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"Viele unwahre Behauptungen": der Fall Regina Braungart

Der "Stadtspiegel" Spaichingen berichtet aus dem Gemeinderat
(tutut). Es ist schon ein Bubenstück sondergleichen, das sich die Schwäbische Zeitung alias Heuberger Bote  mit einem wohl selbst aufgesattelten "Bauhof-Fall" in Spaichingen leistet. Denn in Wirklichkeit handelt es sich um einen Fall Regina Braungart. Es stellt sich nur die Frage, wielange dieses Blatt unter den Augen der Chefredaktion weiterhin durch eine Lokalredakteurin in Spaichingen Artikel und Leserbriefe veröffentlichen darf, welche nur den Schluss zulassen, dass hier eine Schreiberin offensichtlich außer Rand und Band geraten sein muss. Das, was diese da seit Monaten und Wochen treibt, hat mit Journalismus wohl nichts mehr zu tun.
Im jüngsten "Stadtspiegel" von Spaichingen, erschienen am Donnerstag, 20. Dezember, wird über die Gemeinderatssitzung vom Montag, 17. Deznmber, berichtet. Wie schnell und aktuell das Lokalblatt als Fast-Monopoltageszeitung ist, verdeutlicht die Tatsache, dass die in Spaichingen verantwortliche Redakteurin, Regina Braungart, erst am Donnerstag, über ihren "Bauhof-Fall" berichtet, der inzwischen, sollte es im Verlag der Schwäbischen Zeitung noch mit rechten journalistischen Dingen zugehen, endgültig ihr Fall geworden sein müsste. Oder hat es die Öffentlichkeit inzwischen nicht schon mit einem Fall Schwäbische Zeitung zu tun?
Denn welcher Verlag kann es sich leisten, eine Redakteurin zu halten, die offensichtlich darauf aus ist, Leser zu desinformieren, Gerüchte zu streuen, Informationen zurückzuhalten und in eigener persönlicher Sache zu schreiben. Oder sollte es im regionalen Pressewesen in Deutschland bereits soweit sein, das solches Verhalten Chefredaktersniveau erreicht hat?
Der "Stadtspiegel" berichtet:  
Bürgermeister gibt Informationen zur Presseberichterstattung in Sachen Bauhof
Nachdem die Redakteurin des Heuberger Boten in den vergangenen Wochen mehrfach über einen angeblichen Vorfall im Bauhof berichtet hat und die Berichterstattung möglicherweise auch dazu genutzt hat, um möglichst viel Sensationslust bei ihrer Zuhörerschaft zu wecken, hat jetzt Bürgermeister Schuhmacher in der Sitzung des Gemeinderats am 17.12.2012 erstmalig öffentlich Stellung zu dem Sachverhalt bezogen, nachdem die Redakteurin mehrfach auch ihn in Zusammenhang mit dem Fall gebracht hat.
Bürgermeister Schuhmacher informierte die Räte und die Öffentlichkeit darüber, dass nach seiner derzeitigen Kenntnis weder der betroffene Mitarbeiter, noch ein anderer Mitarbeiter der Stadtverwaltung Anzeige erstattet habe.

Der Sachverhalt stelle sich nach derzeitigem Kenntnisstand vielmehr so dar, dass die Redakteurin des Heuberger Boten, Frau Regina Braungart, den Fall ins Rollen gebracht hat – möglicherweise nur, um eine „heiße Geschichte“ zu haben.
Bürgermeister Schuhmacher prangerte dieses Verhalten in der Sitzung an und fragte die anwesende Redakteurin, ob es denn zutreffen würde, dass sie selbst der Urheber sei. Sie gab zu, vier Informanten zu haben, von denen sie die von ihr geschilderten Dinge gehört habe. Wer denn diese Informanten seien, wollte sie in der Sitzung nicht preisgeben. Jedenfalls gab sie zu, den Stein selbst ins Rollen gebracht zu haben.
Schuhmacher bemängelte überdies, dass in der Zeitung am 3.11.2012 von ihr geschrieben stand, dass Fakt sei, dass sich der Vorgang, so wie von der Redakteurin geschildert, zugetragen habe.

Er sagte, dass dies weder von Polizei, noch von Staatsanwaltschaft bestätigt worden sei. Er kritisierte die Redakteurin, dass sie Tatsachenbehauptungen zu einem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gegeben habe, zu welchem sie gar nicht wissen konnte, ob sich der von ihr geschilderte Sachverhalt so zugetragen hat. Bürgermeister Schuhmacher sagte, dass er überhaupt kein Verständnis für einen solchen Journalismus habe.

Zwischenzeitlich erreichte auch ihn als Bürgermeister eine Stellungnahme von Herrn Rechtsanwalt Oliver Hirt, (Anmerkung: jüngst auch in der NBZ veröffentlicht) der einen der Beteiligten vertritt und der ihm – dem Bürgermeister – folgendes zu Kenntnis gibt.
"Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schuhmacher,
die jüngsten Pressberichte und insbesondere der sog. „offene Brief“ von Teilen des Gemeinderates veranlassen mich, Ihnen als Dienstherrn der betroffenen Mitarbeiter folgende Informationen zukommen zu lassen. Durch sinnentstelltes und bruchstückhaftes Zitieren aus einem von mir verfassten Anwaltsschreiben wird nun versucht, auch mich persönlich zu desavouieren. Der jüngste Pressekommentar, in dem zu einer Abwahl derjenigen aufgerufen wird, die versuchen, die Aufklärung zu behindern, ist eine Ungeheuerlichkeit, weshalb ich mir erlaube, auf Basis der mir vorliegenden Fakten meine Einschätzung zu dieser Kampagne kund zu tun:  
Die Lokalredakteurin des Heuberger Bote, setzt mit einem Artikel mit bewussten falschen Zitaten ein Gerücht in die Welt, füllt dann ihre Seite mit den zu erwartenden Leserbriefen, um dann als vorläufigen Höhepunkt lauthals in einem Kommentar nach Gerechtigkeit und Aufklärung zu rufen.  

Im Einzelnen:
Am 03.11.2012, als Aufmacher der Samstagsausgabe, schreibt Frau Braungart erstmals über angebliche Vorfälle im Bauhof. In Fettschrift steht dort zu lesen: „Fakt ist, dass Bauhofmitarbeiter gefesselt und am Lastkran aufgehängt wurde“. Dabei zitiert sie den Polizeisprecher der Polizeidirektion Tuttlingen mit den Worten:“ Sicher ist, dass der Vorfall in der Art und Weise stattgefunden hat“.   

Mit Schreiben vom 08.12.2012 bestätigt mir die Polizeidirektion Tuttlingen auf meine Beschwerde hin wörtlich:“ Das im Artikel eingefügte Zitat von Kriminalhauptkommissar Preiss ist dabei in dieser absoluten Form so nicht gefallen“.
Dazu passt, dass die Polizei mir gegenüber am Freitag, den 14.12.2012 mitgeteilt hat, dass jetzt die Ermittlungen abgeschlossen seien und die Akten zur Weiterbearbeitung an die Staatsanwaltschaft Rottweil übersandt wurden.

Während also Frau Braungart am 03.11.2012 wahrheitswidrig behauptet, laut Polizei sei alles schon „Fakt“, also ausermittelt, haben diese Ermittlungen schließlich noch fast weitere 6 Wochen angedauert.   

Im Rahmen einer weiteren Presseanfrage bei der Staatsanwaltschaft Rottweil vor wenigen Tagen erhielt Frau Braungart die Mitteilung, dass „subjektiv und objektiv in alle Richtungen ermittelt“ werde.

Da diese Mitteilung nicht in die Kampagne von Frau Braungart passte, versucht sie sehr subtil, ihren Leserinnen und Lesern die Bedeutung dieser Aussage zu erläutern: Laut Frau Braungart bedeutet dies, dass neben Zeugenaussagen auch materielle Beweisstücke und Fakten gesammelt werden.  Damit versucht sie den Eindruck zu erwecken, dass quasi der oder die Täter eigentlich schon feststehen, man jetzt nur noch die notwendigen Beweise zu deren Überführung suchen müsse.
Dieser Umstand könnte noch als journalistische Schlamperei durchgehen, wäre da nicht ein ganz zentraler Punkt, den Frau Braungart ihren Lesern bis heute vorenthält:
Eine Strafanzeige eines wie auch immer Geschädigten lag weder bei der Polizei noch bei der Staatsanwaltschaft vor! Vielmehr wurden Ermittlungen von Amts wegen aufgenommen. Und was war der Anlass für diese Ermittlungen? Eine gezielte Presse-Anfrage von Frau Braungart bei der Staatsanwaltschaft!

Es stellt sich die Frage, wie Frau Braungart dazu kommt, gezielt bei der Staatsanwaltschaft einen Sachverhalt zu schildern, der zumindest so detailliert gewesen sein muss, dass der Staatsanwaltschaft gar nichts anderes übrig blieb, als Ermittlungen aufzunehmen.

Woher hatte sie diese Informationen? Wer hat sie ihr zugetragen? Und vor allem, weshalb? Welchen Grund hatte der Informant, unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit Gerüchte in die Welt zu setzen, wo doch das angebliche Opfer keinen Anlass sah, selber anonym oder offen Strafanzeige zu erstatten? Die zentrale Frage lautet daher:  Wem nützt es?

Wenn man der Frage nachgeht, wem diese mediale Hetzjagd nützt, lohnt es sich, zunächst den Nutzen für Frau Braungart selbst zu analysieren. Dabei darf man nicht vergessen, dass sie ihr Geld damit verdient, Tag für Tag eine Lokalseite zu füllen.
Sie hatte einen reißerischen Zweispalter für die Lokalseite am Samstag, die ansonsten eher dürftig ausfiel. Jeder Normalbürger, der in der Zeitung liest, dass sich nach Bestätigung der Polizei ein schlimmer Vorfall zugetragen hat, fragt sich zu recht, warum sich dann wochenlang nichts tut.

Dann richtete sich die Kampagne gegen den Unterzeichner selbst, dessen Brief an das vermeintliche Opfer von einem Familienmitglied öffentlich gemacht wurde und angeblich „heftigste Diskussionen“ ausgelöst haben soll.  Interessant ist, dass mit dem Unterzeichner und Verfasser dieses Briefes noch keinerlei Diskussion stattgefunden hat. Interessant ist auch, dass Frau Braungart, der dieser Brief offenbar vorliegt, ein wesentliches Detail unerwähnt lässt: Das vermeintliche Opfer erklärte gegenüber Zeugen, dass ein gewisser „Herbert“ ihn dazu angehalten habe, den angeblichen Vorfall nach außen zu tragen.

Handelt es sich bei diesem „Herbert“ um denjenigen Informanten, der mithilfe von Frau Braungart die ganze Angelegenheit losgetreten hat? Die Antwort hierauf bleiben sowohl das vermeintliche Opfer als auch Frau Braungart bis heute schuldig. Sie wäre aber von entscheidender Bedeutung für die Frage, welche Interessen mit diesen Gerüchten verfolgt werden. Das aber scheint Frau Braungart, die für eine Zeitung schreibt, die sich ausdrücklich der christlichen Kultur verpflichtet fühlt, nicht zu interessieren.

Stattdessen verrät sie in ihrem Kommentar die wahre Stoßrichtung: Unter dem Deckmantel der Forderung nach Gerechtigkeit gibt sie jetzt schon die neue Richtung vor: jetzt droht angeblich die Gefahr der Vertuschung!( zur Erinnerung: sie selbst hat das Gerücht in die Welt gesetzt und die Staatsanwaltschaft hat erst seit 3 Tagen die Akten ).
Zusammenfassend ist festzuhalten:
Frau Braungart setzt, wohl aufgrund eines Zuflüsterers, Gerüchte in die Welt, veröffentlicht sämtliche Leserbriefe ungekürzt und ruft lauthals nach Gerechtigkeit.
Warum sagt sie ihren Lesern nicht, dass  Ursache der Ermittlungen nicht etwa eine Strafanzeige des vermeintlichen Opfers war, sondern sie selbst?                    
Die Antwort liegt auf der Hand: Die Story würde in sich zusammenfallen, wenn nicht einmal das angeblich so furchtbar traktierte Opfer eine Strafanzeige für nötig hält.
Dass Frau Braungart durch diese unseriöse Berichterstattung Misstrauen unter den städtischen Bediensteten sät und so das von ihr bejammerte schlechte Klima erst schafft, nimmt sie offensichtlich in Kauf.

Warum berichtet sie nicht davon, dass der Bürgermeister in der jüngsten Personalversammlung den Stand der Ermittlungen vor allen anwesenden Bediensteten richtig wiedergegen hat? Warum erwähnt sie nicht, dass der Bürgermeister eine Fürsorgepflicht gegenüber allen Betroffenen hat und diese ihm gebietet, das Ende der Ermittlungen abzuwarten?
Nach der Mitteilung der Polizeidirektion Tuttlingen vom 08.12.2012 steht fest, dass Frau Braungart mit einem bewussten Falsch-Zitat die Öffentlichkeit angelogen hat.  
Statt pharisäerhaft nach Gerechtigkeit zu rufen, wäre der Ruf nach Ehrlichkeit und journalistischer Professionalität angemessener. Aus meiner Sicht wird aus dem angeblichen „Bauhof-Fall“  zunehmend ein „Fall Braungart“. Und wenn man jetzt noch die Stoßrichtung des sog. „offenen Briefes“ sieht, erkennt man den Bürgermeister als das eigentliche Ziel der Hetz-Kampagne.

Mit diesem Revolverblatt-Stil schadet Frau Braungart mitsamt ihren Trittbrettfahrern dem Ansehen der Stadt Spaichingen erheblich.  Es bleibt abzuwarten, wie lange die Chefredaktion der Schwäbischen Zeitung diesem Treiben noch tatenlos zusieht.  
Oliver Hirt
Rechtsanwalt"
Brief von Rechtsanwalt Oliver Hirt an Bürgermeister Schuhmacher vom 14.12.2012.
Schuhmacher teilte abschließend mit, dass die Stadt in dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren nicht am Verfahren beteiligt sein und insofern auch kein Akteneinsichtsrecht habe. Deswegen müsse auch der Abschluss des Verfahrens abgewertet werden.

Dies sei auch – wie in dem erst jüngst sich ereigneten Vorfall des Todes eines Mädchens, in welchen auch das Jugendamt beim Landkreis Tuttlingen eingebunden gewesen ist, üblich. Bei diesem Fall habe Landrat Bär auch darauf verwiesen, dass die Ermittlungen abgewartet würden. Dort habe der Redakteur auch verantwortlich berichtet und dann einen Abschlussbericht gegeben. Im „Spaichinger Fall“ gehe dies anscheinend nach anderen Maßstäben, die sich eine Redakteurin selbst setzt. Dass sie selbst verantwortlich ist, für die vielen unwahren Behauptungen, die sie in die Welt gesetzt hat und damit weder dem Betroffenen, noch den anderen Mitarbeitern geholfen hat, steht wohl heute schon außer Frage.