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Und sagte kein einziges Wort

Die Toten von Würzburg – war das Merkels Abgang?

Von C. JAHN

Der letzte Eindruck bleibt. Die drei toten Frauen von Würzburg und danach Merkels dröhnendes Schweigen: War das der Schlussakzent von Merkels Kanzlerschaft? Waren die Morde von Würzburg der letzte, prägende Eindruck, der von Merkel in der Erinnerung der Deutschen haften bleiben wird?

Ihren Abgang hatte Merkel eigentlich ganz anders geplant: Termine mit gleich zwei Königinnen hatte sie sich arrangiert, bevor sie von der Bühne abzutreten gedachte. Königin Elisabeth von England, Königin Maxima der Niederlande, und Merkel als Grande Dame daneben – das waren die Bilder, die sich Merkel für ihren Abschied gewünscht hatte. Etwas abfallen sollte vom königlichen Glanz auch auf sie selbst, die größte Kanzlerin aller Zeiten – so sollten die Deutschen Merkel im Gedächtnis behalten.

Aber so schön wurde es dann doch nicht. Über die königliche Aura der letzten Tage von Merkels Kanzlerschaft legte sich ein Schatten: Ein islamischer Merkel-Gast schnitt drei Frauen in Würzburg die Hälse durch, sechs weitere Menschen wurden mit teils aufgeschlitzten Kehlen lebensgefährlich verletzt. Die Presse gab ihr Bestes, um dieses Blutbad kleinzureden und schnell aus der Wahrnehmung der Menschen zu verdrängen, aber das gelang nicht wirklich.

Diese barbarische Bestialität in einer der schönsten Städte Deutschlands, ausgerechnet in Würzburg, einem deutschen Sinnbild für biedere Friedlichkeit, Harmonie, Kunst, Kultur – dieses ganze Zusammenwirken von Widersprüchen und Gegensätzlichkeiten war für viele Menschen in Deutschland gedanklich eben doch nur schwer zu verarbeiten. Auch wenn sich wie üblich niemand traute, offen zu protestieren, beschäftigte dieses Ereignis viele Menschen selbst nach Tagen noch weiter, als Merkel schon längst in aller Heiterkeit mit der englischen Königin über Gott und die Welt plauderte.

Kein einziges persönliches Wort kam Merkel allerdings zu den Morden von Würzburg über die Lippen. Mit dieser Stillhaltetaktik versuchte sie natürlich genau jenem Gedankenschluss auszuweichen, der sofort nach den Morden vielen Menschen durch den Kopf ging: Auch diese Toten sind Merkels Tote, es ist letztlich ihre Politik, die diese Mörder ins Land holt. Merkels Schweigen war daher ein raffinierter taktischer Schachzug, nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf genau diese thematische Verbindung zwischen den Toten, dem Mörder und ihrer Person zu lenken, ein Gedankenbild, das sich bei vielen Menschen bereits unmittelbar nach der ersten Meldung nahezu zwangsläufig einstellte.

Und so verbanden sich in der Mordtat von Würzburg wie in einer großen Abschlussszene noch einmal die ganz typischen Merkmale aus der Regierungsepoche Angela Merkels: Da war die „Flüchtlingskrise“ als das mit Abstand prägendste Ereignis ihrer Amtszeit mit all seinen surrealen, grausamen Begleiterscheinungen, da war erneut die schier unfassbare Eiseskälte, mit der uns diese Frau in ihrer völligen Ungerührtheit selbst angesichts der sterbenden Frauen von Würzburg wieder einmal erschütterte.

Da war Merkels taktische Begabung, wie sie es stets verstand, sich aus jeder unangenehmen Lage geschickt herauszuwinden, und da war ihre meisterliche Fähigkeit, ihr gesamtes Umfeld zu ihren Gunsten zu manipulieren und ihr gefügig zu machen, vor allem die Presse, die ihr auch diesmal wie in all den 16 Jahren mit vorauseilender Unterwürfigkeit jedes Hindernis aus dem Weg räumte, selbst Leichen auf der Straße.

Würzburg war also tatsächlich der große Schlussakkord von Merkels Amtszeit: So behalten wir diese Frau in Erinnerung, aber auch mit ihrem Geschick, sich die Hände abwischen zu lassen von ihrem Gefolge und dann so zu tun, als wären die Hände sauber.

Merkels Hände: das ist das Schlussbild von Würzburg.
(pi-news.net)

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