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Schon verwählt?

Ob Europa der Afrika: EUdSSR - Propaganda macht's

(tutut) - Es ist die Stunde der Kandidaten. Ob unnütze Ortsrumsteher oder Gemeindräte, welche Mandate für Nützlicheres nutzen als ausgerechnet Bürger zu vertreten, Propaganda ist alles. Erst sind die Wähler dran, dann die Gewählten. Auf ihre Führung kommt es in der Politik an, damit Veführung klappt. EUdSSR? EU. Europa. Das ist es, auch wenn es das nicht ist. Am Schluss glaubt's jeder den Menschenflüsterern.

Edward Bernays war 1928 der Erste, der nach der "Psychologie der Massen" von Gustave Le Bon aus dem Jahre 1895 bem Namen nannte, was heute sogar die verte Macht im Land, Presse genannt, abgelöst hat: "Propaganda". Wer bestellt und zahlt, kriegt sie geliefert. Dr Konsument ist geliefert. Der Zweck heiligt die Mittel. Der Steurzahler hatte sie, die Parteien haen sie.Geld ist nie weg. Es wechselt nur die Besitzer.

Edward Bernays, ein Neffe Sidmund Freuds, ist der Vater der PR, der Public Relations. Wer sich in diesen Tagen nun wieder mit Schicksalswahlen gepiesackt sieht, denn Schicksal hat Menschen und nicht umgekehrt, muss nur bei Bernays nachschlagen und nicht etwa in die Karten sehen oder sich umfragen lassen, denn die sind Teil von Propaganda.

Über "Propaganda und Politische Führung" schreibt Edward Bernays:
"Das große Problem in unserer modernn Demokratie besteht darin, unsere Politiker zum Führen zu bewegen... Die politische Gleichgültigkeit des Durchschnittswählers, von der wir so oft hörn, hängt ziemlich sicher damit zusammen, dass der Politiker nicht weiß, wie er mit den Gesetzmäßigkeiten der öffentlichen Willensbildung umzugehen hat". Deshalb sehen sich Parteien und Stimmensammelaktionen sich bemüßigt, Progamme aufzustellen, von denen sie glauben, Stimmung von Wählern zu treffen. Nach dem Wahltag haben solche Programme keine weiteren Folgen. Das Bonbon ist gelutscht, wer isst noch das Papier dazu?

Bis es aber so weit ist, hat Propaganda ihr Werk möglichst erfolgreich zu verrichten. "Egal, ob es darum geht, in ein Amt gewählt zu werden, neue Themen ins Gespräch zu bringen oder um das Problem, das politische Tagesgeschäft so interessant zu machen, wie es für das gesellschaftliche Zusammenleben wichtig ist - sorgfältig auf die Bedürfnisse der Massen zugeschnittene Propaganda ist essenzieller Bestandteil der Politik...Der politische Kandidat braucht sich von den Vorurteilen der Massen nicht zum Sklaven machen zu lassen, wenn er lernt, wie er seine eigenen Vorstellungen von der politischen Ordnung der Dinge so formuliert, dass sie sich mit den vorgefertigten Meinungen der Wähler verbinden lassen. Heute besteht die Herausforderung für einen Staatsmann nicht so sehr darin, die Wähler zufrieden zu stellen, sondern sie in seinem Sinne umzustimmen. Dieser erzieherische Prozess könnte theoretisch mithilfe von informativen Broschüren geschehen, die über anstehende politische Fragen detailliert und erschöpfend, aber trocken Auskunft geben. In der Praxis jedoch muss man Umstände schaffen, die entsprechende Gedankenketten auslösen, muss Persönlichkeiten auf 'dramatische' Art hervorheben und Kontakt mit den Anführern herstellen, die innerhalb ihrer gesellschaftlichen Gruppen die Meinungsbildung steuern".

Im politischen Leben stelle der Wahlkampf nur ein vorübergehendes Ereignis dar. Regiert werden müsse dagegen kontinuierlich. Weniger spannend, dafür aber viel wichtiger und sinnvoller als im Wahlkampf sei darum fachgerechte Propaganda als Unterstützung der politischen Alltagsarbeit in einer Demokratie, sagt Bernays. Wohl dem, der dann so gut wie alle Medien auf seiner Seite hat, unabhängig von der Qualität der Inhalte. Die Quantität macht's, wie von Le Bon feststellte: die Widerholung der Wiederholung der Wiederholung. Auf den Leierkasten kommt es an. Schon verwählt?

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