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Unsere Nongqawuse heisst Angela

Was unterscheidet uns von den Xhosa?

Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Xhosa, Eingeborene Südafrikas, bereits seit Jahrzehnten an den Ost-Grenzen ihres Landes in blutige, nicht enden wollende kriegerische Auseinandersetzungen mit britischen Siedlern verwickelt.

Die Rinder der Briten brachten zudem eine Lungenerkrankung mit, von der im Jahr 1854 auch große Teile des Viehbestandes der Xhosa befallen wurden, was die Not der Eingeborenen noch verschlimmerte.
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Erlösung aus der Not durch massenhafte Viehtötung
Im Mai 1856 holte ein Mädchen namens Nongqawuse Wasser aus einem Teich nahe der Mündung des Gxarha River. Bei ihrer Rückkehr erzählte sie ihrem Onkel Mhlakaza, dass sie drei Geister am Teich gesehen habe. Sie trugen ihr auf, ihrem Dorf zu erzählen, dass die Toten auferstehen würden, wenn die Xhosa ihr gesamtes Vieh, das verhext sei, töten würden. Die gesamte – ebenfalls verhexte – Ernte sollte auch vernichtet werden. Am Tag nach der Zerstörung würden die toten Xhosa wiederauferstehen, um bei der Vertreibung der Weißen zu helfen. Die Geister verlangten letztlich, dass kein einziges Tier ihrer Herden überleben sollte und jedes Getreidekorn zerstört werden müsse. Wenn dies geschehen sei, würden Unmengen von viel schönerem Vieh aus der Erde auftauchen, während große Felder mit Getreide, reif und bereit zur Ernte, plötzlich erscheinen. Die Toten würden auferstehen, Probleme und Krankheiten verschwinden und allen würde Jugend und Schönheit zuteil. Ungläubige und die verhassten Weißen würden an diesem Tag untergehen. Diese Botschaft komme vom verstorbenen Häuptling Napakade.

Obwohl zutiefst gespalten in der Frage, was zu tun sei, begannen die Xhosa im Februar 1856 ihr Vieh zu schlachten. Sie vernichteten all ihre Nahrungsmittel und bereiteten keine neue Ernte mehr vor. Das gelagerte Getreide warfen sie weg. Jede Arbeit kam zum Stillstand. Die Tage und die Nächte vergingen, aber nichts geschah.

Nicht alle Xhosa hatten Nongqawuses Prophezeiungen geglaubt. Eine kleine Minderheit, bekannt als Amagogotya (Geizige), weigerte sich, ihre Tiere zu schlachten. Diese Ablehnung wurde von Nongqawuse später herangezogen, um das Scheitern der Prophezeiungen zu erklären.

Historiker gehen davon aus, dass bis zum Mai 1857 etwa 400.000 Stück Vieh geschlachtet und 40.000 Xhosa am Hunger gestorben waren. Mindestens ebenso viele Menschen hatten ihre Häuser verlassen und irrten ausgemergelt und in erbärmlichen Zustand auf der Suche nach Nahrung umher. Die Xhosa verloren nicht nur einen großen Teil ihres Viehbestandes und den Stammesmitgliedern, sondern auch rund 2000 km2 Land. In der entvölkerten Gegend siedelten sich anschließend Europäer an.

Nun mag sich der eine oder andere Leser über den Aberglauben und die Naivität der Xhosa wundern, oder gar Schadenfreude empfinden. Vielleicht sind sogar manche der Meinung, dass es diesem Volk ganz Recht geschah, weil es so damals dumm war, Nongqawuse Glauben zu schenken.

Um von diesem hohen Ross herunter zu kommen, genügt es, den Blick auf das Deutschland des Jahres 2020 zu richten:

Gegenwärtig wird uns auch von einer Prophetin eine bessere Welt versprochen. Wir müssen nur Millionen von Fremden ins Land lassen, alle Atomkraftwerke abschalten, die Kohlekraftwerke stilllegen, das Land mit Vogelschreddern und Photovoltaik-Anlagen pflastern, den Verbrennungsmotor und damit die Autoindustrie abschaffen, den Schulunterricht, den größten Teil des Einzelhandels, die Tourismusbranche und das Gastgewerbe abwürgen, die meisten Kunstschaffenden arbeitslos machen, immer schön zuhause bleiben und uns ein kaum erforschtes Medikament, das gegen eine eingebildete Pandemie helfen soll, spritzen lassen, dann wird alles gut und es wird eine paradiesische, globale Weltordnung entstehen, in der alle im Überfluss leben.

Wiederholt sich gerade die Geschichte?
Dem nüchternen Betrachter stellt sich damit die Frage, ob der Unterschied zwischen uns und den Xhosa wirklich so groß ist. Denn wir haben auch eine Nongqawuse, sie heißt bei uns Angela. Auch die Amagogotya, die Geizigen, jene Minderheit, die das alles nicht glaubt und lautstark, aber vergebens vor den Folgen warnt, gibt es bei uns.

Nur werden sie nicht Amagogotya genannt, sondern „Rechte“, „Nazis“, „Covidioten“, „Verschwörungstheoretiker“, „Dunkeldeutsche“ und „Alu-Hutträger“.

Und in 200 Jahren werden die Leute von unserem Schicksal lesen und sich wundern, was das damals für Idioten gewesen sind, die Angelas haarsträubende Erzählungen geglaubt hatten und sehenden Auges in den Untergang marschiert sind. (hsg)
(pi-news.net)

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