigen biologischen Reinigung.  Seit 1956 wird das Abwasser der Haushalte und Betriebe durch mehrere Hauptsammler einer Sammel-kläranlage zugeleitet. Nachdem das Abwasser zunächst nur mechanisch geklärt worden war, kam später eine biologische Reinigungsstufe hinzu.
Um die Einrichtung den neuesten technischen Erkenntnissen und Vorschriften anzupassen, und damit die Verschmutzung der Prim so gering wie möglich zu halten, wurde 1979 mit dem Ausbau begonnen. Bauwerke der mechanischen Reinigung und die Schlammbehandlung wurden überwiegend erneuert, die Erweiterung des biologischen Teils folgte später, wobei zwei Ziele verfolgt wurden: Ver­größerung der Reinigungskapazität und zum Abbau der Kohlen­stoff Verbindungen zusätzlich noch der Abbau der Stickstoff­verbindungen.  In den bereits vorhandenen Belebungsbecken wird weitgehend Kohlenstoff abgebaut, in den neu hinzugekommenen Tropfkörpern der Stickstoff.
Um den Sauerstoffeintrag in die Belebungsbecken möglichst wirtschaftlich zu gestalten, wurden die Belüftungsturbinen durch eine moderne Druckbelüftungsanlage mit automatischer Steuerung ersetzt.Die Schlammentwässerung erhielt noch eine Kalkstabilisierungsanlage, denn die Zugabe von Kalk zum entwässerten Schlamm wird bei Bedarf notwendig, damit dieser auf einer Mülldeponie abgeladen werden kann.
Der Reinigungsprozess im Spaichinger Klärwerk: Das Abwasser wird im Pumpwerk so hoch gefördert, daß es den ersten Teil der Anlage im freien Gefälle durchfließen kann.
Am Rechen werden grobe Teile, im belüfteten Sand- und Fett­fang schwere mineralische Stoffe wie Fette und Öle zurück­gehalten. Sie kommen auf die Mülldeponie und in den Faul­turm. Im Vorklärbecken setzen sich nichtgelöste Schlamm­partikel an der Sohle ab. Das Abwasser gelangt nun in die erste biologische Stufe mit Belebungsbecken und Zwischen­klärbecken. In den Belebungsbecken schwimmen Mikroorganismen als Schlammsubstanz und nehmen gelöste Schmutzstoffe als Nahrung auf. über die Belüftung erhalten sie ständig Sauer­stoff. In den Zwischenklärbecken werden Abwasser und Be­lebtschlamm durch Absetzen des Schlammes wieder getrennt. Der Schlamm wird in die Belebungsbecken zurückgepumpt.
In der zweiten biologischen Stufe, in den Tropfkörpern, sind wieder Mikroorganismen am Werk, angesiedelt auf Lavagestein. Das Abwasser wird auf der Oberfläche gleichmäßig verspritzt und rieselt durch die Steinfüllung. Dabei werden auch verbrauc Mikroorganismen als Schlammfladen abgespült und im Nachklär­becken durch Absetzung wieder im Wasser getrennt, das nun in die Prim geleitet wird.
Der Schlamm wird in den beheizten Faulturm gepumpt, wo sich bei rund 33 Grad weitere SchmutzStoffe zersetzen. Das entstehende Klärgas ist brennbar und wird im Gasmotor zur Erzeugung von Wärmeenergie und von Elektrizität oder im Heizkessel verwendet. Im sogenannten Nacheindicker folgt die Zwischenlagerung des Schlamms. Mit hohem technischen Aufwand muftler in der Siebbandpresse verdichtet werden, bevor er zur Deponie gebracht werden kann.
Alle zur Abwasserreinigung verwendeten Maschinen werden automatisch gesteuert, wobei Korrekturen wegen des unter­schiedlichen Mengen- und Verschmutzungsgrades unumgänglich sind. Viele Maschinen laufen rund um die Uhr. Regelmäßige Laboruntersuchungen überprüfen die Reinigungsleistung des Klärwerks. (Aus dem "Spaichinger Heimatbrief" von 1987).

Streit um Bewirtung Einblick in Spaichinger Esskultur von 1849 zu verdanken

Abbildung nach Wilhelm Busch.
(tutut). Da hatte sich der Weinhändler M. Ketterer 1849 in Spaichingen so um seinen Mieter, den Obermann Siegel vom königlich württembergischen Oberamt, gesorgt, und dann verlor er nicht nur seinen Hausgast, sondern mußte auch hören, wie in der Stadt allerlei Gerüchte über seinen Geiz verbreitet wurden. Vor allem am Essen habe es gemangelt, weshalb der Siegel sich nach einer anderen Bleibe umsah. Es waren keine rosigen Zeiten, die Jahre im 19. Jahrhundert, viele Spaichinger und Heuberger kehrten ihrer Heimat den Rücken, um in Übersee und anderswo Arbeit und
Brot zu finden. Deshalb wäre es durchaus verständlich gewesen, wenn selbst ein Weinhändler seinen Mieter auf schmale Kost hätte setzen müssen.
Dem war aber nicht so. Wie aber sollte Ketterer gegen die Gerüchte angehen, wie jedermann beweisen, daß er den Obermann keineswegs habe hungern lassen? Der Weinhändler muß ein moderner Mensch gewesen sein, welcher die Stunde des neuen Mediums, des "Heuberger Boten", den es gerade ein Jahr gab, zu nutzen wußte! Unter der Rubrik "Privat-Bekanntmachungen" rückte er ins heimische "Amts-, Intelligenz- und politische Volksblatt für das Oberamt Spaichingen" mit dem Datum vom 18. August 1849 einen Artikel, in dem er zum Gegenbeweis antrat: "Da über die Ursache der Umquartierung des Obermann Siegel das Gerücht circuliert, er hätte bei mir nicht genügende Kost bekommen, so will ich offenen Tisch mit ihm halten und die Speisen, die er theilweise mit mir, theilweise abgesondert genossen hat, herzählen, nicht in der Meinung, dadurch irgend einen Gaumen kitzeln zu wollen, sondern um nachzuweisen, daß ich in Reichung der Kost unter dem vorgeschriebenen Maaße in Beziehung auf Quantität und Qualität nicht zurückgeblieben bin."
Was der Weinhändler danach aufzählt, läßt die Herzen von Heimatforschern höherschlagen, denn wer weiß heute noch, was seinerzeit bei den Spaichingern auf den Tisch kam. Bei den "besseren" Spaichingern, muß man wohl hinzufügen, denn der Speisezettel eines Weinhändlers  dürfte den meisten Einwohnern wohl Wunschtraum bedeutet haben.
Ketterer muß genau Buch geführt haben. Unter dem 12. August listet er auf, was dem Obermann bei seiner Ankunft gereicht worden war: "Ein Schoppen Wein mit Brod, mittags Fleisch, Späzle und Gemüß mit einem Schoppen Wein, abends Suppe, Braten und Salat". Am 13. August gab es "morgens Kaffee mit Brod, mittags Fleisch, Späzle, gelbe Rüben und Rettich; abends Suppe, geröstete Leber, geröstete Kartoffeln und einen Schoppen Wein." Am 14. August wurden dem Mieter "morgens Kaffee mit Brod und ein Glas Kirschenwasser, mittags Fleisch mit Kohl, Kohlrüben und Späzle und ein Schoppen Wein, abends dem von Siegel übergebenen Küchenzettel zufolge eine Rahmsuppe mit Erdäpfeln in Montur und Milch" serviert, außerdem wurde ihm "ein Glas Kirschenwasser gereicht". (Ein Schoppen Wein war in  Württemberg 0,459 Liter).
Am 15. August gab es morgens wieder "Kaffee mit Brod, mittags Fleisch mit Rettich und einen Schoppen Wein, abends Suppe, geröstete Kartoffeln, eingemachtes Kalbfleisch und einen Schoppen Wein." Als Siegel am 16. August den Weinhändler verließ, hatte er morgens wiederum "Kaffee mit Brod" und beim Verlassen einen Schoppen Wein "mit Brod" erhalten. Der Weinhändler weist noch darauf hin, daß zum Kaffee jeweils Brot fur je zwei Kronen hingestellt wurde, wieviel Brot Siegel dann zu anderen Speisen und Getränken essen wollte, sei ihm überlassen worden. Mit dieser eigentlich recht üppigen Speisefolge seien alle vor Siegel einquartierten Leute der Verwaltung, "worunter mehrere ven gleichem und höherem Range" waren, zufrieden gewesen.
So muß der Weinhändler den Abgang seines Mieters mit einiger Verärgerung zur Kenntnis genommen haben, nach dem Motto  "Undank ist der Welt  Lohn". Deshalb gibt er ihm noch einen guten Rat mit auf den Weg: "Wenn ich das Benehmen des Herrn Siegel mit der neuesten Ministerial-Verfügung zusammenhalte, so muß ich ihm rathen, seine Ansprüche mit seiner gegenwärtigen Stellung anzupassen, wenn er nicht mindestens im Stillen als ein hochtrabender Mensch von seinen Quartierträgern charakterisiert werden will".
Ob der Weinhändler mit dieser Bekanntmachung seinen Zweck erreichte oder nicht eher erst recht die Spötter geweckt hat, wissen wir nicht. Warum der Obermann wirklich schon nach wenigen Tagen das Quartier gewechselt hat, ist uns leider auch nicht bekannt, mag ja sein, daß andere Gründe als das Essen ihn vertrieben. Auf jeden Fall hat er diesen öffentlichen Angriff, der eine Verteidigung war, nicht pariert. Dies lag vermutlich weniger daran, daß er aus Höflichkeit und Überlegenheit schwieg, viel eher werden ihn die Vorgesetzten dazu "überredet" haben, auf öffentliche Händel dieser Art zu verzichten.
Zur Ernährung der Menschen in jener Zeit liefert der "Heuberger Bote" zufällig noch einen weiteren Hinweis, entnehmbar einer Bekanntmachung vom 30. Juli l849, in der die Bevölkerung informiert wird, was einquartierten Soldaten vom Bataillonsadjutant und Oberfeldwebel abwärts an Verpflegung zu reichen ist. Gleichzeitig wird damit der Begriff "Hausmannskost" definiert: "Die volle Tagesverköstigung besteht aus dem Mittag- und Abendessen des einen und dem Morgenessen des darauffolgenden Tages ohne Wein, Bier oder Branntwein, welche nicht gefordert werden
können. Es soll bestehen: Das Mittagessen in Suppe, in einem halben Pfund Fleisch, in Gemüse und einem halben Pfund Brod; das Abendessen in Gemüse und einem halben Pfund Brod; das Morgenessen in Suppe und einem Pfund Brod".


Blau,blau, blau...
3000 Reiter nehmen am Blutritt in Weingarten teil
30 000 Pilger, 3000 Reiter und ein Ministerpräsident – Winfried Kretschmann hat gestern die größte Reiterprozession Europas in Weingarten besucht. Der Katholik und in Oberschwaben beheimatete Kretschmann sollte einst Priester werden und legte ein Bekenntnis zu Tradition und Glaube ab.
(Schwäbische Zeitung. Ein Privatmann Kretschmann kann sich dort beteiligen, aber nicht ein Ministerpräsident, der das ganze Land  zu vertreten hat. Ist er extremistisch in seinen Anschauungen geblieben?)
Uhr geht nur vier Mal im Jahr richtig
Spaichinger Christoph Dorn hat in seinem Garten eine Sonnenuhr gebaut
(Schwäbische Zeitung. Für die Schwäz gehen die Uhren anders?)
Interview
„Ich will mich für die Belange des Alters einsetzen“
Roland Ströbele, neuer Vorsitzender der Senioren Union im Kreis Tuttlingen, über sein Amtsverständnis
Die Senioren Union im Kreis Tuttlingen hat in Spaichingen ihre Hauptversammlung veranstaltet. Ihr neuer Vorsitzender ist der frühere Bärenthaler Bürgermeister Roland Ströbele. Unsere Volontärin Victoria Grenz sprach mit ihm.
(Schwäbische Zeitung. Und morgen: Kegeln der Senioren Union auf dem Dreifaltigkeitsberg? Was hat das auf der Spaichinger Lokalseite verloren? Warum werden Ältere durch solche Parteienrandgruppen diskriminiert?)
Firma übernimmt Patenschaft
Statt zum Frühstückskaffee oder zum Kakao können die Schüler der Erwin-Teufel-Schule jetzt die Zeitung zum Pausenbrot lesen. Alexander Winker...vom Spaichinger Unternehmen Winker Massivumformung hat eine Abo-Patenschaft für die Schüler übernommen. Sie sollen dadurch eine Möglichkeit bekommen, sich über die Region informieren zu können.
(Schwäbische Zeitung. Hurra, ein neues Abo! Eine sehr billige Reklame. Eine Zeitung für wieviele Schüler? Schon mal was von Internet gehört?)
Gäste kommen trotz Kälte
Trotz der Kälte sind die Gottesdienstbesucher in Scharen auf das Klippeneck zur „Kirche im Grünen“ gekommen.
(Schwäbische Zeitung. Trotz des Trotzes wird getrotzt.)
Baumspitze begräbt 66-Jährigen unter sich
Mann wird schwer verletzt nach Freiburg geflogen
Schwere Verletzungen hat sich am Freitagmorgen um 10 Uhr ein 66-jähriger Mann bei einem Arbeitsunfall im Gewann Halden bei Tennenbronn zugezogen.Der 66-Jährige wollte eine etwa 17 Meter hohe Tanne in Hanglage entfernen.
(Schwäbische Zeitng. Hat die Schwäz in Schramberg noch Leser? Wieso ist das ein Arbeitsunfall?)
Motorradclub kommt bei der Festtour auch zur Granegg-Ruine
Drei Musikkapellen umrahmen das traditionelle Fest
 Die Gastgeber des traditionellen Graneggfests, die Musikvereine Bubsheim, Egesheim und Königsheim, haben in diesem Jahr von dem zwar kalten aber sonnig trockenen Wetter profitiert...Christine Sieger befragte einige Wandergruppen zu ihren Wanderwegen.
(Schwäbische Zeitung. Wer will das wissen?)
Interview
„Vorbereitungen begannen vor einem Jahr“
Manuela Kossack vom SV Kolbingen über die Organisation des Heuberg-Wanderpokalturniers
(Schwäbische Zeitung. Sensationelle Enthüllungen.)
Kinder des Apostelbezirks Freiburg feiern in Trossingen
Rund 480 Kinder und 250 erwachsene Begleiter haben sich an Himmelfahrt am Kindertag der Neuapostolischen Kirche in Trossingen beteiligt. Sie kamen aus dem gesamten Apostelbereich Freiburg, der in etwa Südbaden entspricht.
(Schwäbische Zeitung. Mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen  dieser "Kirche" ist nicht, gell?)
Frauen stehen ihren Mann
Autofahrerinnen lernen, Pannen zu beheben – Schriftstellerin ist gelernte KfZ-Mechanikerin
(Schwäbische Zeitung. Die Trossinger Redaktion schafft es immer wieder, mit Nonsensthermen Altpapier zu füllen.)
Nachgefragt
Jeder kann den Gottesdienst im TV miterleben
Pfarrer Michael Sarembe...wird beim Gottesdienst am Sonntag um 10Uhr in der Martin-Luther-Kirche auch ein Fernsehteam vom Evangeliumsrundfunk begrüßen. Unsere Zeitung hat mit ihm über den TV-reifen Gottesdienst gesprochen.
(Schwäbische Zeitung. Unsinn. Zeitung unser? Halleluja!)
„Schwarzer Adler“ wird zu „Achilles“
Traditionsgaststätte hat seit Mittwoch wieder auf – Tennisheim-Wirtin hört auf
(Schwäbische Zeitung. Wirtschaftsnachricht? Dem Achilles wurde eine Sehne zum Verhängnis...)
Diva stellt ihre Highheels mitten in den Fettnapf
Gayle Tufts stichelt im „Badischen“ gegen Schwaben
(Schwäbische Zeitung. Albernheiten im ländlichen Raum.)
Kriegisch stellt Jugendprojekte vor
Junge Menschen möchten sich in Wurmlingen ins Gemeindeleben einbringen
(Schwäbische Zeitung. Da es diesen sogenannten Jugendreferenten an Lebenserfahrung fehlt, findet überall das Gleiche, Erlernte, statt.)
Trotz Annäherung halten Umlandgemeinden an Klage gegen Kubon fest
Ein gemeinsames Gespräch ist positiv verlaufen – Verfahren zum Flächennutzungsplan 2025 soll vorläufig eingestellt werden
(Schwäbische Zeitung. Fehlt's an Stoff, liefert der Schwabo doch.)
Zwei Blaublüter bringen sich als Schutzpatrone von Baden in Stellung
Bernhard Prinz von Baden und Christoph Graf Douglas wollen mit ihrem demnächst erscheinenden Buch die Schönheiten der Landschaft zeigen und vor Fehlentwicklungen warnen
(Schwäbische Zeitung. Hofknicks! Na ja, die Zeitung gehört ja demnach wohl auch größtenteils einem "Blaublüter". Was ist da wohl blau? Wenn schon dieser Begriff verwendet wird, sollte er auch erklärt werden. Heutzutage ist er allenfalls ironisch gemeint.)
Kurs gegen Jugendkriminalität zeigt Erfolg
Das Projekt „Jugendamt-Kooperation-Polizei“ (Jukop) ist vielversprechend angelaufen
Bernd Mager, Sozialdezernent im Landratsamt, bemüht einen ungewöhnlichen Superlativ, um seine Genugtuung auszudrücken: „Die ersten Erfolgszahlen sind mehr als zufriedenstellend.“
(Schwäbische Zeitung. Kriminelle Jugendliche kommen zum Kurs?)


Ansichtssache
Eine gute Nachricht
Das ist mal eine gute Nachricht, die da mehr zufällig in der Sitzung des Technischen Ausschusses an die Räte und die Öffentlichkeit gelangt ist: Offenbar gibt es ein Einsehen. Und die Frage der Verkehrsberuhigung rutscht endlich wieder vom Glatteis der politischen Rechthaberei auf die Ebene der Sachlichkeit.
(Schwäbische Zeitung. Jetzt wird's biblisch. An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Hat Schilda auch eine Zeitung? Wer hat denn Tempo 30 in der Eisenbahnstraße bekämpft, weil man so glaubte, dem Bürgermeister im Wahlkampf ans Leder zu können? Hatte er was davon oder die Anlieger? Es stimmt nicht, daß Zonen eingerichtet werden müssen, wo Tempo 3o gelten soll. Mal über den eigenen engen Horizont schauen!)
Kreisel-Forderung stößt nicht auf Gegenliebe
Anwohner widersprechen – Thema ist allerdings momentan nicht auf der Agenda
(Schwäbische Zeitung. Keine Thema, aber darüber schreiben?)
Am Sonntag startet die Kinderfeuerwehr
(Schwäbische Zeitung. An Streichhölzer dürfen sie aber noch nicht.)
Frittlingen prüft Alternativen zur Verwaltungsgemeinschaft
Trotzdem stimmt der Gemeinderat dem Schlichterspruch zur Finanzierung zu
(Schwäbische Zeitung. Eingemeindung wäre eine Alternative.)
Golden Voices lassen ihre Stimmen hören
Senioren erleben ein ungewöhnliches Konzert
(Schwäbische Zeitung. Diskriminierung Älterer.)
Roman
Einmal, als seine erste Oper durchfiel, einmal, als er Paganini spielen hörte, und dann noch einmal, als bei einem Bootspicknick ein mit Trüffeln gefüllter Truthahn ins Wasser fiel.“Eleonora blickte unglücklich auf ihr dünn bestrichenes Marmeladentoast. „Ich verstehe, was Sie sagen wollen, Mr Gerald...
(Schwäbische Zeitung. Wird das Blatt nicht voll, muss drauf, was nicht soll.)
DRK-Kreisauskunftsbüro braucht Unterstützung
In der Hauptversammlung der Ortsgruppe Seitingen-Oberflacht werden alle Vorstandsmitglieder bestätigt
(Schwäbische Zeitung. Nullnachricht.)
Durchhausen prüft Erweiterung des Kindergartens
(Schwäbische Zeitung.Noch 'ne Sensation.)
Ergebnisse zur Windenergie liegen im Spätsommer vor
Bis dahin soll die Verträglichkeit von Windkraftanlagen mit Flora und Fauna untersucht werden
(Schwäbische Zeitung. Vorher nie ein Thema?)
Lastwagen stößt gegen Auto
(Schwäbische Zeitung. Weil Lkw ein Flugzeug ist?)
Dr. Bernhard Martin hält an Onkologie fest
In unserer Serie über die Chefärzte am Klinikum stellen wir heute den Leiter der Frauenklinik vor
(Schwäbische Zeitung. Noch 'nen Häuptling ohne Indianer? "Die Albklinik" ohne Professor Brinkmann.)
Tipp des Tages
(Schwäbische Zeitung, Anzeige.)  Nun macht das Blatt auch in Unterwäsche.)

Die Gäubahn ist nur noch ein Schatten ihrer selbst

(tutut). Für politische Tigersprünge ist die Gäubahn noch immer gut. In dem Verwirrspiel der Ankündigungen, Dementi, Spekulationen, mit denen regelmäßig die Öffentlichkeit versorgt wird, geht stets unter, dass die Springer als Bettvorleger landen. Niemand blickt mehr so richtig durch, was mit der Gäubahn los ist im Jahre 2012. Aus der einstigen europäischen Magistrale Danzig-Rom ist heute ein Lokalbähnle geworden, das zum Ergötzen kommunaler Riesenstaatsmänner wie eine Spielzeugeisenbahn im Kreis herumfährt und damit den überregionalen Verkehr auf diesen Gleisen behindert oder blockiert. Und dieses Bähnle funkioniert auch nur einigermaßen, weil manche Verbindungen, beispielsweise per Bus, unnötigerweise eingeschränkt werden zugunsten dieses Ringelreigenbähnles.
Viel Wasser ist Neckar und Donau hinuntergeflossen, seit die Gäubahn, gemeint ist ursprünglich die 148,5 Kilometer lange Strecke Stuttgart-Hattingen, die zwischen 1864 und 1879, das Stück Tuttlingen-Hattingen erst 1934, gebaut worden ist. Seit die Franzosen nach dem 2. Weltkrieg ein Gleis zwischen Horb und Hattingen als Kriegsbeute mitgenommen haben, haben es Deutschland und Baden-Württemberg nicht geschafft, für Ersatz zu sorgen. Wahrscheinlich braucht die Politik ein solches Dauerschwätzthema. Es ist nämlich prima geeignet, mit umgekehrter Salamitaktik jedes Jahr über ein neues Scheibchen zu lamentieren, das helfen soll, eine längst gevesperte Wurst wieder zusammenzusetzen.
So werfen sich Politiker in die Brust, von einem Kilometerchen Reparatur hier zu reden, von einem anderen dort, so wie man der Katze einen Leckerbissen hinwirft, und meinen, damit der Bevölkerung die Augen wischen zu können über Versäumnisse. Denn kleine Lückenbüßer führen nicht zur Zweigleisigkeit. Dabei kann nur sie ein erforderliches leistungsfähiges Schienennetz flicken.
Die Geschichte der Gäubahn ist lang, sie war anfangs auch nicht zweigleisig, fast noch länger sind inzwischen Absichtserklärungen, um ihre nicht nur einstige Bedeutung wiederherzustellen, sondern ihrer heutigen Aufgabe in Europa gerecht zu werden. Zu viele Kirchtürme stehen da noch im Weg herum. Während anderswo nicht nur Bürgeraufstände wegen notwendiger und international verpflichteter 3. und 4. Gleise im Gang sind, reicht es auf der Gäubahn noch immer nicht auf einem wichtigen Streckenabschnitt zum verlorenen 2. Gleis. Die letzten Jahrzehnte haben die Gäubahn zur politischen und auch technischen Achterbahn gemacht, was wurde da nicht alles probiert, um den Verkehr zu beschleunigen, ein Flop folgte dem nächsten. Gleichzeitig gab es Bemühungen, die Bahn aufs nutzlose Abstellgleis zu führen. Heute ist sie langsamer denn je, es fehlen die Schnellverbindungen, sie hat noch lokale Bedeutung.
Angesichts aber der Probleme im Rheintal braucht Europa die Nord-Südverbindung, die Magistrale mit dem wichtigen Zwischenstück zwischen Polen und Sizilien, zwischen Ostsee und Mittelmeer, die Gäubahn. Nicht nur für den Personenverkehr, sondern vor allem auch für den immer wichtiger werdenden Güterverkehr. Wenn nicht die grün-rote Regierung, wer sollte denn sonst der Bedeutung einer Verlagerung von Verkehr auf die Schiene zum politischen Hauptziel machen können? Zur Gäubahn ist da auch nicht mehr zu hören wie von der Vorgängerregierung. Oder kommt irgendwas Greifbares aus Berlin?
Es ist müßig, all die Ankündigungen aufzuzählen, mit denen die Gäubahn seit Jahrzehnten scheinbar auf Vordermann gebracht wird. Das Resultat kann jeder sich anschauen. Immer neue Themen werden dabei mit der Gäubahn in Zusammenhang gebracht. Plötzlich soll sie sogar zum Stuttgarter Flugplatz führen. In Wirklichkeit wird herumgekleckert mit Minimalbeträgen. Wenn das Königreich Württemberg so seine Verkehrsinfrastruktur ausgebaut hätte, säßen die Württemberger noch mit der Ziege hinterm Misthaufen als Tourismusfolklore.
Wer die letzten Jahre Diskussion um die Gäubahn verfolgt, muss an der Ernsthaftigkeit aller Verantwortlichen zweifeln. Bis jetzt liegt kein Konzept vor über die Zukunft dieser Bahn, bis jetzt sind keine ernsthaften Bemühungen der Verantwortlichen erkennbar, der Bedeutung dieser Magistrale gerecht zu werden. Wenn die Gäubahn nicht als Sauschwänzlebahn enden soll, muss ihr Ringelschwänzchen an Bahngelaber abgeschnitten werden. Es geht um den Speck, der unter einer dicken Schwarte ruht, an der sich die Politik seit Jahrzehnten nur noch reibt, mit der Vergesslichkeit der Menschen rechnend, die vergebens auf den versprochenen Schinken warten und deshalb der. nächsten Sau sich zuwenden, die gerade durchs Dorf getriebn wird.

Mundartband „Wendrsonn“ gastiert im Freilichtmuseum

(tutut). Sie sind aktuell eine der besten Mundart-Bands im Land, und sie haben die Besucher bei ihrem letzten Auftritt im Museum mit ihrer Musik und ihren Liedern begeistert, die Gruppe „Wendrsonn“ aus der Region um Schwäbisch Gmünd. Am Donnerstag, 24. Mai, gastieren sie ab 20 Uhr im Schafstall des Freilichtmuseums Neuhausen ob Eck. Unter dem Motto „Mir könned fei Hochdeutsch, wellat aber net“ sind die Profimusiker derzeit überall erfolgreich im Land unterwegs.
Ob im Vorprogramm von Weltstars Joe Cocker oder Roy Hodgson, ob mit eigenen Konzerten auf den kleinen und großen Bühnen des Landes zelebrieren Wendrsonn mit ihrer Musik und ihren Liedern in schwäbischer Mundart eine abwechslungsreiche Mischung aus erdiger Sinnlichkeit, poetischer Melancholie und virtuosem Können. Kleine Köstlichkeiten sind die alten Volkslieder, die von Wendrsonn neu interpretiert werden. Sie sind "s‘Gsälz uff em Butterbrot“.
Die sechsköpfige Band um Frontfrau Biggi Bender, die zweifellos zu den herausragenden Mundartsängerinnen Süddeutschlands gehört, begeistert seit einigen Jahren die Szene. Mit viel Feingefühl interpretieren Wendrsonn das meist verborgene schwäbische Selbstverständnis und lassen dabei sehr viel Raum für Bodenständiges, Poetisches, Nachdenkliches, Provokatives, Neuzeitliches und Vergangenes - eben für die ganze kunterbunte Vielfalt der schwäbischen Sprache. Wendrsonn ist ein Stück Heimat - auch offiziell, denn seit 2007 ist „da ben i dâhoim“ die Hymne aller sieben Baden-Württembergischen Naturparks.
Die professionelle Musikalität, die sympathische und mitreißende Bühnenshow, der erfrischende Wechsel zwischen gefühlvollem Tiefsinn und grandiosem Unsinn sind Garant für ein faszinierendes, kurzweiliges Konzerterlebnis. Sie leuchtet die Wintersonne („Wendrsonn“): poetisch, frech, verträumt und virtuos.
Saalöffnung ist um 19 Uhr. Es gibt nummerierte Plätze. Der Schafstall wird bewirtet vom „Ochsen-Team“. Der Eintritt beträgt im Vorverkauf 12 EUR, an der Abendkasse 14,- EUR (Vorverkauf und Informationen: Info-Service: Tel. 07461/926-3205).
Das Museum ist dienstags bis sonntags von 9 – 18 Uhr geöffnet. Mehr Infos auch im Internet unter www.freilichtmuseum-neuhausen.de.