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Platzmangel im privaten Personennahverkehr?

Neun Personen teilen sich in Tut einen Pkw
(tutut). Sechs junge Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, als sie in einem Golf vor einer Woche zwischen Spaichingen und Aldingen gegen einen Ampelmast prallten. Dass der Platzmangel im privaten Personenverkehr im Kreis Tut noch prekärer ist, zeigte jetzt ein Mazda in Tuttlingen, in dem es noch enger zuging: Neun Personen, davon drei junge Frauen im Kofferraum, drängten sich in der Nacht zum Sonntag in dem Wagen.
Der Pkw als Busersatz fiel einer Streifenwagenbesatzung auf, weil er ebenfalls eine Tankstelle in der Trossinger Straße aufgesucht hatte. Die Polizei berichtet: "Während des Tankvorgangs  fuhr ein  junger Mann mit seinem Pkw keck zu einer  danebenliegenden  Zapfsäule. Der Beifahrer stieg  anschließend ebenso  selbstbewusst aus,  um den Wagen zu betanken.  Ein völlig unverdächtiger  Vorgang,  wäre der  Pkw, Mazda,  nicht so schief dagestanden. Das Fahrzeugheck drückte  nämlich stark nach unten, als wäre das Fahrwerk tiefer gelegt worden. Aber dafür stimmten insgesamt  die Proportionen nicht. Auch die Reifen schienen nach außen zu drücken  und  wenig Luft zu haben. Aber im Wagen saß außer dem Fahrer nur noch ein weiterer junger  Mann und der Beifahrer war zum Tanken bereits ausgestiegen, resümierten die Polizisten. So   entschlossen sie sich, den Pkw näher zu inspizieren und die Insassen zu kontrollieren.
Um dem Rätsel der  offensichtlichen Überlastung im Heckbereich  näher zu kommen, ließen sie sich auch den Kofferraum öffnen. Die Überraschung war perfekt:  In diesem  kauerten drei junge Frauen, von denen zuvor nichts zu sehen und zu hören war. Der Fahrer gab daraufhin  sogleich zu,  von einer Party  zu kommen und auf dem Weg nach Hause sein. Damit nicht genug. Kurz drauf kamen  drei weitere  Jugendliche zu Fuß hinzu, die die Polizeikontrolle wohl nicht sogleich bemerkt hatten.  Es ergab sich, dass  auch diese zuvor ebenfalls in dem Pkw gesessen hatten und mitgefahren waren.
Damit  beim Tanken die Überladung  nicht  sogleich auffiel, stiegen die drei Jungs  rund 100 Meter  vor der Tankstelle  kurzfristig aus, um später  nach dem Tankvorgang wieder einzusteigen.  Alle neun jungen Leute waren  zwischen  17 und 20 Jahre alt.  Der  18-jährige Fahrer wollte  sie alle nach Hause fahren. Nun ermittelt  die Polizei gegen ihn. Weil die Weiterfahrt  von der  Polizei natürlich unterbunden worden war,  nahmen sich die  Polizisten der Jugendlichen an. Von der Polizeiwache aus  verständigten  die Beamten die  Eltern, die ihre Söhne und Töchtern daraufhin bei  der Polizeiwache abholen durften".