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Ukraine kann nicht gewinnen

Serbiens Präsident warnt vor Eskalation wie seit 1945 nicht mehr

Von WOLFGANG HÜBNER

Mit den Reden von Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergei Schoigu reagiert die Führung der Russischen Föderation auf die faktische westliche Kriegserklärung in der Ukraine und gesteht zugleich das faktische Scheitern der Ziele der sogenannten „Spezialoperation“ im südlichen Nachbarstaat ein. Mit der beschlossenen Teilmobilisierung, den Referenden und der bevorstehenden Annexion weiter Gebiete im Osten und Süden der Ukraine und ihrer Einverleibung in die Russische Föderation, wird Moskau die Voraussetzung zu einem mit allen militärischen Mitteln geführten Krieg gegen die Restukraine schaffen.

Diese kann einen solchen Krieg gegen die Atommacht Russland nicht gewinnen, sondern nur ungeheuer opferreich verlieren. Verhindern könnte das allein eine direkte Intervention der NATO mit allen daraus resultierenden Konsequenzen für Europa und damit besonders für Deutschland. Laut der russischen Militärdoktrin darf nie wieder russische Territorium Kampfgebiet werden. Um das zu verhindern, können auch atomare Waffen eingesetzt werden. Werden die Grenzen Russlands neu gezogen, dann muss sich sowohl Kiew als auch der Westen darüber klar sein, welche Reaktion bei Angriffen auf diese Grenzen erfolgen kann.

Der serbische Präsident Alexander Vucic warnte am Dienstag bei der Uno-Vollversammlung in New York vor einem globalen atomaren Krieg. „Ich gehe davon aus, dass wir uns von der Phase einer speziellen Militäroperation auf einen großen militärischen Konflikt zubewegen, und die Frage ist, wo die Grenzen liegen und ob wir in einiger Zeit – vielleicht in ein oder zwei Monaten – in einen großen militärischen Konflikt eintreten wollen, wie wir ihn seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr hatten“, so Vucic.

Infolge der neuen Eskalation des Ukraine-Konflikts driftet zumindest die Welt der nördlichen Halbkugel in die gefährlichste Situation seit der Kuba-Krise vor genau 60 Jahren. Dabei sollte kein Zweifel bestehen, dass das potentielle Schlachtfeld einer großen militärischen Auseinandersetzung Europa sein würde. Am meisten gefährdet sind außer der Ukraine und Russland selbst die baltischen Staaten und Polen als die aggressivsten Russland-Feinde sowie der zweimalige russische Weltkriegsgegner Deutschland, Hauptmacht der EU und wichtigster US-Stützpunkt.

Hierzulande sollte sich niemand Illusionen darüber hingeben, welche Wut und Enttäuschung in der russischen Führung über ein Deutschland herrscht, dessen grüne Außenministerin Baerbock unwidersprochen vom SPD-Kanzler Scholz sagt „Wir sind im Krieg“. Es ist ein schwerer Fehler von Scholz, so schnell bereits den kommenden Referenden in den von Russland besetzten Gebieten jegliche Legitimität abzusprechen. Denn diese Legitimität ist auch nicht zweifelhafter als die massive westliche militärische Unterstützung der Ukraine, die seit etlichen Jahren stattfindet mit dem Ziel, Kiew abhängig zu machen und Russland zu schwächen.

An der ungeheuer gefahrvollen neuen Eskalation kann und darf Deutschland kein Interesse haben. Alle Deutschen, die nicht in einen Krieg mit der Möglichkeit der Vernichtung unserer Städte oder sogar des ganzen Landes hineingezogen werden wollen, müssen nun laut werden. Das hat nichts mit „Putinismus“ oder Feigheit zu tun, sondern mit den bitteren Lehren unserer Geschichten und dem Selbsterhaltungswillen unseres Volkes und unserer Nation!
(pi-news.net)

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