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Rechtschreibreform 2020

“Schwarz“ wird jetzt immer großgeschrieben

Von SARAH GOLDMANN

Zuerst einmal ein kleiner Kurs in (bisheriger) Rechtschreibung: Der Satz „Es gibt viele schwarze Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen“ enthält das Adjektiv oder Wie-Wort „schwarz“. Als solches bezeichnet es ein nachfolgendes Substantiv, Nomen oder Namenwort. Es wird deshalb kleingeschrieben.

Dann gibt es „die Schwarzen“ oder „Schwarze“: „Viele Schwarze haben Minderwertigkeitskomplexe.“ Oder: „Die Schwarzen in den USA haben die gleichen Rechte wie Weiße.“

Schwarze und Weiße tauchen hier als Nomen oder Namenwörter auf, sie werden großgeschrieben. Nomen schreibt man im Deutschen groß, Adjektive nicht.

Es sei denn … es handelte sich um das Adjektiv „schwarz“. Das hat durch die unselige Black-Lives-Matter-Bewegung jetzt einen so hohen, geradezu sakralen Stellenwert erhalten, dass es neuerdings in einschlägigen ideologisierten Idiotenblättern großgeschrieben wird.

Im ZEIT-Artikel „Die Bezeichnung Onkel Tom ist eine Beleidigung“ tauchen die folgenden Sätze auf, in denen das Adjektiv „schwarz“ jeweils großgeschrieben wird:
*** Viele Schwarze Menschen assoziieren mit der Romanfigur negative und schmerzhafte Erfahrungen.
Es beschreibt Schwarze Menschen, die sich selbst unterordnen, um von Weißen nicht als Bedrohung wahrgenommen zu werden.
Wir hatten noch drei weitere Schwarze Jungs im Team.***

Die Begründung des Blattes für die Großschreibung: Es handele sich bei „schwarz“ um eine „politische Kategorie“. Das wären aber auch „nicht zielführend“, „rückgängig machen“ oder „idiotisch“, ohne dass diese Wortverbindungen jemals deshalb an Größe gewonnen hätten. In Wahrheit dürfte es sich hier wohl eher um eine sakrale, um eine göttliche Kategorie handeln, die nun auch in der Rechtschreibung auf das „schwarz“ übertragen werden soll, so wie es ja auch im Englischen üblich ist, dass Verbindungen zu Gott großgeschrieben werden.

Und im wirklichen Leben fallen ja sogar schon deutsche Polizisten auf die Knie, wenn sie einem gottgleichen schwarzen Wesen begegnen, wie verkommen das sonst auch aussehen mag. Die Idiotenblätter und die Geschwätzwissenschaftler jedenfalls haben eine neue Sau gefunden, die sie durchs Dorf treiben können. Im Grunde könnte man darüber lachen, wäre es nicht immer wieder der totalitäre Anspruch und der Versuch, durch Bestimmung der Sprache auch unser Denken beherrschen zu wollen.
(pi-news.net)

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