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Sonntag, Leute!16.5.21

Was ist der Mensch?

Was ist der Mensch? Ein Gefäß, das zerbricht,  wenn man es nur schüttelt oder rüttelt. Es bedarf keines großen Sturmes, damit du zerspringst; egal, wo du anstößt, du zerbrichst. Was ist der Mensch? Ein schwacher, hinfälliger Körper, nackt, von Natur aus wehrlos, fremder Hilfe bedürftig, allen Kränkungen des Schicksals ausgeliefert ...

Wundern wir uns da noch über den Tod, das Werk eines einzigen röchelnden Atemzuges? Erfordert es etwa viel, einen Menschen zu vernichten? Geruch und Geschmack, Ermattung und langes Wachsein, Trank und Speise, also alles, was zum Leben unbedingt dazugehört, bringt ihm den Tod.

Wohin auch immer er sich begibt, stets ist er sich seiner Schwäche bewusst; er erträgt nicht jedes Klima; ein anderes Trinkwasser, ein ungewohnter Luftzug, die geringfügigsten Anlässe und Unannehmlichkeiten lassen ihn krank werden; ein morsches, gebrechliches Wesen, das weinend sein Leben beginnt - und doch:

Was für große Stürme erregt mitunter dieses so verachtete Geschöpf, zu welchen Gedanken schwingt es sich, seine Lage vergessend, auf! Unsterbliches, Ewiges wälzt es in seinem Sinn, entwirft Pläne für Enkel und Urenkel; und während der Mensch seine weitreichenden Ziele verfolgt, überwältigt ihn der Tod. Was man ein hohes Alter nennt, ist der Ablauf nur weniger Jahre. (Seneca)

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