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Spaichingen jetzt am Glasfasernetz

MdL Grimm: Ein wichtiger Schritt für die heimische Wirtschaft

Symbolischer Akt für einen Schritt in eine neue Technologie.
(tutut). "Der Spatenstich heißt auch für Sie Anfang in eine neue Technologie", sagte Christoph Finkenberg von terranets bw, Verantwortlicher für Kommunikationstechnik, als in der Kepler-Straße Spaichingen symbolisch Anschluss fand an internationale Glasfaserkabelverbindungen von Paris-Zürich-Frankfurt. Der Spaichinger FDP-Landtagsabgeordnete Leo Grimm und Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher würdigten im Beisein von Vertretern der Wirtschaft und Verwaltung diesen für die Stadt historischen Moment. Finkenberg lobt eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Unternehmen,Gewerbe- und Handelsverein und Stadt Spaichingen bei der Realisierung dieses Projekts, in dessem Zug vier erste Betriebe angeschlossen werden. Es handelt sich um die Unternehmen  UBS Software,  Wenzler Maschinenbau, Hewi, Manner Sensortelemetrie.

MdL Leo Grimm (Vierter von rechts)  würdigte neben Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher und  Christioph Finkenberg von terranets bw (links neben ihm) den Anschluss Spaichingens an eine schnelle Datenautobahn.
MdL Leo Grimm sprach von einer guten Nachricht für Spaichingen, um die sicher viele Kommunen im Kreis die Stadt beneiden könnten. Stadt, Gewerbe- und Handelsverein sowie terranets hätten es möglich gemacht, "dass allen in Spaichingen ansässigen Unternehmen eine Glasfaserverbindung mit 10 Gigabit angeboten werden kann. Das ist so, wie wenn man die A 81 nach Stuttgart jetzt achtspurig ausbauen würde".

Neben Gasrohren verlaufen auch Rohre für Kabel.
Mit dieser Datenautobahn werde sich Spaichingen zukünftig in einer einmaligen vorteilhaften Lage befinden für schnellste Kommunikation. Dass dies ohne umständliche und teure Baggerarbeiten gehe, sei man sofort diesen möglichen Weg gegangen, den die glückliche Lage zwischen zwei bedeutenden Glasfaserverbindungen auf den Strecken Paris-Zürich-Frankfurt. Für Spaichingen bedeute dies den besten Zugang zu diesem Netz und eine langfristige Sicherung einer der schnellsten Datenautobahnen zu bezahlbaren Konditionen für die einheimischen Unternehmen. "Wir begrüßen die Innovationskraft dieser Unternehmen", sagte Grimm, "die zu den Pionieren gehören, welche die gesteigerte Bandbreite nutzen können".

Glasfaserkabel.
Das Industriegebiet könne nun sogar den Bedarf eines Rechenzentrums erfüllen, wozu nur wenige Gemeinden in der Lage wären. Grimm: "Kein Weg führt an der globalen Kommunikation  mittels Internet vorbei, denn wie auf den Straßen der Verkehr ständig wächst, so fließen auf den Bahnen des Internets immer mehr Daten. Schnellste Verbindungen sind immer mehr ein Wirtschaftsfaktor und entscheiden oft neben dem Preis darüber, ob ein Unternehmen einen Auftrag bekommt oder nicht". Ländliche Regionen hätten oft einen Standortnachteil, da große Anbieter für Kommunikation lieber in Ballungsräumen tätig seien und dort auch die Leistungen erhöhten, was eine Frage von Kosten und Nutzen sei. Deshalb sei Spaichingen bisher auch nicht zum Zuge gekommen, weshalb bisher auch nur eine Bandbreite von 10 Megabit zu bekommen gewesen wäre, begrenzt durch die Kapazität von Kupferkabeln.
"Heute können wir uns freuen, dass wir durch den Glasfaseranschluss aus dieser Sackgasse herauskommen", hob der Abgeordnete hervor, weshalb er allen Beteiligten danke, vor allem auch Klaus Schmid, der sich über Jahre dieses Problems im Gewerbeverein angenommen habe, ebenso Wirtschaftsförderer Topp. Durch die Verlegung von Leerrohren habe die Stadt für eine beschleunigte Verwirklichung des Anschlusses gesorgt. Grimm: "Das ist ein wichtiger Schritt für die heimische Wirtschaft".
Bürgermeister Schuhmacher griff diese Bemerkung des Abgeordneten auf, denn der Wohlstand einer Gemeinde fuße auf zwei Einnahmequellen: auf die Gewerbesteuer und die Zuweisungen aus der Lohn- und Einkommenssteuer. Im Wettbewerb untereinander müsse jede Gemeinde versuchen, sich zu behaupten und darauf achten, Gewerbe anzusiedeln, um die Überlebensfähigkeit auch für die nächsten Generationen garantieren zu können. Die Qualität eines Standorts werde seiner Meinung nach drei Faktoren bemessen: Einmal gehe es um das aktuelle Angebot von akzeptablen Baugebieten, zum anderen seien Zu- und Abfahrtswege wichtig und deren schnelle Vernetzung und als dritter Faktor sei die Versorgung mit leistungsfähigen Datenleitungen wichtig.
Aus der Wirtschaft sei in den vergangenen Jahren immer wieder die entscheidene Forderung nach einem schnelleren Internet geäußert worden, denn die meisten Betriebe seien global tätig. Schnelle Internetverbindungen könnten auch Wettbewerbsvorteile bedeuten. In der Vergangenheit aber habe die Stadt Absagen bekommen von Telelekommunikationsunternehmen aufgrund angeblich schlechten Kosten- und Nutzenverhältnisses. Deshalb sei die Stadt froh, den Gewerbeverein als Partner gefunden zu haben, der mit Klaus Schmid fachmännisch die Sache angegangen sei.
Die Stadt habe nun einen Standortvorteil erreicht und werde mit diesem Pfund auch werben, wenn es darum gehe, weitere Industriebetriebe anzusiedeln. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass mehrere Anfragen auswärtiger Unternehmen vorlägen aufgrund der hiesigen Infrastruktur. Demnächst werde sich der Gemeinderat mit der Erschließung einer weiteren größeren Gewerbefläche in der Nähe befassen, um vier, fünf Betrieben Ansiedlung zu ermöglichen.
Terranets ist seit 50 Jahren ein großer Fernleitungsnetzbetreiber, der Gas vom Norden und vom Osten nach Baden-Württenberg bringt und gleichzeitig auch für Telekommunikation-Infrastruktur sorgt. Meist werden Kabelschutzrohre neben Gasrohre verlegt, "um auch Breitband in die Regionen von Baden-Württemberg zu bekommen". (Finkenberg).