Springe zum Inhalt

"Spaichinger Beispiel könnte Schule machen"

MdL Leo Grimm in Frittlinger Betrieb - Interesse an schneller Datenautobahn

Reiner Pfeiffer (rechts) führte Mdl Leo Grimm durch den Metallverarbeitungsbetrieb Pfeiffer in Frittlingen.

(tutut). Der Mittelstand ist's, der nach dem wirtschaftlichen Aufbruch im 19. Jahrhundert die Landwirtschaft als Ernährungsgrundlage der Bevölkerung abgelöst hat. Dass aus ländlichen Gemeinden längst Industriestandorte geworden sind, sah der FDP-Landtagsabgeordnete Leo Grimm bei einem Besuch der Firma Pfeiffer Metalltechnologie in Frittlingen bestätigt. Dabei wurden auch, so der Abgeordnete in einer Pressemitteilung,  Infrastrukturprobleme angesprochen, welche vor allem im Bereich der Kommunikation lägen. Da, so der geschäftsführende Gesellschafter Reiner Pfeiffer und Leo Grimm, könnte das jüngste Beispiel aus Spaichingen  Schule machen, um Anschluss an schnellste Datenautobahnen zu erlangen.
Denn vor allem auf dem Land, dies war ein Fazit des Abgeordnetenbesuchs, hätten viele Unternehmen ähnlich wie bisher in Spaichingen Schwierigkeiten, an Glasfasernetze angeschlossen zu werden. Erst die jahrelange Initiative des Spaichinger Gewerbevereins und ein Mitziehen der Stadt schafften den Durchbruch,so dass kürzlich die ersten Betriebe ans Gasfasernetz angeschlossen werden konnten. Leo Grimm, Unternehmer und mehrere Jahre Vorsitzender des Gewerbevereins, und der zeitweise anwesende IT-Unternehmer Klaus Schmid, ebenfalls führendes Mitglied des Gewerbevereins, schilderten dem Frittlinger Unternehmer den Weg, welcher in Spaichinger zum Erfolg geführt hat.  "Ohne Subventionen, ohne große Kosten", wie Leo Grimm betonte.
Der Spaichinger Weg könnte auch für Gemeinden wier Frittlingen gehbar sein, meinte Pfeiffer, der es begrüßen würde, wenn innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Spaichingen Probleme,die die heimische Wirtschaft beschäftigten, gemeinsam angegangen und gelöst würden. Klaus Schmid, Kenner der Materie, wies darauf hin, dass überall im Land Glasfaserverbindungen verlegt worden seien. Wichtig sei, deren Routen zu kennen. Da Kommunikationsunternehmen der Rentabilität wegen selten auf dem Land und wegen weniger Betriebe größere Summen investierten, könnte Selbsthilfe wie in Spaichingen zum Erfolg führen.
Angesichts vorhandener Glasfaserleitungen in der Nähe, konnte die Stadt gewonnen werden, mit Hilfe von Leerrohren Verbindungsmöglichkeiten zu Betrieben zu schaffen, und da auch ein Kommunikationsunternehmen mit ins Boot kam, waren die schnellen Anschlüsse perfekt.
Was Frittlingen betrifft, so müssten einmal die in der Nähe verlaufenden Glasfaserkabel ausgemacht werden, weiter ginge es dann darum, zwischen Betrieben und den Kabeln Verbindungen herzustellen. Hierbei könnten Gemeinden eine Menge tun, beispielsweise durch Leerrohre. Leo Grimm: "Diese Möglichkeiten zur Selbsthilfe werden von Gemeinderäten noch viel zu wenig erkannt".
Ob Spaichingen oder Frittlingen, die Problemstellungen sind ähnlich, wenn es um schnelle Datenautobahnen gehe. Bevor aber stets auf Zuschüsse und Engagement von Kreisen, Ländern oder Bund gewartet werden, könne auch selbst etwas getan werden. Natürlich, darüber herrschte ebenfalls Einigkeit der Gesprächsteilnehmer, gebe es den Anschluss auch von kleineren Gemeinden an schnelle Datenautobahnen. Aber meist dort, wo nicht Industrie oder Gewerbe angesiedelt seien, in den Ortsmitten. Für die Wirtschaft heute sei schnelle Kommunikation aber überlebenswichtig und damit auch für die Gemeinden.
Im Zuge einer Betriebsführung bekam der Abgeordnete einen interessanten Blick auf das 1977 von Gerhard Pfeiffer in Wellendingen gegründete Unternehmen, welchem eine stetige Aufwärtsentwicklung bis heute mit Metallverarbeitung, spezialisiert auf Aluprofiltechnik, gelungen ist. 1998 wurde der Betrieb ganz nach Frittlingen verlegt, wo bereits ein Zweigwerk entstanden war. Heute zählt der Betrieb mit einer Fläche von über 8000 Quadratmetern über 100 Mitarbeiter und hat rund ein Dutzend Auszubildende, welche stets die Chance der Übernahme bekommen. Pfeiffer: "Unsere Stärke ist die spanabhebende und spanlose Bearbeitung von Aluminium- und Stahllegierung, sowie deren Weiterverarbeitung in Form von Baugruppen, Komponenten und Oberflächenveredelungen". Geschäftsführer und Gesellschafter sind Reiner und Robert Pfeiffer.