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Populisten vor dem Spiegel

Warum sehen sie dort immer andere?

(tutut) - Bei einem Bundesgrüßaugust ist wohl Hopfen und Malz verloren. Oder er rechnet damit, dass die Wiederholung der Widerholung unabhängig vom Wahrheitswert des Inhalts irgendwann geglaubt wird. Und so zieht er mal wieder gegen "Populisten" vom Leder. Dabei würde ein Blick in den Spiegel genügen, um einem Populisten zu treffen. Denn die, welche andere als Populisten bezeichnen, sind selber welche. Seltsam, dass die Wahrheit der Binse sich in gewissen linken Kreisen nicht herumspricht oder schlicht geleugnet wird.

Deshalb die Wiederholung der Wiederholung. Wolf Schneider, der Papst des deutschen Journalismus, fragt: "Was, zum Teufel, ist Populismus?" Antwort: "Ein Schmähwort für alle Gelegenheiten! 'Demokratie' heisst Volksherrschaft und 'populus' Volk... Die Welt ist offensichtlich voll von Populisten und arm aber an Leuten, die mal über den Wortsinn nachgedacht haben". Wer die Definitionen im Duden studiere, habe ein bisschen Mühe, im Populismus das Schimpfliche zu erkennen. Populismus ist danach eine "opportunistische, volksnahe, oft demagogische Politik", die das Ziel habe, "die Gunst der Massen zu gewinnen".

Welcher Politiker will das etwa nicht? Schneider: "Ein bisschen kurios klingt das schon: um die Gunst der Massen ringen – ist nicht eben dies das völlig legitime Bestreben aller Politiker und Parteien? Und 'volksnah': Klingt das nicht sogar richtig gut in einer Demokratie? So verschiebt sich die Frage darauf, wie man die beiden anderen Eigenschaftswörter definiert: 'opportunistisch' und 'demagogisch'. Opportunismus, das ist, wieder gemäß Duden, 'die allzu bereitwillige Anpassung an die jeweilige Lage aus Nützlichkeitserwägungen'. Das klingt wiederum nicht sehr verwerflich, allenfalls das Wort 'allzu' ausgenommen. Aber wo fängt 'allzu' an? Und wer hat das Recht, es zu definieren? Und wie schlimm ist eigentlich 'Volksverführung'?"

Je öfter linke Populisten rechte Populisten als Populisten beschimpfen, könnten sie es auch bei ihrem eigenen Spiegelbild belassen. Vielleicht antwortet das ja sogar als ihr Echo. Wer das Populisten-Gepopel der linksgrünsozialistischen Internationale ernst nimmt, sollte genauer ansehen, was ihm täglich um die Ohren gehauen wird und dann davon ausgehen, dass leeres Stroh nicht lohnt, jeden Tag neu gedroschen zu werden.Auch nicht von einem Bundespräsidenten. Der ist auch nur ein Soze.

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