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Sonntag, Leute!

Was zählt

(tutut) - So sicher wie der Tod ist der Erduntergang. Mit oder ohne diesen Planeten besteht die Welt weiter oder auch nicht. Niemand wird es wissen. Kinder versuchen schlechtes Gewissen ihrer Eltern zu spielen, zetteln den Lernstreik an, weil sie zu faul zum Denken sind, laufen jedem Rattenfänger hinterher. Dummköpfe gab und gibt es immer, wenn sie die Mehrheit sind, bedeutet dies das Ende einer Zivilisation. Die nächste kommt. Primitiv und barbarisch geht immer. Was gibt's zu Weihnachten? Fragen das in diesen Wochen des Konsumterrors die Kinder der grünen und linken Sekten? Laufen die Kirchen und Kommunisten nicht mit in den Weltuntergang, obwohl gerade sie es sind, welche das Paradies verheißen nach Krippe bei Ochs und Esel im Stall?

Seit 2000 Jahren warten auf das neue Jerusalem. 70 Jungfrauen und was sonst noch winken als Belohnung für Lebensuntüchtige. Bloß nicht nachdenken in den Kauf-was-Wochen des Jahres. Dumm nur, dass gleichzeitig Medien sich den verzogenen und ungezogenen dummen Endzeitkindern auf der Straße anschließen und niemand berichtet, dass gleichzeitg bei Aldi viel mehr unterwegs sind, um sich vom Erarbeiteten Überlebensmittel zu besorgen und auch ein bisschen mehr.

Was zählt denn eigentlich wirklich für die Menschen? Ein paar britische Autoren haben vor über zehn Jahren sich die Mühe gemacht, dies herauszufinden und hierfür 1000 Personen befragt. Der wahre Lebenswunschzettel sieht ganz anders aus, als das, was den Weihnachtsmann zum Paketzusteller macht.

Es sind immaterielle Werte, die das Leben lebens- und auch liebenswert machen. "You are really rich: You just don't know it yet" ("Sie sind wirklich reich - Sie wissen es nur noch nicht") haben die Autoren als Buch veröffentlicht, in dem sie in Geld umrechnen, was immateriell am wertvollsten ist. Dass dabei an der Spitze steht, ohne das alles nix ist, war zu erwarten: Gesundheit. Platz 1 der menschlichen Glücksrangliste. Wert umgerechnet 210 379 Euro. Platz 2 wird überraschen: "Ich liebe Dich". 192 126 Euro. Den 3.Platz nimmt die "feste Beziehung" ein. 180 445. Für Männer. Denn da ist Gender abgemeldet. Frauen setzen Kinder auf den 3. Während Sex für Frauen nicht unter den Top 10 rangiert, ist er für Männer das Drittwichtigste. Der ganze faule Gleichheitszauber ist dahin, wenn es um das Entscheidende im Leben geht.

Natürlich ist so eine Geldrangliste des Glücks zweifelhaft, wenn unter den zehn Spitzenreitern nur einer wirklich Geld kostet, nämlich der Urlaub, angesetzt mit rund 100 000 Euro auf Rang 9 vor der "Ruhe" knapp dahinter. "Leben in einem friedlichen Land" allgemein berechnet und zwischen 130 000 und 150 000 je nach Geschlecht eingeordnet, spielt auch eine Rolle. "Zeit mit der Familie", "Lachen" schaffen es als Glücksmomente ebenfalls unter die ersten 10.

Interessant wäre, zu erfragen, wie heute angesichts propagierter Untergangsstimmung die Menschen als Glück bewerten würden. Besonders in Krisen besinnen sich Menschen regelmäßig auf alte Werte.

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