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VfB Stuttgart

Bundesliga-Profi spielt mit falscher Identität

Von MANFRED ROUHS

Wer bin ich? Wo komme ich her? Wann bin ich wo geboren? Das will offenbar nicht jeder immer so genau wissen. Ein Profifußballer des VfB Stuttgart ist jetzt die Flucht an vorne angetreten und hat öffentlich gemacht, dass er seit zwei Jahren auf deutschen Fußballplätzen unter falschem Namen antritt und auch sein Geburtsdatum falsch ist. Das berichtet der „Spiegel“.

Seine Sportfreunde kennen ihn als Silas Wamangituka, geboren 1999 im Kongo. Jetzt heißt es, sein Name sei Silas Katompa Mvumpa, geboren 1998. Beim Kongo aber bleibt es – da kommt er offenbar tatsächlich her. Und dort hatte er auch bereits einen Vorlauf als Fußballspieler, von dem er angeblich durch die kreative Umbenennung abgeschnitten werden sollte. Schuld sei ein Spieler-Vermittler, der ihm den Auftritt unter falschem Namen eingebrockt habe.

Sportfunktionäre und Medienleute zeigen das größtmögliche Verständnis für den 22-jährigen Kicker, den der „Spiegel“ mit dem Satz zitiert: „Ich habe in den letzten Jahren in ständiger Angst gelebt und mir auch um meine Familie im Kongo große Sorgen gemacht. Es war ein schwerer Schritt für mich, meine Geschichte zu offenbaren.“

Falls sich dagegen ein Soldat der Bundeswehr eine falsche Identität als Asylbewerber verschafft, was selbstverständlich nicht rechtens ist, setzt er sich damit dem Verdacht aus, ein Terrorist zu sein und die halbe Bundesregierung beseitigen zu wollen.

Kann es sein, dass die Medien mit zweierlei Maß messen? Hält sich Silas Katompa Mvumpa legal in Deutschland auf? – Offensichtlich nicht. Die Legalisierung erfolgt jetzt auf dem kleinstmöglichen Dienstweg nachträglich. Seine Papiere werden schlicht ohne viel Tamtam umgeschrieben. Man könnte bei der Routine, mit der dies vollzogen wird, beinahe annehmen, die machen das öfter!
(pi-news.net)

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