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Spaichingens goldiges Paar

Edeltraud und Erwin Teufel sind seit 50 Jahren verheiratet

Edeltraud und Erwin Teufel mit zwei Paaren in der (fast) ausgestorbenen Spaichinger Tracht.
(tutut). Das goldige Paar von Spaichingen sind sie schon lange, denn die Stadt sonnt sich gerne in ihrem Glanz. An diesem  Wochenende sind sie sogar das "Goldene". Edeltraud und Erwin Teufel, beide aus Zimmern o.R., sind seit 50 Jahren verheiratet. Die Meriten des Spaichinger Ehrenbürgers aufzuzählen, der 25-jährig in Spaichingen 1964 als Bürgermeister sesshaft wurde und sich 2005 nach 14 Jahren als Minsterpräsident von Baden-Württemberg hier noch nicht zur Ruhe setzte,  hieße den Dreifaltigkeitsberg an das Primtal zu setzen. Seine Ehefrau hat sich auch vielfach engagiert, ohne daraus groß Aufhebens zu machen.
Edeltraud und Erwin Teufel gehören sicher zu den wenigen Ausnahmepaaren in der deutschen Spitzenpolitik, denn nie waren sie Quelle auch nur für ein Gerücht, geschweige ein Skandälchen. Zwei bodenständige  Menschen, wenn man so will, unter Ihresgleichen.
Sie haben Baden-Württemberg auch gemeinsam etwas beschert, sieht man von vier Kindern und diversen Enkeln und Enkelinnen ab, ein Kochbuch, und das schon 1995: "Baden-Württemberg - Kulinarische Streifzüge". 69 Rezepte haben sie hierfür ausgesucht mit einem Blick in Teufels Küche, der viel über dieses Paar verrät, mehr als der gewundeste Festtagskranz. "In Teufels Küche geht es bürgerlich zu", teltda Edeltraud Teufel mit, "gekocht habe ich jahrelang , was meine vier Kinder gerne gegessen haben. Zum Beispiel Suppen wie Grießklößchensuppe, Flädlesuppe, Nudelsuppe oder auch einmal eine Lauchcremesuppe. Wenn es Fleisch gab, dann ein Schnitzel oder Hackbraten - oder Saitenwürstle mit Linsen. Als Beilage oder as Hauptgericht hatten wir Kartoffeln in jeder Form und natürlich auch Spätzle oder breite Nudeln mit einer guten Sauce. Freilich gab es dazu frische Salate und als Nachtisch - je nach Jahreszeit -frisches Obst, Fruchtsaat oder eine Quarkspeise".  Er isst übrigens gerne Maultaschen, geschmäzlt oder geröstet mit Ei, verrät sie, it's mal ein Schweinefilet oder ein Kalbsbraten, garniere sie ihn mit Gemüse und Salat ud auch mit Spätzle. Der Leser erfährt, dass er, was den Wein betrifft, ein echter Bden-Württemberger ist:  bei festlichem Familienbeisammensein kann's ein  Riesling aus der Ortenau oder dem Remstal sein, weißer oder roter Burgunder vom Kaiserstuhl, Weißherbst vom Bodensee oder Markgräfler Gutedel. Schwarzriesling oder Trollinger aus dem Unterland oder Müller-Thurgau aus dem badischen Franken verachtet er ebenfalls nicht.
Dass Teufels Küche an diesem Wochenende wohl kalt bleibt, wenn die Großfamilie mit dem Goldenen Paar feiert, ist zu erwarten - in der südlichen Ortenau, dort, wo man sogar größte  Gästescharen gewohnt ist.