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Tipp der Redaktion

Wie schreibe ich einen grottenschlechten Roman?

Der hat's geschafft, mit ein paar Zeilen lieblicher Dichtkunst seit fast 800 Jahren in die ewigen Jagdgründe der deutschen Literatur einzugehen, und das als Mann, der an mancherlei Gemetzel beteiligt war: Albrecht II. von Hohenberg, der Minnesänger, dessen Vorfahren einst vom Heuberg heruntergestiegen sind. Wer mag ihm nur die Hörner aufgesetzt haben? Quelle: Meister des Codex Manesse, UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 848, fol. 42r: Graf Albrecht von Heigerloch,  Nachtragsmaler,  zwischen 1305 und 1340.

1. Seien Sie eine Frau, auch wenn Sie ein Mann sind.

2. Haben Sie keine Idee.
3. Breiten Sie diese aus.
4. Lassen Sie sich dazu ein paar Jahrzehnte Zeit.
5. Vertrauen Sie auf die Veröffentlichung als Sommerloch in der Lokalzeitung.
6. Schreiben Sie ein Deutsch, das nur so kracht und lacht.
7. Halten Sie sich an das, was jeder auch schon gemacht oder gedacht hat, wenn ihm langweilig ist und das Pferd gerade keine Lust hat.
8. Verzichten Sie auf Handlung, die irritiert den Leser nur.
9. Achten Sie dagegen auf Nachhaltigkeit.
10. Wenn das Schreiben trotzdem zu anstrengend wird, warum versuchen Sie es stattdessen nicht als Lokalzeitungsredakteurin?