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Sonntag, Leute!

Religionsmonitor
Im Rahmen des Religionsmonitors 2017 der Bertelsmann Stiftung haben Menschen zum dritten Mal nach 2007 und 2013 Auskunft über ihren Glauben, Wertorientierungen und das Zusammenleben mit anderen Religionen gegeben. Insgesamt haben sich über 10.000 Menschen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, dem Ver einigten Königreich sowie der Türkei an der repräsentativen Befragung beteiligt, die das Sozialforschungsinstitut infas von Juli 2016 bis Januar 2017 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.
Eine Besonderheit des aktuellen Religionsmonitors ist, dass er Angehörige religiöser Minderheiten, vor allem auch Muslime, durch eine umfassendere Stichprobe präziser repräsentiert (onomastische Stich-probenziehung). Im Januar und Februar 2019 hat das infas Institut im Rahmen des Religionsmonitors eine repräsentative Nachbefragung unter 1.500 zufällig ausgewählten Bundesbürgern vorgenommen.

Ziel des Religionsmonitors ist es, besser zu verstehen, welche Rolle Religion und die zunehmende religiöse Vielfalt in europäischen Gesellschaften spielen. Auf diese Weise will die Bertelsmann Stiftung mehr darüber erfahren, unter welchen Bedingungen ein Zusammenleben von Menschen verschiedener Glaubenszugehörigkeit, aber auch von Menschen ohne religiösen Glauben, dauerhaft gelingen kann.
(www.religionsmonitor.de)

Zusammenfassung
Die aktuellen Ergebnisse des Religionsmonitors machen deutlich, dass im Bereich privater Entscheidungen die Religionsfreiheit in Deutschland ganz überwiegend befürwortet wird. Wenn es um die sichtbar gelebte Religion in der Öffentlichkeit geht, erfährt die Religionsfreiheit bei vielen jedoch nur eingeschränkte Zustimmung.
Drei Hauptergebnisse bleiben festzuhalten:

• Die Überzeugung, jeder habe das Recht, seinen Glauben zu wählen und den Glauben zu wechseln, ist in Deutschland fest verankert und findet in allen untersuchten Bevölkerungsgruppen eindeutige Zustimmung: 99 Prozent der Westdeutschen und 93 Prozent der Ostdeutschen teilen diese Überzeugung, ebenso 90 Prozent der Muslime. Die „Europäisierung“ des Islams, die sich hier auch in Fragen der Religionsfreiheit zeigt, wird bislang zu wenig wahr genommen.

• Die Ansicht, Religion sei Privatsache, ist in Deutschland weit verbreitet. Über Religionsfreiheit wird erst dann gestritten, wenn es um die sichtbar gelebte Religion geht. So wünschen sich 40 Prozent der Befragten in Deutschland, das Tragen religiöser Symbole in der Öffentlichkeit einzuschränken. 28 Prozent der Westdeutschen und 42 Prozent der Ostdeutschen meinen, der Staat solle die Religionsfreiheit einschränken, wenn für einen Glauben in der Öffentlichkeit geworben wird. Damit befürwortet gut ein Drittel der Deutschen Restriktionen der positiven Religionsfreiheit zugunsten der negativen Religionsfreiheit. Das deutet auf einen Nachholbedarf in Bezug auf religiöse Toleranz in Deutschland hin.

• Die Befragungsergebnisse zur Akzeptanz interreligiöser Ehen als Ausdruck persönlich gelebter Religionsfreiheit lassen unterschiedliche Nähe- und Distanzbeziehungen zwischen den Religionen und Weltanschauungen erkennen. Die Hälfte der Muslime empfindet die Einheirat von Atheisten als unangenehm und steht der Einheirat von Christen weit weniger ablehnend gegenüber. Hingegen lehnt jeder zweite Christ und jeder dritte religiös Ungebundene die Einheirat von Muslimen ab. Die Einheirat von Juden wird von 43 Prozent der Muslime, von 22 Prozent der Christen und von 15 Prozent der religiös Ungebundenen als unangenehm bezeichnet.

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