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Rassismus – und mein Freund „Blacky“

Wieder ein Thema,  um zu spalten, zu hetzen, zu diffamieren

(www.conservo.wordpress.com)

Von Martin E. Renner *)

Und plötzlich haben wir ein neues Thema, was wieder so gut geeignet ist, um zu spalten, um zu hetzen, um zu diffamieren – Rassismus.

Vor genau vier Jahren habe ich den unten stehenden Beitrag geschrieben und hier veröffentlicht. Ich finde, es passt, dass ich ihn noch einmal veröffentliche.

Möge jeder sich seine Gedanken machen.

Skandal! AfD-Bundesvorstand Gauland soll in einem Hintergrundgespräch folgendes gesagt haben: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Wohlgemerkt, in einem Hintergrundgespräch, bei dem man – Seriosität vorausgesetzt – normalerweise nicht wörtlich zitiert wird.

Meiner Meinung nach wollte Gauland damit ausdrücken, dass viele, der mit uns hier lebenden Bessermenschen zwar Fremde enthusiastisch in Deutschland willkommen heißen, aber dann doch recht froh sind, wenn diese Fremden nicht in der Nähe ihrer Einfamilienhäuser im Rotweingürtel ihrer Stadt dann wohnen. Sondern eher da, wo man dann nicht täglich mit diesen konfrontiert wird.Hierzu möchte ich, liebe Freunde und Kollegen, etwas aufschreiben und Euch zum Lesen geben, etwas, was mir heute sehr oft durch den Kopf ging.

Ich hatte einige Jahre in meiner Berufszeit einen Freund und Kollegen. Einen Schwarzen aus Kamerun. Einen Grafiker und sehr gebildet. Vertraut mit deutscher Literatur und unseren Sitten. Wir wurden Freunde und haben uns oft auch privat getroffen und über „Gott und die Welt geredet“.

Ich hatte zwei Namen für ihn und er hatte ebenfalls zwei Namen für mich. Alle vier Namen lösten bei unserem weiteren Umfeld häufig Verwunderung und manchmal richtige Ablehnung aus.

Ich nannte ihn für gewöhnlich Blacky. Meine damals vierjährige Tochter bekam einen hysterischen, nicht endenwollenden Schreianfall, als sie meinen Freund Blacky zum ersten Mal bei uns als häuslichen Gast erblickte. Wir beide amüsierten uns damals sehr, und ich glaube, dass diese etwas chaotische Begegnung unsere Freundschaft für einander mitbewirkte und festigte.

Später dann war sie kaum mehr von Blackys Schoß wegzulocken, wann immer er bei uns zu Hause war. Er war halt so ein Onkel Tom Typ. Ach, ich vergaß: Er nannte mich immer Whitey.

Häufig, wenn wir in fremder Umgebung waren und wir uns in besonders guter Laune befanden, nannte er mich Massa und ich ihn Nigga. Warum, weil wir einfach Spaß daran hatten, die anderen Anwesenden, zumeist so der Besser-Menschen-Typus ein bisschen zu provozieren. Die Reaktionen der Anderen haben uns beide immer sehr amüsiert.

Wir sprachen oft über Kunst, über Vorurteile, über Heuchelei, über Bücher, über Zurücksetzungen, über Politik, über Glauben und dergleichen Gedöns.

Und er erzählte mir, was ihm hier in Deutschland sehr oft auffallen würde. Nämlich, dass viele Menschen – und zwar hauptsächlich Menschen, die sich besonders einfühlsam und aufgeschlossen geben würden – ihn eher nicht als gleichwertig und eher als ein Objekt der Bevormundung sehen würden. Respekt ihm gegenüber und seinen nachweisbaren beruflichen Leistungen würde er oft nicht spüren.

Leider ist mein Freund Blacky vor 12 Jahren an seiner Krebserkrankung gestorben. R.I.P., lieber Blacky.
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*) Martin E. Renner MdB ist Betriebswirt und Freier Autor. 2013 war er einer der 15 Gründungsinitiatoren sowie Mitglied im Gründungsvorstand der Partei Alternative für Deutschland (AfD).

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