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Schwäbische Zeitung, was nun?

Das Geständnis einer Spaichinger Redaktionsleiterin

(tutut) - Zwischen schönem Schein und Wirklichkeit liegen oft nur ein paar Kilometer. Wie zwischen Ravensburg und Spaichingen. Dort der hehre Anspruch eines Chefredakteurs, wenig getrübt vom Binsenfeld der Realität, hier das nächtliche Geständnis einer Spaichinger Redaktionsleiterin, die irgendwie mit der realen Welt nicht zurechtzukommen scheint und ins kindisch Kindliche flüchtet. Warum Presse sein, wenn es bei den berühmten drei Affen viel gemütlicher ist? Nichts hören, nichts sehen, aber den Lesern mal richtig die Wahrheit rauslassen, sich die eigene Welt  schaffen, einmal - oder immer? - Pippi Langstrumpf sein von Spaichingen. Wer hätte von der Spaichinger Redaktionsleiterin so viel Ehrlichkeit erwartet? Auf facebook, im Spaichinger Stadtgeflüster, einer Extra-Portion Schwäbischer Zeitung, dort wo auch die Ahnungslosesten der Ahnungslosen eine Heimat sich suchen und ganz vornedran nun sogar die Spaichinger Redaktionsleiterin. Nicht akktuell, umfassend und umfassend, wie Zeitung sein soll, auch nicht, wie sich der Chefredakteur Zeitung vorstellt, sondern einfach unbedarft drauflos. Als Kindlein auf die Straße gehen und den Leuten sagen, was man von ihnen und ihrer Welt hält? Hilft ihr niemand von der Chefredaktion, ihr, aus deren Geständnis Verzweiflung ruft, das wie ein Notschrei wirkt: Holt mich hier raus! Gibt es denn für sie nur Spaichingen, hat die Schwäbische Zeitung nicht noch andere, schöne Orte, wo eine Redaktiponsleiterin noch nicht den Arsch der Welt sehen mmuss, wo noch nicht der Weltuntergang vor der Tür steht und nur ein Kinderkreuzzug hinter einer Flöte von Hameln Rettung verspricht? Da muss doch auch eine Chefredaktion mal ein Einsehen haben vor lauter "christlicher Kultur und Politik"! Dort ihr Anspruch: "Qualitätsjournalismus - Unabhängiger und gut recherchierter Journalismus ist ein Pfeiler der Demokratie. Die Schwäbische sortiert in der Zeitung und im Digitalen die Meldungsflut: Sie ordnet dabei Handlungen und Entscheidungen in der Politik wie Wirtschaft für ihre Leserinnen und Leser seriös ein. Bei gezielten Falschinformationen ist professioneller Journalismus das beste Gegenmittel.Dr. Hendrik Groth, Chefredakteur". Hier die Wirklichkeit wie ein Leuchtturm unterm Berg, der blankes Entsetzen alarmblinkt den Lesern als Warnung vor was auch immer, auf facebook, fehlervoll, aber naiv linksgrün gefesselt. Houston, wir haben ein Problem. Da ist eine "Alte" in Spaichingen und erhofft sich von heutigen Kindern mal Pflege, will aber "Mit Journalismus die Welt erklären" und träumt: "Professioneller Journalismus ist wichtig in einer Demokratie: Das lernten die Berufsschüler bei einem Vortrag von Redaktionsleiterin Regina Braungart. (Foto: Regina Braungart)".  Hier erklärt sie sich:

"Regina Braungart
22. Juli um 22:35
Ich frage mich, warum die fff Demos immer denselben Reflex auslösen, primär in der Komfortgeneration, die das Konsumieren in den beiden neoliberale Jahrzehnten gelernt hat. Man fragt nicht, wie können wir zusammen mit den Jungen den Karren aus dem Dreck ziehen, also alle Generationen gemeinsam, sondern man spricht den jungen Leuten per se Ernsthaftigkeit, Motiviertheit und Glaubwürdigkeit ab. Und das mit puscheligen Müllaufsammel-Argumenten. Ich glaube, es ist das pure schlechte Gewissen. Dabei nutzt es doch niemandem, Schuldige zu suchen. Dieser Reflex ist zwar menschlich, bringt aber kein bisschen weiter. Und in der Tat, so wie wir und die jungen Leute zum Bestandteil einer entfesselten Konsumgesellschaftgemacht wurden, müssen die Rahmenbedingungen das auch wieder ändern und nicht der Einzelne, der zwar (Respekt an Frau Bieche!) sehr viel individuell tun kann, aber das Steuer nicht herumreißen und das ist notwendig. Kann sich jeder an das Primat der Wirtschaft erinnern? Noch heute wird Fläche ohne jede Rückbindung an politische Ziele einer Stadt wie Spaichingen bedenkenlos verklopft, Hauptsache man erwartet irgendwann, selbstverständlich ohne einen Blick in die Bücher geworfen zu haben, Gewerbesteuer. Das bestimmende Moment der vergangenen 20 Jahre war raffen, Neid und Rücksichtslosigkeit. Ich freu mich, dass die Jungen uns Alte in der Beziehung aus dem Weg fegen. Uns, die Generation, die geglaubt hat, sie hat es endlich geschafft, weil sie übers Wochenende nach Paris oder London fliegt. Oder sonstwohin. Erbärmlich. Wir sollten nicht über die jungen Leute schimpfen, die sich engagieren, sie lassen sich auch nicht provozieren. Und ich bin froh, dass es diese Generation ist, die mal für uns in der Pflege zuständig ist, und nicht unsere."

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Nicolás Gómez Dávila: Es ist nicht einfach zu unterscheiden, ob der zeitgenössische Journalismus das zynische Vorhaben ist, sich zu bereichern, indem man den Menschen herabwürdigt, oder eine "kulturelle" Mission unheilbar ungebildeter Hirne.

 

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