Springe zum Inhalt

Politischer Verrat an Familien in der Virus-Krise

Verantwortungsabwälzung auf ganzer Linie

Von WOLFGANG HÜBNER

Es war die Bundesregierung, die zu Beginn der akuten Virus-Krise die unselige Parole von der Notwendigkeit einer „sozialen Distanzierung“ verbreitet hat. Für die Familien in Deutschland mit Kleinkindern und/oder schulpflichtigen Kindern muss diese Parole von Tag zu Tag immer zynischer klingen. Denn in der wichtigsten, absolut unverzichtbarsten Institution der Gesellschaft, also der Familie, hat die Schließung von Kindergärten und Schulen zu einer Situation geführt, die Distanzierung nicht nur verunmöglicht, sondern vielmehr zu vielen noch ungeschriebenen Konflikten und Dramen führt.

Die gleichen Politiker, Parteien und Medien, die seit vielen Jahren die Bedeutung der Familie abwerten oder nur mit wohlfeilen Phrasen abtun; die gleichen, die penetrant die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung beschwören; die gleichen, die dafür verantwortlich sind, dass Millionen Familien nur mit Arbeitsverhältnissen von Vätern und Müttern finanziell wenigstens halbwegs die Runden kommen, diese gleichen Kräfte haben mit einer Kaltschnäuzigkeit, die schon als Verachtung bezeichnet werden kann, alle Verantwortlichkeiten blitzschnell auf die Familien geladen – auf die Eltern wie die Kinder gleichermaßen, wenn auch in unterschiedlicher Weise.

Was selbst in nicht wenigen wohlhabenden, gut gebildeten und mit großen Wohnungen oder Häusern versorgten Familien arge Spannungen und nervliche Herausforderungen erzeugt, das ist für die Masse der finanziell und räumlich weniger gut bis schlecht ausgestatten Familien seit Wochen eine schwere Belastung für alle Seiten. Besonders hart trifft es Alleinerziehende, meist Frauen, sowie sogenannte „benachteiligte“ Schichten, also arme und migrantische Familien, in letzteren vor allem die Kinder. Diese sind die Hauptverlierer, aber das kümmert die sonst um sie so besorgten grünlinken Fürsprecher offenbar überhaupt nicht mehr – man ist in diesen Kreisen mit dem eigenen Überleben zur Zeit ausreichend beschäftigt.

Optimisten vermuten, dass in den nächsten Monaten viele Schwangerschaften zu vermelden sein werden. Momentan jedoch füllen sich die Frauenhäuser wegen immer mehr Fällen häuslicher Gewalt, die keineswegs nur kulturfremde Kreise betrifft. Und es kann gut sein, dass die Scheidungsrate nach der Virus-Krise höher sein wird als die Zahl der Neugeburten. Das alles wäre gleichwohl notgedrungen zu akzeptieren, wenn es sich um die Verhütung von Massensterben handeln würde. Davon kann aber keine Rede sein.

Mit viel gutem Willen kann der Berliner Regierung zugebilligt werden, von den Schreckensbildern in Italien in Panik geraten zu sein und überreagiert zu haben. Aber unverzeihlich ist die total fehlende Vorbereitung für den nun eingetretenen Fall einer Epidemie/Pandemie. Ein solches Ereignis ist nämlich keineswegs der berühmte „Schwarze Schwan“, den eigentlich niemand je für möglich hält, sondern gerade im weltweit vernetzten Export- und Einwanderungsland Deutschland eine sehr realistische Möglichkeit.

Niemand bekommt das planerische Versagen von Politik und Verwaltung nun so sehr zu spüren wie Familien mit Kindern. Derweil Amazon und Großmärkte brummen und Großkonzerne wie Adidas, TUI oder Lufthansa mit Milliarden aus der scheinbar unerschöpflichen Bundeskasse unterstützt werden, ist noch nichts zu hören und zu sehen von echter materieller Unterstützung der Familien in Deutschland, von seelischer schon gar nicht. Aber wie soll das auch anders sein bei einer kinderlosen Kanzlerin, einem kinderlosen Finanzminister und einem kinderlosen Gesundheitsminister. Familien in der Krise: Politische Verantwortungsabwälzung und Verrat auf der ganzen Linie!
(pi-news.net)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.