Springe zum Inhalt

Schnappatmung einer Redaktionsleiterin?

Spaichinger Gemeinderat: Stimmung statt Sitzungsinfo

Unterm Kreuz sitzt nicht immer das Heil, nicht einmal im Namen "christlicher Kultur und Politik".

(tutut) - Dumm gelaufen oder dumm geschrieben? Die einen machen die neuen Heiden auf dem Witthoh mit Sonnwendfeier beim Schwäbischen Albverein in Tuttlingen, die andere macht am Montag schnappatmend den Aufreger mit grünem Blatt und Propagandastimmung gegen eine Gemeinderatssitzung am selben Tag,  anstatt sachlich zu berichten: "Streit über die Zukunft des Kreuzplatzes - Anwohner und Geschäftsleute fürchten um Zugänglichkeit ihrer Häuser" und spielt auch noch Richterin: "Alter Gemeinderat nicht zuständig".

Dabei entgleitet der "Redaktionsleiterin" auch gleich noch in freier Dichtkunst die Evolution: "Kurz vor Toresschluss... Fest steht: Der alte Gemeinderat kann eigentlich nur entscheiden, dass der neue entscheiden soll, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, gegen den Willen der Gemeindeordnung zu verstoßen und dem neuen Rat gleich ein Ei in die Wiege zu legen, die diesem von Anfang an einen Konflikt aufzwingt".

Wie kommt sie darauf? Sollte sie nicht berichten und kommentieren, die Spaichinger Kommunalpolitik aber dem Spaichinger Gemeinderat überlassen? Der aber geht bei ihr in altgewohnter Weise, keine neue Zeitung unter der Sonnenblume, so: "Am Sonntag nun hat die Fraktion der Grünen mitgeteilt, eine Vertagung des Punktes und eines weiteren in der nicht öffentlichen Sitzung beantragen zu wollen". Nichts Neues aus dem Hauptquartier der Grünen.

Andeutungen, Spekulationen, Aufregung: Das soll Zeitung sein? Jeder kann, ja muss, in heutiger Zeit seine Zeitung selbst machen. Die Vorlage für die Gemeinderatssitzung ist, entsprechend der Gemeindeordnung, auf der website der Stadt zu lesen. Darin heißt es: "Sanierungsgebiet 'Stadtmitte II' –Beschlussfassung über die Gestaltung des Kreuzplatzes zuletzt in der Sitzung am 13.05.2019 nichtöffentlich VL-73/2019I.Sachverhalt. Der Gemeinderat hat sich zuletzt in seiner Sitzung am 13.05.2019 mit der vom Technischen Ausschuss mehrheitlich beschlossenen Planungsvariante zur Gestaltung des Kreuzplatzes befasst. Die vom Technischen Ausschuss als Anlage 1 beigefügte Entwurfsfassung beruht auf mehrjährigen Fortentwicklungen auf Grund Beratungen des Gemeinderats, die ihre Grundlage gefunden haben in der Entwurfsplanung des Büros Welz, Lorenz, Jetter aus dem Jahr 2012. Anwohnerversammlungen wurden abgehalten. Die bei den Anwohnerversammlungen anwesenden Personen haben sich -wie die Mitglieder des Technischen Ausschusses -für die als Anlage 1 vorgelegte Planung ausgesprochen.Weiter Bezug genommen wird auf den Inhalt der Vorlage VL-73/2019.Bei der Beratung des Gemeinderats wurde ergänzend die Frage aufgeworfen, ob die Plan-variante dahingehend abgeändert werden könnte, dass der Platz unter Aufrechterhaltung der verkehrlichen Notwendigkeiten mit 'weiterem Grün' versehen werden könnte.Die Verwaltung hat im Nachgang zur Sitzung eine Planungsüberarbeitung vorgenommen, die den Platz dahingehend abändert, dass weitere sechs Bäume (Tiefwurzler) auf dem Platz um die Verkehrssituation eingebracht werden sollen. Dadurch wird der innere Bereich vom verkehrlichen Bereich stärker abgegrenzt und es werden stärker sichtbare Grünpunkte plat-ziert. (Anlage 2). Die abgeänderte Planung wird hierzu kurz vorgestellt. II.Beschlussvorschlag - Der Gemeinderat stimmt der vorgelegten Planung in Anlehnung an den Beschluss des Technischen Ausschusses mit den vorgelegten Abänderungen zu".

Noch Fragen? Ach ja: Wo steht darüber was im "Bericht" der Spaichinger "Redaktionsleiterin"? Aktuell, umfassend, wahrhaftig soll Zeitung sein. Auch ein Monopolblatt hat kein Informations- und Meinungsmonopol mehr. Wer zu den Quellen will, darf sich nicht treiben lassen, er muss ab und zu stromaufwärts schwimmen. Unterm Kreuz sitzt nicht immer das Heil, nicht einmal im Namen "christlicher Kultur und Politik".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.