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Söders größter Fehler

Söders CSU hätte es bundesweit womöglich auf 20 Prozent geschafft

Von ROLAND

Hätte Markus Söder nach seiner verlorenen Kanzlerkandidatur die CSU von der Union abgespalten und wäre mit der CSU bundesweit angetreten, drohte uns jetzt nicht die rot-grün-rote Kommunistentruppe. Söders CSU hätte es womöglich auf 20 Prozent geschafft, Laschets CDU auf rund 10 Prozent. Aber das hätte immer noch gereicht für insgesamt 30 Prozent für CSU und CDU, vermutlich sogar mehr, und hätte Söder die Kanzlerschaft gesichert – voraussichtlich in einer halbwegs bürgerlichen Koalition aus CSU, FDP und CDU.

„Wer zuckt, verliert“ – diese Lebensweisheit bewahrheitet sich gerade wieder einmal am Beispiel Markus Söders. Da sitzt er nun als Randfigur eines Spiels, das er ganz leicht hätte selbst bestimmen können, und kann nur ohnmächtig zusehen, wie Armin Laschet die Kanzlerschaft für die „Union“ verliert. „Wer wagt, gewinnt“ – auch diesen Spruch sollte sich Markus Söder als Ritter trauriger Gestalt über sein Bett hängen. Das Schicksal einer politisch so windigen Person wie Markus Söder sollte eigentlich niemanden kümmern. Aber als Folge von Söders Zaudern droht uns nun Rot-Grün-Rot – und damit eine für Deutschland äußerst gefährliche Regierung.

Na klar: Armin Laschet ist ein Politiker, der seine Karriere ausschließlich seiner Katzbuckelei vor dem CDU-Präsidium verdankt. Aber der am 26. September drohende Verlust der bürgerlichen Mehrheit in Deutschland – CDU, FDP und AfD hatten bis vor kurzem in allen Umfragen immer eine deutliche Mehrheit – und die Machtübernahme des kommunistisch-sozialistischen Lagers wird nicht allein die Schuld von Armin Laschet sein.Auch Markus Söder trifft Mitverantwortung: Als politischer Stratege hat er völlig versagt. Als Machtmensch muss man Niederlagen in Siege verwandeln, man muss Chancen sehen, die sich bieten und nach ihnen greifen – ohne falsche Rücksichtnahme.
Söder hätte daher nach der Niederlage gegen Laschet sofort die CSU aus dem Verbund der Union abspalten und mit der CSU im Alleingang bundesweit antreten müssen: Nie war die deutschlandweite Zustimmung zu einer von der CDU unabhängigen CSU spürbarer mit Händen zu greifen als im Moment der Niederlage Söders gegen Laschet.Armin Laschet galt an der Basis immer als Kandidat des Establishments, nie gab es in der Partei wirkliche Unterstützung für diesen unbeliebten Mann. Markus Söder hätte nach der arroganten Entscheidung des CDU-Präsidiums gegen ihn und für Laschet nur mit den Fingern zu schnippen brauchen, und eine hochmotivierte CDU-Basis hätte deutschlandweit mit wehenden Fahnen in das Lager der CSU gewechselt.

Statt jetzt von München aus eingeschnappt belanglose Weisheiten von sich zu geben, würde Söder im aktuellen Wahlkampf im Triumph von Stadt zu Stadt eilen und von der übergelaufenen CDU-Basis überall mit offenen Armen empfangen werden. Der Rest-CDU unter Laschet wären wahrscheinlich nicht einmal mehr genug aktive Mitglieder geblieben, um die eigenen Wahlkampfstände zu besetzen. Die CSU ist nicht weniger heuchlerisch als die CDU, sie hat jeden Unfug Angela Merkels mitgetragen, murrend zwar, aber sie hat es getan – das ist durch nichts zu entschuldigen. Aber die CSU hat zumindest noch einen Hauch an bürgerlicher Glaubwürdigkeit, sie ist nicht gar so grünisiert und sozialistisch wie die CDU, sie pflegt zumindest noch Ansätze innerparteilicher Diskussion.

Bei aller berechtigten Skepsis: All dies hätte Deutschland in einer CSU-geführten Bundesregierung immerhin besser getan als die uns nun drohende linksgrüne Kommunistentruppe.Wenn Deutschland am 26. September an das rot-grün-rote Lager fällt, ist dies vor allem ein Versagen Armin Laschets und der hinter ihm stehenden Merkel-Clique. Aber es ist auch ein Versagen Markus Söders, der die Gunst seiner Stunde nicht erkannte – zum Schaden des ganzes Landes.
(pi-news.net)

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