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Rettet Spaichingen mit 300 Euro Landschaft?

Landschaftserhaltungsverband als neuer Luftballon


(tutut). Jetzt also auch der Kreis Tuttlingen: Ein Landschaftserhaltungsverband musste gegründet werden. Nun ist Spaichingen auch beigetreten. Außer den beiden FDP-Fraktionsmitgliedern Grimm und Hirt stimmten alle zu. Offenbar in der Meinung, mit nur 300 Euro eine Landschaft zu retten. Ist dies in Wirklichkeit nicht eine Art ABM für beschäftigungslose Akademiker? Landschaftserhaltungverbände sind neue Ballons für lauwarme Luft.
Es genügt, sich mal umzuschauen, was aus kleinen Anfängen woanders geworden ist. Im Ortenaukreis gibt es so ein Ding schon seit 2010,  bisher ist aber nur eine Minderheit der Kommunen beigetreten. Dafür gibt es aber schon eine doppelt weiblich besetzte Geschäftsführung dieses sogenannten gemeinnützigen Vereins, an der Spitze eine Dr., die - man staune - ein Planungsbüro für Wald und Landschaftsökologie betreibt.
Der Verein hat im Ortenaukreis bisher erst 14 kommunale und 12 nichtkommunale Mitglieder.  Die Finanzierung  erfolgt  durch   Mitgliedsbeiträge,  Fördermittel  des  Landes  sowie  Dienstleistungen  und Sachmittel,  die  vom  Kreis zur  Verfügung  gestellt werden. Die für Spaichingen genannten 300 Euro Jahresbeitrag sollen wohl zur Anfütterung dienen. Im Ortenaukreis bezahlt beispielsweise eine Gemeinde zur Zeit mit gerade 2600 Einwohnern einen Jahresbeitrag von sage und schreibe 2700 Euro!
Die Landschaftserhaltungsverbände sind ein grün-roter Gaul der Landesregierung. Denn diese  hat  sich  als  Ziel  gesetzt,  die Landschaftsverbände  landesweit und landkreisbezogen  zu installieren.  In  die  Arbeit  der  Vereine  bringt  sich  das  Land durch  die   Förderung  der  Personalkosten  ein.
Als Ziele angegeben werden Aufgaben, welche auch bisher schon erledigt worden sind von Kreis oder Kommunen, bzw.Bund oder Land:
"• Erhaltung, Pflege, ggf. Sanierung der Kulturlandschaft in
ihrer standorttypischen Ausprägung.
• Erhaltung reizvoller Landschaftsbilder in ihrer Vielfalt und
ihrem Artenreichtum.
• Offenhaltung der Kulturlandschaft und Mitwirkung bei
entsprechenden Flurbereinigungsverfahren.
• Erhaltung und Pflege besonderer Biotope und ökologisch
wertvoller Flächen sowie Pflege und Entwicklung von
Biotopverbundsystemen.
• Organisation von Pflegemaßnahmen in Schutzgebieten sowie
von Artenschutzmaßnahmen im Auftrag der
Naturschutzverwaltung.
• Mitwirkung bei der Umsetzung von Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen.
• Mitwirkung bei der Umsetzung von Natura 2000
Managementplänen (MAP)".
So langsam werden all die Natur- und Landschaftsretter unübersichtlich inflationär. Deshalb können all jene, die im Kreis Tut meinen, mitmachen zu müssen, sich schon auf Erweiterungspläne gefasst machen. Denn wann hat es das schon mal gegeben, dass sich Überflüssiges selbst abschafft? Irgendwann wird es sich für alternativlos erklären.Dann aber wird wohl bereits die nächste Sau durchs Dorf getrieben.