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Striptease der Antidemokraten

Merkel zu Thüringen: "Unverzeihlicher Vorgang"

Von WOLFGANG HÜBNER

Alarm! Der Nationalsozialismus steht in Deutschland abermals vor der Tür! Warum? Ein glatzköpfiger FDP-Politiker ist am Mittwoch, gewiss etwas überraschend, zum Ministerpräsidenten des kleinen Bundeslands Thüringen gewählt worden. Und die fast noch größere Provokation: Zweifellos demokratisch, nämlich in geheimer Wahl, bestimmt von Abgeordneten, die nur ihrem Gewissen und dem Wohl des Volkes verpflichtet sind. Dieses wahrlich welterschütternde Ereignis, das selbst den China-Virus und Trump aus allen Schlagzeilen vertreibt, hat im politisch-medialen Komplex Reaktionen hervorgerufen, die mehr verraten als tausend kluge Analysen das vermöchten.

Wer es bislang noch nicht wusste oder wissen wollte, kann nun nicht mehr bestreiten, dass sich im plötzlich so aufgeschreckten späten Merkel-Biedermeier die etablierten Parteien und die konformistischen Medien so nackt und hässlich präsentieren wie sie nun einmal sind. Die CDU schickt einen berufslosen ‚Generalsekretär‘ vor, der davon faselt, die Wahl in Erfurt habe “unser ganzes Land gespalten“. Seine Chefin, Merkels heillos überforderte Putzfrau aus dem Saarland, sagt ganz offen, die Abgeordneten ihrer Partei in Erfurt hätten gegen die Befehle der Bundespartei gehandelt.

Und auch Kanzlerin Angela Merkel meldete sich am Donnerstag aus dem fernen Südafrika zu Wort: die Wahl von Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten mit AfD-Stimmen sei ein „unverzeihlicher Vorgang“. Das Ergebnis müsse „rückgängig gemacht“, so Merkel – was immer sie damit gemeint haben könnte.

CSU-Anführer Markus Söder sprach bereits am Mittwoch ebenso wie der große Grünenführer Habeck von einem „Dammbruch“, der allerdings auf andere Weise den Köpfen der beiden Politiker schon lange arge Verheerungen angerichtet hat. Habeck ist mitsamt seiner famosen Energieexpertin Annalena auch deshalb aufgeschreckt und in Panik, weil er plötzlich sichere Ministerposten und Pfründe in Gefahr sieht. Denn wenn das Publikum erst einmal mitbekommt, dass eine künftige rot-grüne Bundesregierung nicht naturgesetzt ist, wird der Liebling der „Omas für Windräder“ vielleicht nur deren Liebling bleiben.

Und selbst die FDP-Spitze, die eigentlich nur aus Christian Lindner besteht, ist keineswegs begeistert vom erst zweiten Ministerpräsidenten ihrer Parteigeschichte. Vielmehr ist sie nahe daran, öffentlich Tränen der Scham und Verzweiflung zu vergießen – ein Schauspiel, das man genießen sollte. Denn das, was sich zu Unrecht in Deutschland als „bürgerliche Parteien“ bezeichnet, hat sich selbst gefangen im Zuchthaus eines irren „Antifaschismus“, in dem der große Sieger von Erfurt, also Björn Höcke, von Hasslinken und Hetzmedien zur gruseligen Wiedergeburt Hitlers herbeifantasiert wurde.

Ramelow bemüht Hitler-Zitat herbei
Wenn jetzt CDU/CSU und Teile der FDP geradezu selbstmörderisch Neuwahlen fordern, dann tanzen diese Parteien wie Marionetten nach der Melodie der Linken und Linksextremen, die natürlich sofort auf die Straße geeilt sind. Dort wird ein besonders groteskes Stück inszeniert, nämlich die angestrebte Verhinderung einer wahnhaft halluzinierten „Nazi-Machtergreifung“. Wenn der gescheiterte Salonkommunist bodo Ramelow jetzt auch noch ein Hitler-Zitat herbeibemüht und den verlegenen Händedruck des FDP-Ministerpräsidenten mit Höcke mit dem Potsdamer Händedruck von Hindenburg und Hitler demagogisch in Verbindung bringt, dann wird deutlich, wie skrupellos Vergangenes politisch instrumentalisiert wird.

Die Reaktionen von Ramelow und seinem antidemokratischen, stets gewaltbereiten Anhang können immerhin noch mit der fassungslosen Wut der sich betrogen wähnenden linken Entmachteten von Erfurt erklärt werden. Zorn und Hetze in den Massenmedien über die Entwicklung in Thüringen zeigen jedoch mit unüberbietbarer Klarheit, wer und mit welchen Tendenzen die öffentliche Meinung in Deutschland lenkt, ja diktiert. Auch jetzt noch von unabhängigem Journalismus zu reden, kann nur als Lachnummer bezeichnet werden.

Was sich ARD, ZDF, „Blöd“ und ebenso die selbsternannte „Qualitätspresse“ an Hassausbrüchen gegen das Ergebnis einer demokratisch-parlamentarischen Wahl leisten, wäre tatsächlich ein Fall für einen Verfassungsschutz, den es aber nicht (mehr) gibt. Sich darüber zu erregen, ist allerdings für schon länger kritische Zeitgenossen müßig. Sie können sich vielmehr an der herrlichen Pointe erfreuen, dass der „Dammbruch“ ausgerechnet unter der perfekten Regie eines Politikers stattfand, der wie kein anderer hierzulande dämonisiert und verteufelt wird. Doch der Teufel von Erfurt trug nicht Prada, sondern hat nur bürgerlich gewählt. In der Merkel-Republik offenbar ein fast schon krimineller Vorgang.
(pi-news.net.)

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