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Sonntag, Leute!

Die Pest nimmt rapide zu

17.6.1665. Heute nachmittag erschütterte es mich tief, als mein Kutscher immer langsamer fuhr, anhielt und abstieg. Er konnte kaum mehr stehen, er klagte, dass ihm plötzlich sehr schlecht geworden sei, und dass er kaum noch sehen könne.So stieg ich auch aus und nahm eine andereKutsche, traurig über den armen Mann und verängstigt, dass er vielleicht ein Pestkranker war - ich hatte ihn nämlich in einem pestverseuchten Stadtteil angehalten. Gott sei uns allen gnädig. Sir John Lawson ist sehr krank, der  König hat ihn heute besucht. Seine Wunden sind nicht so gefährlich, aber er hat Fieber, Ausschlag und Aufstoßen - drei sehr bedenkliche Symptome.

20.6. Dank-Fest für den Sieg über die Holländer. Die holländische Flotte soll wieder ausgelaufen sein.

22.6. Meine Mutter ist wieder abgereist, es war mir sehr unangenehm, weil sie offenbar noch länger bleiben wollte, ich kann es ihr sehr nachfühlen, denn ihr Leben auf dem Land ist kümmerlich. Ich erklärte ihr, dass es wegen derPest besser sei, wenn sie nach Hause führe.

23.6. In einer Mietskutsche nach Hause gefahren, was in diesen Tagen sehr gefährlich ist, die Pest nimmt rapide zu.

25.6. Nach dem Essen fuhr ich nach Greenwich, um Sir John Lawson zu besuchen; stellte jedoch fest, dass er gerade gestorben war, was mich sehr überraschte. Ein großer Verlust für die Nation, obwohl es mir nicht besonders nahegeht, weil er zu mir meist sehr unfreundlich war. Am Hof ist man sich nicht einig darüber, ob der Herzog von York wieder mit der Flotte aufbrechen solle - seine Abwesenheit würde auch den König gefährden.

28.6. Sir J.Mennes nahm meine Frau und mich mit nach Whitehall. Mit dem Herzog von York über Flottenangelegenheiten gesprochen, aber nicht seine Hand geküsst.

29.6. Der Hof rüstet sich zur Abreise, Whitehall ist voller Wagen und Menschen.

3.7. Beschließe, meine Arbeit im Büro noch bei Tageslicht zu beenden und jeweils alles in Ordnung zu bringen - die Situaton ist so trübe, dass man kaum noch weiß, wie man der Seuche aus dem Weg gehen kann. Gott gebe, dass ich seine Fügung dankbar hinnehme.  (Aus Samuel Pepys "Tagebuch")

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